EU-Automarkt wächst im Mai – Elektroautos als Treiber, chinesische Hersteller legen kräftig zu
Brüssel, 23 Juni 2026
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Kurzfassung
Im Mai 2026 stiegen die Neuzulassungen in der EU um 3,2 Prozent auf 955.013 Fahrzeuge, wobei Elektro- und Hybridautos den Markt weiter antrieben. Chinesische Hersteller wie BYD, Chery und Leapmotor verzeichneten teils Verkaufszuwächse auf das Mehrfache des Vorjahres, während Volkswagen und Stellantis Marktanteile verloren.
Brüssel, 23 Juni 2026
Im Mai 2026 sind die Neuzulassungen in der Europäischen Union um 3,2 Prozent auf 955.013 Fahrzeuge gestiegen, wofür der Branchenverband ACEA vor allem Elektro- und Hybridautos verantwortlich macht.
Markt im Mai 2026
Der europäische Automarkt hat im Mai 2026 erneut zugelegt. Nach Angaben des Branchenverbandes ACEA wurden insgesamt 955.013 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Insgesamt wurden im Mai 3,2 Prozent mehr Autos neu zugelassen“, teilte der Verband heute mit. Über die ersten fünf Monate des Jahres summieren sich die Neuzulassungen in der EU auf rund 4,75 Millionen Fahrzeuge, was einem Wachstum von 4 Prozent entspricht.
Elektroautos als Wachstumsmotor
Hauptwachstumstreiber waren einmal mehr die elektrifizierten Antriebe. „Elektro- und Hybridautos haben den Automarkt in der EU im Mai weiter angetrieben“, heißt es in der Mitteilung. Die Zahl der neu zugelassenen reinen Elektroautos (BEV) kletterte im Mai um rund 43 Prozent auf 203.417 Einheiten. „Das seien 42,9 Prozent mehr als vor Jahresfrist“, so der ACEA. Insgesamt seien im Mai gut 200.000 dieser Fahrzeuge erstmals zugelassen worden. Der Anteil reiner Batterieelektroautos am EU-Markt stieg in den ersten fünf Monaten von 15,3 auf 20 Prozent. „Jeder fünfte Neuwagen in der Europäischen Union ist nach Angaben des Branchenverbandes ACEA inzwischen ein Elektroauto.“
Für den kräftigen E-Auto-Schub sieht der Verband mehrere Ursachen. „Der ACEA führte das auf staatliche Kaufprogramme zurück“, erklärten die Branchenexperten. „Zusätzlich dürften aber auch die hohen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs eine Rolle spielen.“ Auch in Deutschland, wo das Kraftfahrt-Bundesamt bereits jeden vierten neu zugelassenen Pkw im Mai als reines Elektrofahrzeug registrierte, sorgten demnach Kaufanreize und teurer werdender Sprit für steigende BEV-Zahlen.
Hybrid weiterhin führend, Diesel im Sinkflug
Hinter den Elektroautos bleiben Hybridfahrzeuge allerdings die meistverkaufte Antriebsform. „Die beliebteste Antriebsart sind weiterhin Hybride mit einem Marktanteil von 37,8 Prozent“, so der ACEA. Der Verband verweist darauf, dass Hybride auch deshalb stärker nachgefragt werden, weil das Angebot an Neufahrzeugen ohne Hybridisierung seit Jahren schrumpfe. Reine Dieselautos verloren weiter an Boden: Im Mai wurden in der EU nur noch 69.482 Selbstzünder neu zugelassen, ein Rückgang um rund ein Fünftel gegenüber dem Vorjahresmonat.
Chinesische Hersteller auf der Überholspur
Bei den Herstellern zeichnet sich ein tiefgreifender Umbruch ab. „Bei den Herstellern verzeichnen vor allem chinesische Anbieter wie BYD, SAIC, Chery oder Leapmotor kräftige Zuwächse“, teilte der ACEA mit. BYD, dessen EU-Marktanteil sich in den ersten fünf Monaten gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelte, sowie SAIC mit der Marke MG (jeweils 2,1 Prozent Marktanteil) zählen zu den Gewinnern. Geely, das Volvo und Polestar gehört, erreichte bis zu 2,6 Prozent. „Sie konnten in den ersten fünf Monaten ihre Verkäufe zum Teil auf das mehr als Sechsfache steigern“, berichtete der Verband. Tesla erholte sich nach seinem Vorjahrestief und kam von Januar bis Mai auf einen EU-Marktanteil von 1,9 Prozent.
