Englands Doppelpack: Kane schießt die Three Lions ins Viertelfinale
Atlanta, 01 Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
England hat im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika die Demokratische Republik Kongo mit 2:1 bezwungen und steht damit im Viertelfinale gegen Mexiko. Kapitän Harry Kane, Stürmer des FC Bayern München, drehte die Partie mit einem Doppelpack in der 75. und 86. Minute.
Atlanta, 01 Juli 2026
Im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika hat England die Demokratische Republik Kongo mit 2:1 (0:1) besiegt und ist damit ins Viertelfinale gegen den Co-Gastgeber Mexiko eingezogen, wobei Kapitän Harry Kane die Partie mit zwei Toren in der Schlussphase drehte.
Früher Rückstand und zähe erste Hälfte
Vor 68.239 Zuschauerinnen und Zuschauern im Atlanta Stadium entwickelte sich am Mittwochabend eine Partie, die den englischen Mit-Favoriten über weite Strecken alles abverlangte. Schiedsrichter Adham Makhadmeh aus Jordanien pfiff die Begegnung der Runde der letzten 16 an, und bereits in der 7. Minute geriet die Mannschaft von Thomas Tuchel, dem schwäbischen Coach der Three Lions, in Rückstand.
Brian Cipenga, 28-jähriger Flügelstürmer aus der zweiten spanischen Liga, nutzte einen langen Ball, verarbeitete ihn und schloss aus linker Position mit einem flachen Schuss ins kurze Eck zum 1:0 für die DR Kongo ab. Es war sein erstes Tor im Trikot der Nationalmannschaft, die von Kapitän Chancel Mbemba angeführt wird. Für Englands Torhüter Jordan Pickford, der bereits im Vorfeld mit dieser Hereingabe zu kämpfen hatte, wäre die Abwehr des Schusses wohl möglich gewesen.
Torchancen und Pfosten des Außenseiters
Die Engländer, die im bisherigen Turnierverlauf im Gruppenabschnitt einen 4:2-Erfolg gegen Kroatien gefeiert hatten, anschließend aber nicht über ein 0:0 gegen Ghana hinausgekommen waren und das letzte Gruppenspiel gegen Panama 2:0 gewonnen hatten, taten sich gegen eine kompakte kongolesische Defensive lange Zeit schwer. England brauchte etwa eine halbe Stunde, um den ersten Torschuss überhaupt abzugeben, und die Leopards, die als eine der besten Gruppendritten in die K.o.-Runde eingezogen waren, hielten den Vorsprung mit großem Einsatz.
In der 28. Minute lenkte ein Freistoß von Declan Rice, der nach Verletzungspause in die Startelf zurückgekehrt war, über das Knie von Ezri Konsa knapp am Tor vorbei. Kurz darauf köpfte Jude Bellingham nach einer Flanke von Rice, doch Lionel Mpasi-Nzau, der 26-jährige Schlussmann vom französischen Erstligisten Le Havre, parierte stark. Bellingham und Kane hatten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2 und 45.+6) weitere Kopfballchancen, die ebenfalls vom kongolesischen Keeper entschärft wurden.
Konterchancen und strittige Elfmeter-Szenen
Die DR Kongo, die sich über die Playoff-Spiele gegen Jamaika – mit einem 1:0, bei dem Cipenga den entscheidenden Treffer von Axel Tuanzebe vorbereitete – erstmals seit 52 Jahren wieder für eine WM-Endrunde qualifiziert hatte, blieb auch in der Folge gefährlich. In der 35. Minute rettete der Ex-Manchester-United-Verteidiger Aaron Wan-Bissaka, der in dieser Partie auf der rechten Abwehrseite spielte, einen Schuss von Marcus Rashford nach einem Solo von Noni Madueke von der Linie. In der 42. Minute köpfte Yoane Wissa, Stürmer von Newcastle United, aus rund drei Metern nur den Pfosten. Wenig später forderte Kane nach einem Kontakt mit Mpasi im Strafraum einen Elfmeter, den Makhadmeh jedoch nicht gab – weder direkt noch nach Videobeweis.
Die zweite Hälfte begann mit englischen Chancen: In der 51. und 52. Minute traf Rashford erst das Außennetz, dann köpfte Bellingham erneut knapp vorbei. In der 53. Minute lenkte Mpasi einen abgefälschten Ball von Bellingham aus dem kurzen Eck. Tuchel, der im Vergleich zum Panama-Spiel drei Änderungen in der Startelf vorgenommen und unter anderem Rice, Djed Spence und Madueke zurückgebracht hatte, brachte in der 60. Minute Bukayo Saka und Anthony Gordon für Madueke und Rashford, in der 70. Minute kam zudem Eberechi Eze. Vor allem Gordon sollte sich als entscheidender Impuls erweisen.
