EU-Umfrage: Junge Menschen schätzen Social Media positiver ein als Eltern
Brüssel, 17 Juni 2026
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Kurzfassung
Eine von der EU-Kommission beauftragte Umfrage zeigt: 48 Prozent der 13- bis 18-Jährigen in der EU vermuten positive Effekte sozialer Netzwerke auf die eigene psychische Gesundheit. Unter Eltern liegt dieser Anteil nur bei rund 21 Prozent, während 36 Prozent von negativen Auswirkungen ausgehen.
Brüssel, 17 Juni 2026
Eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass 48 Prozent der befragten 13- bis 18-Jährigen in der EU positive Effekte sozialer Netzwerke auf die eigene psychische Gesundheit vermuten, während Eltern den Einfluss deutlich kritischer sehen.
Wahrnehmungsunterschied zwischen Jugendlichen und Eltern
Wie aus einer von der EU-Kommission beauftragten Umfrage hervorgeht, sieht fast die Hälfte der Jugendlichen die eigenen Social-Media-Gewohnheiten positiv. "Knapp die Hälfte (48 Prozent) der befragten 13- bis 18-Jährigen vermutet einen positiven Effekt durch soziale Netzwerke", heißt es in der Auswertung. Demgegenüber gehen lediglich 18 Prozent der jungen Menschen selbst von negativen Auswirkungen durch ihre Nutzung aus, wie es in dem Bericht weiter heißt: "Während die jungen Menschen zu 18 Prozent von negativen Auswirkungen durch ihre Social-Media-Nutzung ausgehen".
Die befragten Eltern zeichnen ein anderes Bild. Bei ihnen liegt der Anteil derer, die einen positiven Effekt annehmen, nur bei rund 21 Prozent, wie es in dem Bericht heißt: "Bei den befragten Eltern liegt der Anteil nur bei etwa 21 Prozent." Gleichzeitig vermuten etwa 36 Prozent der Eltern solche negativen Effekte: "vermuten etwa 36 Prozent der Eltern solche Effekte". Eine zusätzliche Gruppe von rund 42 Prozent der Eltern sieht weder positive noch negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder: "bei den Eltern sind es sogar rund 42 Prozent".
Bildschirmzeit: Eltern unterschätzen den Konsum
Auch beim Thema Bildschirmzeit klaffen die Wahrnehmungen auseinander. "Im Schnitt verbringen die Jugendlichen demnach 4,5 Stunden an einem Schultag und 6,1 Stunden an Samstagen oder Sonntagen vor Handys, Tablets oder dem Fernseher", so die Befragung. Die jungen Menschen geben damit rund eine Stunde mehr Konsum an, als ihre Eltern vermuten: "Sie geben damit also jeweils rund eine Stunde mehr Konsum an, als ihre Eltern vermuten." Der Bericht hält dazu fest: "Gleichzeitig unterschätzen Eltern, wie viel Bildschirmzeit ihre Kinder nach eigenen Angaben haben".
Bei der Frage, welche Wirkung TikTok, Instagram oder Snapchat auf die psychische Gesundheit haben, zeigt sich ein weiterer Befund: "Etwa ein Drittel der Jugendlichen denkt zudem, dass die Nutzung von Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat ihre mentale Gesundheit weder positiv noch negativ prägt". Auch ein Teil der Eltern sieht demnach keinen klaren Effekt in die eine oder andere Richtung.
Vorsicht bei der Interpretation der Daten
Die Autorinnen und Autoren der Studie weisen allerdings ausdrücklich auf die Grenzen der Aussagekraft hin. "Zwar kann die Befragung laut den Ergebnissen eine Verbindung zwischen der Bildschirmzeit und abgefragten Auswirkungen wie Kopfschmerzen, Einschlaf- oder Konzentrationsproblem bei den Kindern aufzeigen", heißt es im Bericht. Zugleich schränken sie ein: "Aber im Bericht heißt es, die Resultate sollten nicht als Beweis für einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen der Bildschirmzeit und den Angaben zur mentalen Gesundheit interpretiert werden." Eine mögliche andere Lesart der Daten wird ebenfalls benannt: "Es wäre also auch möglich, dass Jugendliche, denen es bereits schlechter geht, soziale Medien oder Videospiele intensiver nutzen."
