Djokovic gewinnt längstes Wimbledon-Viertelfinale der Geschichte und trifft im Halbfinale auf Sinner
London, 08. Juli 2026
Andymiah / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Novak Djokovic hat das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte gewonnen und trifft am Freitag im Halbfinale auf den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner. Der 39-jährige Serbe setzte sich nach 5:15 Stunden gegen den kanadischen Weltranglistenvierten Felix Auger-Aliassime durch.
Novak Djokovic hat nach 5:15 Stunden das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte gewonnen und trifft am Freitag im Halbfinale auf den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner.
Verlauf des historischen Viertelfinals
Der 39-jährige Serbe setzte sich am späten Mittwochabend auf dem Centre Court mit 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4) gegen den 25-jährigen Kanadier Felix Auger-Aliassime durch. Die Partie endete nur wenige Minuten vor der Wimbledon-Sperrstunde um 23:00 Uhr und übertraf damit die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2008, als Rainer Schüttler Arnaud Clément in einem Fünfsatz-Krimi besiegt hatte, um drei Minuten. 5:15 Stunden aufreibendes Tennis an einem außergewöhnlichen Centre-Court-Abend – so beschrieb die Zeitung das Geschehen am Mittwoch.
Von Beginn an entwickelte sich ein hochklassisches Duell auf Augenhöhe. Der erste Satz dauerte rund 70 Minuten und wurde erst im Tiebreak entschieden, das Djokovic mit 12:10 für sich entschied. Anschließend ließ sich der Weltranglisten-Vierte aus Kanada nicht beeindrucken und glich durch ein 6:3 im zweiten Durchgang aus. Auch im dritten Satz, dessen erste beiden Spiele allein 34 Minuten dauerten, behielt der siebenmalige Wimbledonsieger die Oberhand und gewann diesen nach etwa 62 Minuten mit 6:3.
Nach dem Gewinn des ersten Satzes hatte Djokovic eine Behandlung am Oberschenkel erhalten, konnte die Partie aber fortsetzen. Auger-Aliassime kämpfte sich zurück und erzwang mit einem 7:6 (4) im vierten Satz den Entscheidungssatz. Bei einer 4:2-Führung im fünften Satz schien Djokovic bereits auf Kurs, doch sein kanadischer Kontrahent wehrte mehrere Matchbälle ab, bevor das Match letztlich im Tiebreak entschieden wurde. Dort lag Djokovic schnell mit 9:4 vorne und verwandelte schließlich zum 10:4. Insgesamt entschied der Serbe 189 Punkte für sich, Auger-Aliassime kam auf 185 Zähler.
Prominente Zuschauer und Familie
In der Royal Box verfolgte unter anderem der 44-jährige Roger Federer die dramatische Begegnung. Sein einstiger Rivale Roger Federer saß in diesen Tagen als Zuschauer in der Royal Box, hieß es im Bericht. Auch Djokovics Kinder verbrachten den Abend auf dem Centre Court: Tochter Tara und Sohn Stefan sahen dem Vater zu. Ich habe meinen Kindern gesagt, sie sollen nach dem vierten Satz ins Bett gehen, aber sie haben nicht auf mich gehört, sagte Djokovic später. Ich bin froh, dass sie geblieben sind, denn das war eines der besten Matches, an denen ich je teilgenommen habe.
Für Djokovic war es der 15. Einzug in ein Wimbledon-Halbfinale, das erste bei seiner mittlerweile 22. Teilnahme am Rasenklassiker. Als zweitältester Spieler der Profi-Ära seit 1968 nach Ken Rosewall 1974 steht Djokovic im Halbfinale. Mit 39 Jahren kämpft der Rekord-Grand-Slam-Sieger weiter um seinen achten Wimbledon-Titel und seinen insgesamt 25. Grand-Slam-Titel. Der Traum vom 25. Grand-Slam-Titel lebt, schrieb die Zeitung.
