Hangzhou, 16 Juni 2026
Der chinesische KI-Entwickler DeepSeek hat nach Medienberichten bei seiner ersten Finanzierungsrunde über 50 Milliarden Yuan (6,38 Mrd. Euro) eingesammelt und wird dabei mit mehr als 50 Mrd. US-Dollar bewertet.
Ein Überraschungserfolg Anfang 2025
Wie das Technologieportal "The Information" am Dienstag berichtete, springt damit eine Bewertung von über 50 Mrd. USD auf das in Hangzhou ansässige Unternehmen. Damit gilt DeepSeek als der bekannteste KI-Entwickler Chinas und nach derzeitigem Stand auch als das teuerste KI-Start-up des Landes. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht nicht unabhängig überprüfen. Eine Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor.
DeepSeek sorgte Anfang 2025 mit der Veröffentlichung eines Chatbots weltweit für Schlagzeilen. Das Programm war der westlichen Konkurrenz ebenbürtig, benötigte aber deutlich weniger Rechenleistung. Zudem soll die Entwicklung nur einen Bruchteil der bis dahin üblichen Kosten verursacht haben. Diese Effizienz hatte DeepSeek international Aufmerksamkeit eingebracht und das Unternehmen zu einem Aushängeschild der chinesischen KI-Branche gemacht.
Hintergrund der Finanzierung
Hintergrund der Finanzierung
Bedingungen für die Investoren
Um die Kontrolle des Gründers und Firmenchefs Liang Wenfeng zu wahren, sei eine spezielle Struktur gewählt worden: Die Geldgeber investierten ihr Kapital nicht direkt in DeepSeek, sondern in eine von Liang verwaltete Beteiligungsgesellschaft. Eine clevere Deal-Struktur sichert Gründer Liang Wenfeng die volle Kontrolle. Wie die Nachrichtenagentur Reuters bereits zuvor berichtet hatte, steuerte Gründer Liang 20 Milliarden Yuan aus seinem eigenen Vermögen bei.
Bedingungen für die Investoren
Einordnung und Marktkontext
Den Investoren seien zudem eine fünfjährige Haltefrist auferlegt und Stimmrechte verwehrt worden, hieß es in dem Bericht weiter. Investoren erhalten kein Stimmrecht und müssen fünf Jahre an Bord bleiben. Die einzige Ausnahme bilde der staatliche chinesische Investitionsfonds für die KI-Industrie. Dieser habe direkt in DeepSeek investiert, verfüge über Stimmrechte und unterliege keiner Haltefrist.
Zu den größten externen Geldgebern soll der Batteriehersteller CATL fünf Milliarden Yuan beitragen. Damit wären sie die größten externen Geldgeber. Der Technologiekonzern Tencent soll eine Beteiligung von zehn Milliarden Yuan erwägen. Insgesamt verdeutlicht die Runde, wie stark chinesische Konzerne aus unterschiedlichsten Branchen auf den heimischen KI-Sektor setzen.
Einordnung und Marktkontext
Die Bewertung von über 50 Mrd. US-Dollar (43,1 Mrd. Euro), berichtet nach Angaben von The Information und dem Wall Street Journal, markiert einen neuen Höhepunkt im internationalen Wettlauf um KI-Kapazitäten. Branchenbeobachter werten den Schritt als Signal dafür, dass China bei der Kommerzialisierung von KI-Anwendungen aufschließt.
Trotz der hohen Bewertung sind wesentliche Details zur Struktur der Runde weiter unklar. Weder die genaue Zusammensetzung des Investorenkreises noch die Bewertungslogik wurden von DeepSeek öffentlich bestätigt. Auch die künftige Verwendung des Kapitels – ob für Modelltraining, Infrastruktur oder internationales Wachstum – bleibt offen. Fest steht, dass Liang Wenfeng mit der jetzigen Vereinbarung die strategische Hoheit über das Start-up behält.
