FACC St. Martin: Pakete mit Leichenteilen aus USA geliefert | nachrichten360
Falsche Lieferung: FACC-Mitarbeiterin findet menschliche Überreste in Paketen aus den USA
St. Martin im Innkreis, 16 Juni 2026
AI-generated image (flux-2/pro-text-to-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Beim oberösterreichischen Flugzeugzulieferer FACC sind am Montagnachmittag acht Kühlpakete mit menschlichen Überresten angekommen, die eigentlich für ein deutsches Forschungslabor bestimmt waren. Die Polizei geht von einer folgenschweren Verwechslung am Flughafen München aus; ein strafrechtlicher Hintergrund wird ausgeschlossen.
St. Martin im Innkreis, 16 Juni 2026
Eine 30-jährige Mitarbeiterin des oberösterreichischen Flugzeugzulieferers FACC in St. Martin im Innkreis hat am Montagnachmittag in einer Lieferung aus den USA statt der erwarteten Bauteile acht Kühlboxen mit menschlichen Überresten geöffnet, die ursprünglich für ein deutsches Forschungslabor bestimmt waren.
Der Vorfall ereignete sich am Montagnachmittag am Standort des Luftfahrtunternehmens FACC in St. Martin im Mühlkreis im Bezirk Rohrbach. Wie der ORF Oberösterreich berichtet, trafen am Montagnachmittag mehrere Kühlpakete bei dem Unternehmen ein. Eine Mitarbeiterin öffnete die Pakete - und machte eine grausige Entdeckung. Beim Öffnen der ersten Box machte eine Mitarbeiterin jedoch eine makabre Entdeckung: Statt technischer Bauteile befand sich darin ein menschlicher Torso.
Was genau geschah am Standort in St. Martin im Innkreis
Die 30-jährige Mitarbeiterin verständigte umgehend ihre Vorgesetzten, die wiederum die Polizei einschalteten. Die Frau verständigte sofort ihren Vorgesetzten, die Polizei wurde alarmiert. Insgesamt waren acht Kühlboxen an das Unternehmen geliefert worden. In den acht Kühlpaketen befanden sich menschliche Überreste - acht Torsos waren geliefert worden. Auch in den übrigen Paketen fanden sich menschliche Überreste.
FACC ist nach Angaben des ORF ein Flugzeughersteller mit Sitz im Innviertel. Schock beim oberösterreichischen Flugzeugzulieferer FACC in St. Martin im Innkreis. Das Unternehmen gehört zu den international tätigen Zulieferbetrieben der Luftfahrtbranche und betreibt mehrere Standorte in Oberösterreich.
Hintergrund: Verwechslung am Flughafen München
Nach bisherigen Erkenntnissen kam es offenbar am Flughafen München zu einer folgenschweren Verwechslung. Die aus den USA eingetroffene Luftfrachtsendung wurde vermutlich mit einer Lieferung vertauscht, die ursprünglich für FACC bestimmt war. Eine Lieferung vom Münchner Flughafen kam am Montagnachmittag beim Flugzeughersteller FACC in St. Martin im Mühlkreis an. Die Sendung hätte eigentlich an ein Forschungslabor in Deutschland geliefert werden sollen.
Laut Polizei handelte es sich bei den Leichenteilen um menschliche Überreste, die für medizinische Untersuchungen und Forschungszwecke bestimmt waren. Die Behörden kümmerten sich schließlich darum, dass die Pakete mit den menschlichen Überresten an ihren vorgesehenen Bestimmungsort weitergeleitet wurden. Damit erreichten die Überreste nach der unfreiwilligen Zwischenstation im Innviertel ihren eigentlichen Adressaten in Deutschland.
Strafrechtliche Bewertung der Polizei
Die Ermittlungen ergaben rasch, dass kein Verbrechen hinter dem Vorfall steckt. Strafrechtlich sei die Angelegenheit jedoch unbedenklich. Damit schließen die Behörden ein strafbares Geschehen rund um den Transport und den Inhalt der Sendung nach derzeitigem Stand aus. Es handelt sich demnach um eine schwere logistische Verwechslung, nicht um einen kriminellen Hintergrund.
Gegenüber dem ORF bestätigte FACC, dass der Vorfall für die Frau sehr belastend gewesen sei. Die 30-Jährige sei unmittelbar nach dem Fund betreut worden. Das Unternehmen sicherte zudem zu, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unmittelbar mit der Sendung in Berührung kamen, psychologische Unterstützung anzubieten. Damit reagierte das Unternehmen auf den Umstand, dass die betroffene Frau ein Paket geöffnet hatte, in dem sich ein menschlicher Torso befand.