Gordon als Vorlagengeber für Kanes Doppelpack
In der 75. Minute flankte der eingewechselte Gordon von der Seite, und Kane, der nach Flanken und Zuspielen wiederholt im Strafraum gesucht worden war, köpfte den Ball ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich. Es war der fünfte Turniertreffer des Kapitäns und sein insgesamt elftes WM-Tor, womit er zum alleinigen englischen Rekordtorschützen bei Weltmeisterschaften avancierte. ORF-Experte Herbert Prohaska analysierte in der Halbzeitpause: „Die Engländer hätten sich längst den Ausgleich verdient, doch ein großartiger Tormann lässt sie verzweifeln."
Die Entscheidung fiel in der 86. Minute: Wieder kam der Ball von Gordon, Kane nahm ihn mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich und schloss mit dem rechten Fuß präzise ins kurze obere Eck ab. Es war sein 13. WM-Tor insgesamt und sein fünfter Treffer bei diesem Turnier in Nordamerika. Für die kongolesische Mannschaft, deren Trainer Sébastien Desabre vor knapp einem Jahr überraschend Cipenga in den Nationalkader berufen hatte, war die Niederlage trotz der 1:0-Führung über weite Strecken dennoch kein Misserfolg: „England im WM-Achtelfinale nach engem 2:1-Sieg über Kongo" und „Am Ende war Kapitän Kane einmal mehr der Matchwinner."
Reaktionen von Shearer, Klopp und Prohaska
Die Partie stand auch im Zeichen strittiger Szenen: VAR überprüfte insgesamt drei mögliche Strafstöße im Spiel – gegen Madueke, gegen Tuanzebes Kollegen und nach Kanes Kontakt mit Mpasi – und stützte jeweils die Entscheidung des Schiedsrichters, keinen Elfmeter zu geben. „Für mich ist das ein Elfmeter", sagte der frühere englische Stürmer Alan Shearer über die Szene um Kane. Jürgen Klopp, der die Partie als TV-Experte für MagentaTV analysierte, sagte: „Kontakt ist auf jeden Fall da, das steht völlig außer Frage. Der Schiri hat angezeigt, er wäre gesprungen, das kann ich auch aus der Schiedsrichterperspektive nachvollziehen." Klopp, der ehemalige Liverpool-Trainer, gehört zum Expertenteam des Senders.
England trifft nun in der Runde der letzten acht am frühen Montagmorgen (02:00 Uhr MESZ) im Mexiko-City-Stadion auf den Co-Gastgeber Mexiko, der seine vier bisherigen WM-Partien sämtlich gewonnen und noch keinen Gegentreffer kassiert hat. „In der Nacht auf Sonntag (2 Uhr MESZ) kommt es in Mexiko City zum Duell zwischen den „Three Lions" und dem bisher überragenden Co-Gastgeber Mexiko", heißt es im Programmhinweis. Eine ORF-Umfrage hatte im Vorfeld 82 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer einen englischen Sieg prognostizieren lassen.
Ausblick: Viertelfinale gegen Mexiko
England qualifizierte sich mit dem Sieg für das Viertelfinale – in einem Turnier, in dem bereits die deutsche Mannschaft und die Niederlande in vorherigen Runden ausgeschieden sind. Die Three Lions spielen damit erstmals seit langem wieder unter den letzten acht Mannschaften einer Weltmeisterschaft. Für Kane, dessen Vertrag beim FC Bayern München bis zum 30. Juni 2027 läuft und dessen Marktwert auf 60 Millionen Euro taxiert wird, war es ein weiterer Meilenstein einer bemerkenswerten Turnierleistung.
Fragen & Antworten
Wie hat England das Achtelfinale gegen die DR Kongo gedreht?
Nach einem 0:1-Rückstand durch Brian Cipenga in der 7. Minute glich Harry Kane in der 75. Minute per Kopf nach Flanke von Anthony Gordon aus und erzielte in der 86. Minute den 2:1-Siegtreffer mit einem Drehschuss ins kurze obere Eck, ebenfalls nach Vorlage von Gordon.
Wer steht im Viertelfinale als Gegner Englands fest?
England trifft im Viertelfinale auf den Co-Gastgeber Mexiko, das Spiel findet am frühen Montagmorgen (02:00 Uhr MESZ) im Mexiko-City-Stadion statt.
Welche Rekordmarke hat Harry Kane mit seinen beiden Toren erreicht?
Mit dem Führungstreffer in der 86. Minute erzielte Kane sein 13. WM-Tor insgesamt und seinen fünften Treffer bei dieser Weltmeisterschaft in Nordamerika; bereits zuvor war er mit dem Ausgleich zum alleinigen englischen Rekordtorschützen bei Weltmeisterschaften (elf Tore) geworden.
WM 2026: Kane schießt England ins Viertelfinale | nachrichten360