Nach dem Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal in Budapest ist es in der Nacht zum Sonntag in rund fünfzehn französischen Städten zu massiven Ausschreitungen mit Hunderten Festnahmen gekommen.
Besonders in Paris eskalierte die Lage, als Tausende Menschen auf den Champs-Élysées den Titelgewinn feierten. Vermummte lieferten sich immer wieder Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften, dabei wurden Projektile geworfen und Tränengas eingesetzt.
Innenminister Laurent Nuñez sprach auf einer Pressekonferenz am Sonntag von rund 780 Festnahmen landesweit, wie französische Medien unter Berufung auf eine erste Bilanz des Ministeriums berichteten. Allein im Großraum Paris seien 283 Personen in Gewahrsam genommen worden, in der Hauptstadt selbst etwa 480.
Einsatz von 22.000 Polizisten
Nuñez erklärte, die Ausschreitungen seien erwartet worden. „Es gab feierliche Demonstrationen, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet waren, was der Situation entspricht, die wir erwartet und daher vorausgesehen hatten. Diese Ausschreitungen sind absolut inakzeptabel“, sagte der Minister.
Die Behörden rechnen damit, dass sich die Zahlen im Laufe der weiteren Auswertung noch verändern können. Bereits im Vorjahr war es nach dem Champions-League-Triumph von PSG zu schweren Krawallen gekommen.
Neben Paris kam es auch in Städten wie Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble zu Plünderungen und Ausschreitungen. In sozialen Medien verbreitete Videos zeigten brennende Autos, errichtete Barrikaden und Feuerwerkskörper, die auf Menschen abgefeuert wurden.
Public Viewing und geplanter Empfang
Landesweit waren nach Angaben des Innenministeriums 22.000 Polizisten im Einsatz, davon etwa 8.000 allein in Paris. Trotz des massiven Aufgebots konnten die Krawalle nicht verhindert werden.