Fünf Tage nach der Implosion eines großen Tanks mit ätzender Chemikalie in einer Verpackungsfabrik in Longview, Washington, haben die Behörden alle neun vermissten Arbeiter tot geborgen, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf elf gestiegen ist.

Das Unglück ereignete sich am Dienstag in der Anlage von Nippon Dynawave Packaging, der US-Tochter des japanischen Konzerns Nippon Paper Industries. Ein großer Tank, der etwa 3,4 Millionen Liter sogenannte Weißlauge enthielt, barst aus bislang ungeklärter Ursache. Weißlauge ist eine stark ätzende Flüssigkeit, die in der Papierherstellung verwendet wird, um Holzspäne aufzulösen und Zellstoff zu gewinnen.

Unmittelbar nach dem Vorfall wurden zwei Opfer geborgen. Neun weitere Mitarbeiter galten zunächst als vermisst. Rettungskräfte durchkämmten die ganze Woche über die Trümmer der zerstörten Anlage, um nach den Verschollenen zu suchen.

Am Samstag, dem 31. Mai 2026, bestätigten die Behörden schließlich den Tod aller neun Vermissten. „Wir haben die Leiche des neunten und letzten vermissten Angestellten geborgen“, sagte Longviews Feuerwehrchef Brad Hannig. Das teilte die Feuerwehr mit.

Chemikalie gelangte in den Columbia River

Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben Papier und Verpackungen für Flüssigkeiten her. Die genaue Ursache für die Tankimplosion ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Es handelt sich um einen der schwersten Industrieunfälle in der Region seit Jahren.

Durch das Bersten des Tanks traten große Mengen der Chemikalie aus. Tests bestätigten, dass Weißlauge in den nahegelegenen Columbia River gelangte. Umweltschützer zeigten sich besorgt über mögliche Auswirkungen auf das aquatische Ökosystem des Flusses.

Die Behörden gaben jedoch Entwarnung für die unmittelbare Umgebung. Nach ersten Messungen wurden keine negativen Auswirkungen auf die Luftqualität oder das Trinkwasser der Stadt Longview festgestellt. Die zuständigen Umweltämter beobachten die Situation weiterhin.