Europäische Hersteller unter Druck
Die etablierten europäischen Hersteller gerieten dabei zunehmend unter Druck. Volkswagen blieb zwar klarer Marktführer, musste aber einen Absatzrückgang von 3,6 Prozent auf 254.011 Fahrzeuge hinnehmen. „Von den großen europäischen Herstellern konnte Volkswagen zwar seinen Absatz steigern, das Plus von 1,5 Prozent reichte aber nicht, um den Marktanteil zu halten“, schrieb die Austria Presse Agentur unter Berufung auf ACEA-Daten. Stellantis, dessen Gruppe unter anderem Fiat, Peugeot und Opel umfasst, lag mit einem Minus von 2,6 Prozent auf Rang zwei. Renault, auf Platz drei, verlor 1,3 Prozent.
Auch asiatische Wettbewerber außerhalb Chinas gerieten ins Hintertreffen. „Renault, Toyota und Hyundai verloren Marktanteile“, berichtete der ACEA. Toyota und Hyundai büßten ebenfalls Verkaufsvolumen ein. Stellantis konnte als Konzern seine Verkäufe immerhin um 5,7 Prozent steigern – „Die Opel-Mutter Stellantis legte 5,7 Prozent zu“, wie die APA notierte. Die BMW Group verzeichnete nach den vorliegenden Daten ein Plus von 3,7 Prozent.
Das Wachstum fiel dabei nicht in allen großen EU-Märkten gleich aus. „Während Deutschland, Spanien und Italien ein Wachstum aufwiesen“, registrierten die Statistiker Zuwächse. In Deutschland blieb das Plus allerdings mit 0,1 Prozent marginal. Rückläufig war die Entwicklung hingegen anderswo: „Wurden in Belgien, den Niederlanden, Schweden und Frankreich weniger Autos verkauft als vor Jahresfrist“, erklärte der ACEA.
Markt im Umbruch
Dass die chinesischen Hersteller ihre Produktion in den europäischen Markt umlenken, hat auch mit der Entwicklung in ihrer Heimat zu tun. In China brachen die Pkw-Verkäufe im Mai um 22 Prozent ein. Die chinesische Branchenvereinigung CPCA korrigierte ihre Jahresprognose für den heimischen Automarkt 2026 drastisch nach unten und erwartet nun ein Minus von elf Prozent. Damit verschärft sich der Wettbewerbsdruck auf die europäischen Hersteller, die zugleich mit einer beschleunigten Elektrifizierung konfrontiert sind.
Die Daten, die der ACEA am Dienstag veröffentlichte, wurden am 23. Juni 2026 über die Austria Presse Agentur verbreitet. Demnach zeichnet sich für das Gesamtjahr 2026 ein weiterhin wachsendes, aber im Wettbewerb stark in Bewegung geratenes Marktbild ab: Elektroautos als neuer Standard, chinesische Marken im Höhenflug, klassische Hersteller unter Konsolidierungsdruck und einzelne europäische Schlüsselmärkte mit stagnierender oder rückläufiger Nachfrage.
Fragen & Antworten
Welche Rolle spielen Elektroautos für das Wachstum des EU-Automarkts im Mai 2026?
Reine Elektroautos (BEV) legten laut ACEA im Mai um 42,9 Prozent auf 203.417 Neuzulassungen zu; ihr Marktanteil stieg in den ersten fünf Monaten von 15,3 auf 20 Prozent.
Welche Hersteller konnten im EU-Automarkt im Mai 2026 deutlich zulegen?
Vor allem chinesische Anbieter wie BYD, SAIC (MG), Chery und Leapmotor steigerten ihre Verkäufe teils auf das Mehrfache des Vorjahres; auch die BMW Group wuchs um 3,7 Prozent.
Warum verloren Volkswagen und Stellantis trotz insgesamt wachsendem Markt an Boden?
Volkswagen steigerte seinen Absatz nur um 1,5 Prozent, was nicht reichte, um den Marktanteil zu halten; Stellantis (mit Fiat, Peugeot, Opel) verlor insgesamt 2,6 Prozent und büßte damit den zweiten Rang an die wachsende Konkurrenz ein.
EU-Automarkt Mai 2026: E-Autos treiben Wachstum | nachrichten360