Ausblick auf das Halbfinale gegen Sinner
Mit Blick auf den kommenden Gegner erklärte Djokovic: Ich wünschte, es wäre schon das Finale, dann müsste ich mir keine Gedanken machen, wie sich mein Körper morgen anfühlt. Der siebenmalige Wimbledonsieger spielt am Freitag gegen den Weltranglisten-Ersten aus Italien. In Australien zu Beginn dieser Saison behauptete sich Djokovic in fünf Sätzen gegen Sinner; 2025 hatte der italienische Weltranglisten-Erste Djokovic im Wimbledon-Halbfinale in drei Sätzen besiegt.
Sinner hatte sich am Mittwoch ebenfalls für das Halbfinale qualifiziert, indem er den deutschen Spieler Jan-Lennard Struff, der auf Platz 74 der ATP-Rangliste steht, in drei Sätzen besiegte. Am Freitag kommt es zum Hit gegen den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner.
Reaktionen nach dem Match
Über seine eigene Leistung sagte Djokovic: Mit meinem Schläger, großem Herz, dem Beherrschen meiner Nerven – und fügte mit Blick auf das Alter seines Gegners an: Ich kann mich immer noch gegen diese jungen Spieler behaupten, die 15 Jahre jünger sind als ich ... Ich schaffe es, sie beim knappsten Ergebnis zu schlagen. Der Kanadier gehört zu den besten Spielern der jüngeren Tennis-Generation.
Auger-Aliassime gratulierte seinem Bezwinger fair: Letztendlich beweist er wieder einmal, dass er gut ist, wenn es darauf ankommt. Er ist bei so vielen Dingen, die er macht, einfach beeindruckend ... es ist wirklich beeindruckend, dass er das immer wieder schafft, sagte der 25-Jährige über den Serben.
Djokovics Weg durch die Saison
Hintergrund zu Djokovics Saisonverlauf: Ende Mai hatte der Serbe bei den French Open in einem fast fünfstündigen Fünfsatzkrimi gegen den Brasilianer Joao Fonseca (19) bei seinem Drittrunden-Aus auf Sand nicht mehr so recht mithalten können. Auf Rasen präsentiert sich der Routinier nun in alter Stärke. Das sind die Momente, warum ich immer noch Tennis spiele, sagte Djokovic nach dem historischen Viertelfinalerfolg.
Mit einem Augenzwinkern fügte der Serbe hinzu: Es wäre schön, 90 Minuten zu spielen wie er – eine Anspielung auf Fußballstar Lionel Messi. Es war eines der besten Spiele, an denen ich in meiner Karriere auf diesem Platz teilgenommen habe, fasste der Serbe seine Leistung im On-Court-Interview zusammen. Djokovic hatte das Match nach 5:15 Stunden für sich entschieden und trifft nun am Freitag im Halbfinale auf den Topgesetzten aus Italien.
Bedeutung des Rekordsiegs
Mit dem Einzug ins Halbfinale festigte Djokovic seine ohnehin einmalige Stellung im Herren-Tennis. Der 39-Jährige hält bei 24 Major-Titeln und ist der Rekord-Grand-Slam-Sieger der Open Era. Sollte er am Freitag gegen Sinner bestehen und am Sonntag seinen achten Wimbledon-Titel holen, würde er seine Bestmarke weiter ausbauen.
Fragen & Antworten
Wer hat das Wimbledon-Viertelfinale zwischen Djokovic und Auger-Aliassime gewonnen?
Novak Djokovic hat das Viertelfinale in fünf Sätzen mit 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4) gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime gewonnen und damit das längste Wimbledon-Viertelfinale der Geschichte bestritten.
Gegen wen spielt Djokovic im Wimbledon-Halbfinale 2026?
Djokovic trifft am Freitag im Halbfinale auf den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner, die aktuelle Nummer eins der ATP-Weltrangliste, der im Viertelfinale gegen den Deutschen Jan-Lennard Struff in drei Sätzen gewann.
Wie viele Wimbledon-Titel hat Djokovic bereits gewonnen?
Djokovic ist siebenmaliger Wimbledonsieger und strebt in diesem Jahr seinen achten Titel sowie seinen insgesamt 25. Grand-Slam-Titel an, womit er seinen Rekord als erfolgreichster Spieler der Profi-Ära ausbauen würde.
Djokovic im Wimbledon-Halbfinale 2026: Rekord-Viertelfinale | nachrichten360