DWD warnt vor schweren Gewittern: Hitzewende in Deutschland ab Freitag
Offenbach, 16. Juli 2026
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Kurzfassung
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer Serie schwerer Gewitter, die ab Donnerstagnachmittag über den Süden Deutschlands ziehen und am Freitag verbreitet heftigen Starkregen, Hagel und Sturmböen bringen. Zugleich endet die drückende Hitze, zum Wochenende sinken die Temperaturen deutlich.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt ab dem Donnerstagnachmittag vor schweren Gewittern in weiten Teilen Deutschlands, die am Freitag die drückende Hitze ablösen und örtlich bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter, großen Hagel und Sturmböen bringen können.
Nach Angaben des DWD erreichen die Gewitter zunächst das südliche Rheinland-Pfalz bis zum Schwarzwald. „Zuerst erreichen die Gewitter voraussichtlich das südliche Rheinland-Pfalz bis zum Schwarzwald", heißt es in der Vorhersage. Im Verlauf des Abends steige das Risiko in ganz Baden-Württemberg und bis nach Bayern. „In der zweiten Nachthälfte ziehen die Gewitter ostwärts ab", erklärten die Meteorologen.
Wetterlage: Höhentief über Mitteleuropa
Am Freitag verlagere sich das sogenannte Höhentief, das die aktuelle Wetterlage verursacht, zur Nordsee, sagte DWD-Meteorologe Fabian Chow. „Dabei kommt es jedoch verbreitet zu reger Gewitteraktivität". Im Tagesverlauf bildeten sich in vielen Landesteilen teils kräftige Gewitter. „Neben Hagel und Sturmböen liegt der Fokus dann besonders auf dem Starkregen", so Chow weiter.
Lokal eng begrenzt seien bis zu 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, ergänzte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert. „Besteht vor allem die Gefahr von großem Hagel mit Korngrößen um drei Zentimeter oder größere Hagelansammlungen". In anderen Landesteilen müsse mit rund 15 Litern pro Quadratmeter, stürmischen Böen um 70 Kilometer pro Stunde und kleinkörnigem Hagel gerechnet werden. Im Südwesten könne großer Hagel um fünf Zentimeter nicht völlig ausgeschlossen werden, teilte der DWD weiter mit.
Warnungen: Hagel, Sturm und extremer Starkregen
Mit stärkeren Gewittern erhöhe sich zudem die Gefahr von Sturmböen, einzelne Orkanböen seien laut DWD möglich. In Süddeutschland prognostiziert der Dienst schwere Sturmböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde sowie Hagelschauer mit Körnern bis zu drei Zentimetern Größe. Im Nordwesten fließe mit einer nordwestlichen Strömung bereits etwas kühlere Atlantikluft ein, wo auch die Gewittergefahr geringer sei.
Bereits am Mittwoch hatte heftiges Unwetter mit Hagel, Gewitter, Sturm und Starkregen vor allem am Bodensee und im Raum Reutlingen zahlreiche Einsätze ausgelöst. In Reutlingen führten heftiger Regen und Hagel zu volllaufenden Kellern, überfluteten Straßen und einem vorübergehenden Stromausfall bei rund 6.000 Haushalten. In Schemmerhofen im Kreis Biberach lag der Hagel mehrere Zentimeter hoch auf den Straßen. Am Bodensee waren die Feuerwehren vor allem wegen umgestürzter Bäume im Einsatz; in Kressbronn fiel ein Baum auf ein Wohnmobil auf einem Campingplatz. In Lichtenstein schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines unbewohnten Hauses und löste einen Brand aus, in Aitrach erlitt eine 43-Jährige einen leichten Stromschlag, als sie während eines Blitzes ihr ladendes Mobiltelefon in der Hand hielt.
Bilanz: Tausende Einsätze am Mittwoch
Auf der A81 bei Singen überschlug sich ein Auto mehrfach, als plötzlich starker Regen einsetzte; der Fahrer blieb unverletzt. In Niedersachsen führten heftiger Regen und Hagel zu rund 1.000 Einsätzen, Straßen und Keller wurden überflutet, Hagelkörner schlugen Löcher in Dächer, und Bäume stürzten um. In den übrigen Landesteilen verlief die Lage weniger heftig.