Unklarer Verbleib der FACC-Lieferung
Wie der ORF berichtet, ist bislang noch unklar, wohin die eigentliche Sendung des Flugzeugzulieferers gelangt ist. Die für FACC bestimmten Bauteile, die versehentlich in eine andere Frachtsendung gelangt sein sollen, werden derzeit von der Polizei und den beteiligten Logistikpartnern gesucht. Damit ist der Vorfall für FACC noch nicht vollständig abgeschlossen, auch wenn die Strafbehörden keinen Handlungsbedarf sehen.
Die zuständigen Stellen am Flughafen München haben nach Angaben der Polizei eigene Ermittlungen zum Ablauf der Frachtabfertigung aufgenommen. Dabei wird unter anderem geprüft, wie zwei Sendungen mit unterschiedlichen Bestimmungsorten, unterschiedlichen Inhalten und unterschiedlichen Temperaturanforderungen im regulären Frachtprozess verwechselt werden konnten. Kühltransporte mit medizinischem Material unterliegen üblicherweise gesonderten Kontroll- und Dokumentationspflichten.
Bestimmung der menschlichen Überreste
Die menschlichen Überreste waren nach Angaben der Polizei für medizinische Untersuchungen und Forschungszwecke bestimmt. Solche Sendungen werden unter anderem von anatomischen Instituten, forschenden Kliniken oder spezialisierten Labors angefordert und über spezielle Spediteure befördert. Der Empfänger in Deutschland ist ein Forschungslabor, an das die Pakete nach der Zwischenstation in Oberösterreich weitergeleitet wurden.
Für die betroffene Mitarbeiterin hat FACC unmittelbar nach dem Vorfall Maßnahmen eingeleitet. Neben der medizinischen Abklärung, ob ein Kontakt mit den Überresten ein gesundheitliches Risiko dargestellt hätte, wurde ihr psychologische Betreuung angeboten. Auch Kolleginnen und Kollegen, die am Standort in St. Martin im Innkreis mit der Sendung befasst waren, wurden über mögliche Unterstützungsangebote informiert.
Offene Fragen zur Frachtsicherheit
Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit von Luftfrachtsendungen auf. In der Branche gelten Sendungen mit definierten Temperaturfenstern, oft gekennzeichnet durch besondere Etiketten und Barcodes, grundsätzlich als besonders kontrollpflichtig. Eine Verwechslung mit einer regulären Industrielieferung wäre nach den üblichen Standards ein gravierender Prozessfehler. Die laufenden internen Untersuchungen am Flughafen München sollen klären, an welcher Stelle im Frachtprozess die Sendungen vertauscht wurden.
Für FACC ist der Vorfall vor allem ein logistisches und personelles Thema. Die eigentliche Lieferung, auf die das Unternehmen gewartet hatte, ist nach wie vor nicht bei dem Flugzeughersteller angekommen. Damit fehlen dem Unternehmen Bauteile, die für die laufende Produktion vorgesehen waren. Wie groß die Auswirkungen auf den Produktionsablauf sind, ließ das Unternehmen zunächst offen.
Der Fall verdeutlicht zugleich, wie belastend solche Zwischenfälle für einzelne Beschäftigte sein können. Eine Paketöffnung, die für eine Mitarbeiterin in der Logistik normalerweise ein routinemäßiger Arbeitsschritt ist, kann sich innerhalb weniger Sekunden zu einem belastenden Erlebnis wandeln. FACC verwies in seiner Stellungnahme gegenüber dem ORF auf die besondere Situation der 30-jährigen Mitarbeiterin und die eingerichtete Unterstützung.
Fragen & Antworten
Was genau hat die FACC-Mitarbeiterin in St. Martin im Innkreis gefunden?
Die 30-jährige Mitarbeiterin öffnete am Montagnachmittag eine Lieferung vom Flughafen München und entdeckte statt technischer Bauteile acht Kühlboxen mit menschlichen Überresten, darunter acht Torsos, die eigentlich für ein Forschungslabor in Deutschland bestimmt waren.
Wie kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu der Verwechslung?
Nach Angaben der Polizei kam es offenbar am Flughafen München zu einer folgenschweren Verwechslung: Eine aus den USA eingetroffene Luftfrachtsendung mit den menschlichen Überresten wurde vermutlich mit einer Lieferung vertauscht, die ursprünglich für FACC bestimmt war.
Hat die Polizei ein Verbrechen hinter dem Vorfall festgestellt?
Nein. Die Ermittlungen ergaben rasch, dass kein Verbrechen hinter dem Vorfall steckt; strafrechtlich sei die Angelegenheit unbedenklich, teilte die Polizei mit.