Parallel zur Veröffentlichung der Ergebnisse beendete eine von der EU-Kommission eingesetzte Expertengruppe zu dem Thema ihr letztes Treffen. Die Fachleute sollen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch hinsichtlich der Frage beraten, ob ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sinnvoll wäre. "Am 13. Juli sollen sie laut Mitteilung der Brüsseler Behörde nun ihre Empfehlungen abgeben." Damit fällt der Abschluss des Expertengremiums zeitlich mitten in die laufende politische Debatte über strengere Regeln für Minderjährige in sozialen Netzwerken.
Expertengremium berät die EU-Kommissionspräsidentin
Auf nationaler Ebene ist Österreich in dieser Frage bereits konkreter geworden. "In Österreich ist ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren geplant." Die Politik arbeitet demnach derzeit an einem Gesetzesentwurf, der anschließend mit der EU abgestimmt werden muss: "Die Politik arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf, der anschließend mit der EU abgestimmt werden muss." Zugleich ist offen, wie ein solches Verbot technisch umgesetzt werden könnte: "Der genaue Zeitplan ist noch unklar, ebenfalls welche Plattformen genau von dem Verbot betroffen sein werden."
Vorstöße in Österreich und die Rolle der EU-Kommission
Für die anderen EU-Staaten, darunter Deutschland, sind die Hürden besonders hoch. "Diesen Regeln vorzuschreiben und sie durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission. Deutschland und andere Mitgliedsländer dürfen den großen Plattformen allein also gar keine zusätzlichen Pflichten, etwa zur Alterskontrolle, auferlegen." Damit liegt die Hoheit über mögliche Alterskontrollen oder Verbotsregelungen ausschließlich bei der EU-Ebene.
Die Brüsseler Behörde hatte die Umfrage zu Nutzung und wahrgenommener Wirkung sozialer Medien auf die psychische Gesundheit junger Menschen in Auftrag gegeben. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, ist sie Teil eines größeren Vorhabens, in dessen Rahmen die Expertengruppe ihre Empfehlungen an die Kommissionspräsidentin ausarbeiten soll. Ein Zeitplan für mögliche legislative Schritte auf EU-Ebene wurde mit der Veröffentlichung der Umfrage noch nicht vorgelegt.
Ausblick auf die politische Debatte
Insgesamt zeichnet die Erhebung das Bild einer Generation, die den eigenen Umgang mit sozialen Medien überwiegend gelassen bis positiv bewertet, während Eltern deutlich häufiger Vorbehalte äußern. Ob aus dieser Diskrepanz politische Konsequenzen erwachsen, dürfte maßgeblich von den Empfehlungen der Expertinnen und Experten am 13. Juli abhängen.
Fragen & Antworten
Was hat die EU-Umfrage zu Social Media und Jugendlichen ergeben?
48 Prozent der befragten 13- bis 18-Jährigen in der EU vermuten einen positiven Effekt sozialer Netzwerke auf ihre psychische Gesundheit, während nur 18 Prozent negative Auswirkungen annehmen. Unter Eltern sehen hingegen nur 21 Prozent positive Effekte und 36 Prozent negative.
Welche Aufgabe hat die Expertinnengruppe der EU-Kommission?
Die von der EU-Kommission eingesetzte Expertinnengruppe soll EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter anderem dazu beraten, ob ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sinnvoll wäre. Ihre Empfehlungen will sie am 13. Juli vorlegen.
Welche Rolle spielt Österreich in der Debatte um ein Social-Media-Verbot?
In Österreich ist ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren geplant; die Politik arbeitet derzeit an einem Gesetzesentwurf, der anschließend mit der EU abgestimmt werden muss. Der genaue Zeitplan und die betroffenen Plattformen sind allerdings noch unklar.
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