EU verhängt Sanktionen gegen russische Akteure wegen Cyberangriffen und Sabotage
Brüssel, 14. Juli 2026
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Kurzfassung
Die EU hat neue Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen verhängt, die für Cyberangriffe und Sabotageakte im Auftrag Russlands verantwortlich gemacht werden. Betroffen sind unter anderem das FSB-Sondereinheit 16. Zentrum und die Firmen AST und NPP Gamma; Großbritannien zog mit parallelen Strafmaßnahmen nach.
Die Europäische Union hat am Montag Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen verhängt, die sie für eine seit Jahren laufende Welle von Cyberangriffen und Sabotageakten gegen EU-Mitgliedstaaten verantwortlich macht.
Im Zentrum der Vorwürfe steht das sogenannte 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. „Diese Einheit soll laut dem Rat zahlreiche bekannte Cybergruppen wie Turla steuern", heißt es in der Erklärung. Die EU wirft Moskau vor, „ein komplexes Netzwerk aus staatlichen und privaten Akteuren für verheerende Cyberoperationen" zu nutzen.
Wer steht im Zentrum der Vorwürfe?
Verbreitet wurde die Erklärung von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas im Namen der Mitgliedstaaten. „Laut einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und der Mitgliedstaaten reicht dieses System von Geheimdiensten über Cyberkriminelle und Hacktivisten bis hin zu Unternehmen." Damit, so die Erklärung, sollen jene zur Rechenschaft gezogen werden, „die Verantwortlichen für weltweite Sabotage- und Spionagekampagnen zur Rechenschaft zu ziehen, die teils bis 2010 zurückreichen".
Die neuen Maßnahmen umfassen Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten. „Die neuen Maßnahmen umfassen Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten." Grundlage ist das EU-Regime für Cybersanktionen, das 2020 erstmals gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU eingesetzt wurde – als Reaktion auf NotPetya und den Cyberangriff auf den Bundestag.
Ausmaß der Angriffe in Europa
Betroffen sind nach EU-Angaben Deutschland, Frankreich, Polen, Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland. „Zu den betroffenen Staaten zählen Deutschland, Frankreich, Polen, Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland." „Hierzulande richteten sich die Angriffe vor allem gegen staatliche Einrichtungen", erklärte die Bundesregierung mit Blick auf Deutschland. Konkrete Beispiele nannte das Auswärtige Amt nicht und verwies darauf, dass die Zuordnung auf Erkenntnissen der Nachrichtendienste beruht.
In Polen soll die FSB-Einheit Sabotageakte gegen Heizkraftwerke und Schienennetze verübt haben. Demnach zielten die Operationen auf kritische Infrastruktur wie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. In Frankreich infiltrierte die Turla-Gruppe bereits 2018 die französische Botschaft in Moskau und kompromittierte 2017 unklassifizierte E-Mail-Systeme des Verteidigungsministeriums; 2025 führte sie Industriespionage gegen ein Hightech-Unternehmen durch.
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot kündigte an, den russischen Botschafter einzubestellen. „Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot kündigte an, den russischen Botschafter einzubestellen." Auch das Auswärtige Amt in Berlin bestellte den russischen Botschafter ein. Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine seien inakzeptabel.
Betroffene Unternehmen und Privatakteure
Auf der Sanktionsliste stehen neben FSB-Offizieren auch die russischen Technologieunternehmen Advanced System Technology (AST) und NPP Gamma. „So dürfen Advanced System Technology (AST) und NPP Gamma künftig keine Geschäfte mehr in EU-Eigentum tätigen." „AST war bereits 2021 von den USA sanktioniert worden." Zudem werden Cyberkriminelle, Hacker und Privatfirmen ins Visier genommen, die Russlands Bemühungen um Destabilisierung unterstützen.
Die EU kündigte an, die internationale Zusammenarbeit auszubauen, „plant die EU die internationale Zusammenarbeit auszubauen – vor allem mit der NATO". Zugleich appelliert sie an alle Staaten inklusive Russland, den UN-Rahmen für verantwortungsvolles staatliches Handeln im Cyberraum einzuhalten und das Völkerrecht zu respektieren.
Abstimmung mit Großbritannien und der NATO
Großbritannien verhängte parallel Sanktionen gegen 24 mit russischen Geheimdiensten verbundene Personen und Organisationen. „die EU verweist auf die enge Abstimmung mit Großbritannien, das parallel ebenfalls Sanktionen gegen 24 mit russischen Geheimdiensten verbundene Personen und Organisationen verhängte." Bereits zuvor war die Sanktionsliste unter anderem wegen Angriffen auf Estland sowie russischer Sabotage- und Desinformationskampagnen erweitert worden.
Zur Verschleierung sollen die Angreifer Infrastruktur in Drittstaaten wie dem Iran genutzt haben. „Zur Verschleierung sollen die Angreifer Infrastruktur in Drittstaaten wie dem Iran genutzt haben." Die EU spricht in diesem Zusammenhang von einem „Cyber-Ökosystem" aus staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren, das der FSB für seine Operationen einsetzt.
Insgesamt zeichnet die EU das Bild einer koordinierten, jahrelangen Kampagne. Dem FSB wird vorgeworfen, seit Jahren bösartige Cyberangriffe zu führen, „Ziele seien die EU, ihre Mitgliedstaaten sowie internationale Partner, insbesondere die Ukraine." Mit den neuen Sanktionen will die EU nach eigenem Bekunden ein klares Zeichen setzen, ohne dass die diplomatischen Kanäle zu Moskau – einschließlich der Einbestellung der Botschafter – geschlossen werden.
Fragen & Antworten
Gegen wen richten sich die neuen EU-Sanktionen?
Die Sanktionen betreffen neun Personen und vier Organisationen, darunter das 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, die Cybergruppe Turla sowie die Technologieunternehmen Advanced System Technology (AST) und NPP Gamma.
Welche Länder waren von den Cyberangriffen betroffen?
Nach Angaben der EU zählen zu den betroffenen Staaten Deutschland, Frankreich, Polen, Zypern, die Niederlande, Österreich, die Slowakei, Rumänien und Finnland, zudem die Ukraine als internationaler Partner.
Welche konkreten Maßnahmen sehen die Sanktionen vor?
Die EU verhängt Einreiseverbote und das Einfrieren von Vermögenswerten gegen die benannten Personen und Organisationen und schließt die genannten russischen Firmen von Geschäften in der EU aus.
EU-Sanktionen gegen Russland: FSB-Cyberangriffe auf neun | nachrichten360