Berlin, 17 Juli 2026

CDU-Fraktionschef Jens Spahn ist durch eine Leihmutterschaft in den USA Vater geworden und sieht sich daraufhin mit Rücktrittsforderungen sowie dem Vorwurf der Umgehung des deutschen Leihmutterschaftsverbots konfrontiert.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch öffentlich gemacht, dass sie Eltern eines Sohnes geworden sind. Wie aus dem Umfeld des Politikers verlautete, wurde das Kind mithilfe einer Leihmutter in den USA geboren. Spahn selbst hat sich bisher noch nicht zu der Kritik geäußert. Ein Sprecher erklärte lediglich, Jens Spahn leite grundsätzlich aus seinem Privatleben keine politischen Forderungen ab.

Rechtliche Lage in Deutschland

In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Die Regelung ist im Embryonenschutzgesetz verankert, das seinerzeit in den Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums fiel – das Ministerium, das Spahn von 2018 bis 2021 leitete. Die CDU hatte sich im Februar auf ihrem Bundesparteitag erneut zu dem Verbot bekannt. Die Ampelregierung hatte 2020 auf eine FDP-Anfrage hin mitgeteilt, dass in der damaligen Legislaturperiode keine Änderung des Verbots geplant sei. Als Begründung nannte das Ministerium, der Zweck der Regelung liege primär in der Wahrung des Kindeswohls.