Seit April ermittelt eine österreichische Staatsanwaltschaft gegen einen Staatsbürger, der während des Bosnienkrieges in Sarajevo als Scharfschütze auf Zivilisten geschossen haben soll.

Die Ermittlungen, die sich mittlerweile auf internationaler Ebene ausdehnen, betreffen Vorwürfe gegen sogenannte "Wochenend-Scharfschützen". Diese sollen während der Belagerung von Sarajevo zwischen 1992 und 1995 gezielt für das Töten unbewaffneter Zivilisten bezahlt worden sein.

Laut Ermittlerkreisen handelt es sich bei dem Hauptverdächtigen um einen rund 60-jährigen Niederösterreicher. Er soll zwischen 1992 und 1996 mehrfach in die belagerte bosnische Hauptstadt gereist sein, um dort als Scharfschütze zu agieren.

Die zeitliche Distanz von rund 30 Jahren erschwert die Ermittlungen erheblich. Dennoch werden die Vorwürfe als schwerste Kriegsverbrechen eingestuft, denen nachgegangen werden muss.