Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu ist am Abend des 23. Mai 2026 bei der Schlussfeier der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes mit der Goldenen Palme für seinen Film «Fjord» geehrt worden.
Wie die Jury unter dem Vorsitz des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook bekannt gab, setzte sich Mungius Werk gegen 21 weitere Filme im Wettbewerb durch. «Die Goldene Palme der Filmfestspiele Cannes geht an den rumänischen Regisseur Cristian Mungiu für seinen Film ‹Fjord›», hiess es in der Verkündung.
Es ist bereits der zweite Triumph des 58-jährigen Filmemachers an der Croisette: 2007 hatte er für das gesellschaftskritische Drama «4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage» die Goldene Palme gewonnen. Sein neuer Film «Fjord» spielt in einem abgelegenen Dorf in Norwegen, wohin ein streng gläubiges rumänisch-norwegisches Ehepaar mit seinen fünf Kindern zieht. In den Hauptrollen sind Sebastian Stan und Renate Reinsve zu sehen.
Das Festival, das 1946 erstmals stattfand und den höchsten Preis in Form der Goldenen Palme vergibt, zeigte in diesem Jahr erneut einen Querschnitt des internationalen Autorenkinos. Neben Mungiu wurden auch andere Filmschaffende mit bedeutenden Auszeichnungen bedacht.
Ein zweiter Triumph für Cristian Mungiu
Der zweitwichtigste Preis, der Grosse Preis der Jury (Grand Prix), ging an den russischen Regisseur Andrej Swjaginzew für seinen Thriller «Minotaur». Der Film erzählt die Geschichte eines russischen Geschäftsmannes, dessen Unternehmen in eine schwere Krise gerät und der gleichzeitig die Affäre seiner Frau entdeckt, und verwebt diese mit der Omnipräsenz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Den Preis für die beste Regie teilten sich drei Personen: die Spanier Javier Calvo und Javier Ambrossi für «The Black Ball» («La bola negra») sowie der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski für «Vaterland». Letzterer zeichnet mit Sandra Hüller in der Hauptrolle eine Autoreise von Thomas Mann und Erika Mann durch das Nachkriegsdeutschland 1949 nach.
Der Spezialpreis der Jury wurde der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach für ihren Film «Das geträumte Abenteuer» zugesprochen.
In der Kategorie Bester Darsteller wurden Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für ihre Rollen in «Coward» des belgischen Regisseurs Lukas Dhont geehrt. Das Drama spielt im Ersten Weltkrieg und zeigt zwei Soldaten, die sich ineinander verlieben.
Weitere Preisträgerinnen und Preisträger
Die Auszeichnung als Beste Darstellerin erhielten Virginie Efira und Tao Okamoto für das japanische Drama «All of a Sudden» («Soudain») unter der Regie von Ryūsuke Hamaguchi.
Das beste Drehbuch schrieb nach dem Urteil der Jury der Franzose Emmanuel Marre für «A Man of His Time» («Notre Salut»), in dem er einen Teil seiner Familiengeschichte während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich aufarbeitet.
Einen emotionalen Höhepunkt der Gala bildete die Verleihung der Ehrenpalme an die US-Schauspielerin Barbra Streisand, die den Preis wegen einer Knieverletzung nicht persönlich entgegennehmen konnte. Via Videobotschaft bedankte sich Streisand und betonte, Filme hätten «diese magische Fähigkeit», Menschen zu vereinen.
Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert würdigte Streisand in einer persönlichen Laudatio und hob deren jahrzehntelange Verdienste um das Kino hervor.
