Der ehemalige bulgarische Präsident Rumen Radew hat mit seiner Partei "Progressives Bulgarien" einen deutlichen Sieg bei den Parlamentswahlen errungen, wie Exit-Polls des Meinungsforschungsinstituts Alpha Research zeigen.

Wahlergebnisse im Überblick

Laut den Hochrechnungen von Alpha Research erreichte Radews Partei einen überwältigenden Vorsprung vor der bürgerlichen GERB-Partei des früheren Langzeit-Premiers Bojko Borissow, die mit 16,2 Prozent der Stimmen abgeschlagen auf Platz zwei folgt. Die GERB-Regierung war nach Massenprotesten im Dezember zurückgetreten.

Das liberal-konservative Reformbündnis PP-DB ("Wir setzen den Wandel fort - Demokratisches Bulgarien") landete mit 14,3 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von der EU-freundlichen Wirtschaftspartei des Oligarchen Deljan Peewski (DPS) mit 8,4 Prozent. Die prorussischen und EU-kritischen Rechtspopulisten von "Wasraschdane" (Wiedergeburt) erreichten nur noch 4,9 Prozent und fielen damit vom dritten auf den fünften Platz.

Die Mandatsverteilung im Parlament spiegelt diese Ergebnisse wider: Radews Partei würde demnach 105 Sitze erhalten, GERB 43 und das Bündnis PP-DB 38. Die Wirtschaftspartei Peewskis zieht mit 23 Abgeordneten ins Parlament ein, die Nationalpopulisten mit 14.

Politische Krise und Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung lag mit über 40 Prozent so hoch wie seit Beginn der politischen Krise vor fünf Jahren nicht mehr. Dies deutet auf eine gesteigerte politische Mobilisierung in dem südosteuropäischen Land hin, das seit Jahren von Instabilität geprägt ist.