Banken verschärfen Kreditvergabe im Euroraum Im ersten Quartal 2026 haben Banken im Euroraum die Vergabe von Krediten in allen Kategorien deutlich verschärft, wie aus einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.

Gründe für die Verschärfung

Die Banken führen die strengeren Kreditvergaberichtlinien vor allem auf gestiegene Energiepreise und höhere Refinanzierungskosten zurück. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten "Bank Lending Survey" (BLS) der EZB hervor, an dem 161 Finanzinstitute teilnahmen. Die Ergebnisse dienen den Währungshütern als wichtige Orientierungshilfe für ihre Geldpolitik.

Besonders bei Firmenkrediten war die Verschärfung der Kreditvergabe laut der Umfrage am deutlichsten spürbar. Es handelt sich um die stärkste Straffung seit dem dritten Quartal 2023. "Einige Banken berichteten über zusätzliche Verschärfungen im Zusammenhang mit Engagements bei energieintensiven Firmen und im Nahen Osten", hieß es in dem Bericht weiter.

Auswirkungen auf die Geldpolitik

Trotz der verschärften Kreditvergabe wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag die Zinsen unverändert bei 2,0 Prozent belässt. Fachleute sehen darin eine abwartende Haltung der Zentralbank, die sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten für Stabilität entscheidet.

Die Umfrageergebnisse unterstreichen die Herausforderungen, vor denen Banken und Unternehmen im Euroraum stehen. Die gestiegenen Energiekosten und die unsichere geopolitische Lage, insbesondere im Nahen Osten, haben die Risikobereitschaft der Finanzinstitute spürbar reduziert.