Die Zuckerproduktion in Österreich steht unter Druck: Seit der Schließung der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld im Frühjahr 2025 hat sich die Rübenanbaufläche im Land mehr als halbiert.

Der heimische Zuckersektor erlebt einen strukturellen Einschnitt. Wie aus den AMA-Mehrfachanträgen hervorgeht, haben Landwirtinnen und Landwirte ihre Anbauflächen für Zuckerrüben seit dem Frühjahr 2025 drastisch reduziert. Der Wegfall des Standorts Leopoldsdorf im Bezirk Gänserndorf entzieht der Lieferkette ein wichtiges Glied, denn die Fabrik war über Jahrzehnte der wichtigste Abnehmer der Rübenbauern in Niederösterreich.

Schließung in Leopoldsdorf als Wendepunkt

Die Schließung der Agrana-Zuckerfabrik Leopoldsdorf bedeutet für viele Betriebe das Ende einer langen Tradition. Übrig bleibt im Wesentlichen die Zuckerfabrik Tulln, die als verbliebener großer Verarbeiter die Versorgung sicherstellen muss. Agrana-Sprecher Markus Simak erklärte, die Konzentration auf Tulln sei eine bewusste strategische Entscheidung, um die Effizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern. Für die betroffenen Bauern in der Region Marchfeld bedeutet dies jedoch längere Transportwege und sinkende Erzeugerpreise.