Der ehemalige bulgarische Präsident Rumen Radew ist offiziell zum neuen Ministerpräsidenten des Landes ernannt worden. Die Ernennung markiert einen Wendepunkt in der langjährigen politischen Krise Bulgariens, das in den vergangenen fünf Jahren acht Parlamentswahlen erlebt hat.
Politische Wende nach Jahren der Instabilität
Radew, der im April mit 44,7 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit im Parlament errang, übernimmt die Regierungsgeschäfte in einem von politischer Unsicherheit geprägten Land. Bulgarien, das ärmste Mitglied der Europäischen Union, kämpft seit Jahren mit einer blockierten Justiz, hoher Inflation und einem als oligarchisch kritisierten Wirtschaftssystem.
In seiner ersten Stellungnahme nach der Ernennung betonte Radew die Bedeutung der Wählerentscheidung: Die Bulgaren hätten mit ihrer Stimmabgabe "ihren Willen bekräftigt, stabile Institutionen zu haben sowie Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit zu verteidigen, indem sie einer einzigen politischen Kraft eine parlamentarische Mehrheit verschafft haben".