DWD-Meteorologe Fabian Chow erklärte, dass die Wärmebelastung besonders rund um den Oberrheingraben stark sei, im Südwesten von der Donau bis zum Niederrhein häufig über 30 Grad erreicht würden. „Kräftige Gewitter leiten zum Wochenende einen Wetterumschwung ein", sagte der Meteorologe. Am Freitag, so Chow, bringe ein Luftmassenwechsel verbreitet das Ende der Hitze – begleitet von lebhafter Gewittertätigkeit.
Im Nordwesten Deutschlands, wo die Gewittergefahr geringer ausfällt, strömt bereits kühlere Atlantikluft herein. An der Küste bleibt es bei dichten Wolken recht windig, zeitweise auch stürmisch. Aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung erreichen die Temperaturen am Freitag nur noch bis zu 30 Grad, am Sonntag liegen die Höchstwerte nur noch bei 17 bis 21 Grad. „Am Sonntag ziehen zudem einzelne Schauer und kurze Graupelgewitter durch", heißt es beim DWD.
Ausblick: Kühleres Wochenende in Sicht
„Die teils schwüle, drückende Hitze über Deutschland wird durch eine heftige Serie von Gewittern und Niederschlägen abgelöst", fasst der Wetterdienst die Entwicklung zusammen. „Die Unwetter erstrecken sich zum Teil über das Wochenende". Am Samstag und Sonntag fließe trockenere und kühlere Luft ein, die Temperaturen gingen auf 20 bis 25 Grad zurück. „Am Wochenende ist die Unwettergefahr geringer als an den Vortagen“, so die Vorhersage.
Für den Norden Deutschlands kündigte der DWD zudem frühherbstliches Wochenendwetter an. „Im Norden mutet das Wochenendwetter sogar teils frühherbstlich an“, sagte ein Meteorologe des Dienstes. „Im Norden – wo auch die Gewittergefahr geringer ist – fließt bereits mit einer nordwestlichen Strömung etwas kühlere Atlantikluft ein“, hieß es ergänzend.
Die Bevölkerung sei laut DWD gut beraten, die Warnungen aufmerksam zu verfolgen und Aufenthalte im Freien sowie Autofahrten bei einsetzendem Starkregen zu vermeiden. Der Deutsche Wetterdienst aktualisiere seine Vorhersagen im Tagesverlauf. Die Warnlage betreffe vor allem die Südhälfte sowie den Norden und Nordosten Deutschlands.
Die Wetterlage werde sich laut DWD in den kommenden Tagen weiter beruhigen. Trockenere und kühlere Luft setze sich durch, sodass ab dem Wochenende mit einer deutlichen Entspannung gerechnet werden könne.
Fragen & Antworten
Was sagt der DWD zur Gewitterlage am Donnerstag und Freitag?
Der DWD erwartet ab Donnerstagnachmittag schwere Gewitter, die zunächst das südliche Rheinland-Pfalz bis zum Schwarzwald erreichen, sich in der Nacht ostwärts verlagern und am Freitag in weiten Teilen Deutschlands heftigen Starkregen, Hagel und Sturmböen bringen können.
Welche Schäden haben die Unwetter am Mittwoch in Baden-Württemberg und Niedersachsen angerichtet?
In Reutlingen kam es zu volllaufenden Kellern, überfluteten Straßen und einem Stromausfall bei rund 6.000 Haushalten, am Bodensee rückten Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume aus; in Niedersachsen führten heftiger Regen und Hagel zu rund 1.000 Einsätzen mit überfluteten Straßen und beschädigten Dächern.
Welche Temperaturen werden zum Wochenende in Deutschland erwartet?
Laut DWD fließt trockenere und kühlere Luft ein, die Temperaturen gehen auf 20 bis 25 Grad zurück; am Sonntag liegen die Höchstwerte nur noch bei 17 bis 21 Grad, im Norden teils mit frühherbstlichem Einschlag.
DWD-Warnung: Schwere Gewitter beenden Hitze in Deutschland | nachrichten360