Der Wiener Dompfarrer Toni Faber, bekannt für sein offenes Auftreten und seine Kritik am Zölibat, wird im kommenden Jahr mit 65 Jahren in Pension gehen.
Gespräche mit Erzbischof Grünwidl
Es war in katholischen Kreisen schon länger Gesprächsstoff: Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl führe mit dem Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, "ernste Gespräche" über dessen öffentliches Auftreten. Faber, der nächstes Jahr 65 wird, soll als Dompfarrer in Pension gehen. Das ist bei katholischen Priestern relativ ungewöhnlich, da viele – auch wegen des Priestermangels – bis weit über 70 im Amt bleiben.
Faber reagierte damit gegenüber dem Standard auf Medienspekulationen der vergangenen Tage, der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl könnte ihn vorzeitig "absetzen". Man sei mit der Leitung der Erzdiözese Wien in "guten Gesprächen", sagte Faber zum Standard.
Kontroversen und öffentliches Auftreten
Toni Faber hatte die Position des Dompfarrers seit gut 30 Jahren inne und war ein sehr aktiver Vertreter der katholischen Kirche. Er ließ auch in Gesprächen keinen Zweifel daran, dass er das vor rund 1000 Jahren in der Kirche eingeführte Zölibat – also Ehelosigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit – für überholt halte.
Seit einigen Jahren zeigte er sich mit der neuen "guten Freundin" – so seine Sprachregelung, immer offensiver in der Öffentlichkeit. Mit der Wiener Anlageberaterin erschien er auf Bällen, auch am Opernball, stellte sich bereitwillig den Fotografen und ließ so wenig Zweifel an seinem beziehungsmäßigen Status, allerdings, ohne sie jemals offen als "Lebensgefährtin" oder Partnerin zu bezeichnen.
Rein seelsorgerisch habe er rund 1500 Personen zum Eintritt beziehungsweise Wiedereintritt in die Kirche bewogen. Stephan, Anton Faber, kann sich laut eigener Aussage vorstellen, mit 65 – also kommendes Jahr – in den Ruhestand zu gehen.
