Am Donnerstagabend (21. Mai) kam es am Canal Saint-Martin in Paris zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rund 100 Anhängern des Fußballclubs OGC Nizza, bei denen 65 Personen festgenommen und sechs verletzt wurden.

Die Polizei wurde am frühen Abend zu einer Massenschlägerei in dem belebten Viertel im 10. Arrondissement gerufen. Nach Angaben der Zeitung "L'Equipe", die sich auf Polizeiquellen beruft, hatten sich etwa 100 Fans des OGC Nizza versammelt und die Auseinandersetzung gezielt angezettelt.

Die Situation eskalierte schnell, mehrere Personen gingen mit Schlägen und Tritten aufeinander los. Einsatzkräfte brauchten einige Zeit, um die Kontrolle zurückzugewinnen und die Gruppen zu trennen. Insgesamt nahmen die Beamten 65 Verdächtige vorläufig fest, sechs Personen erlitten Verletzungen.

Die Ausschreitungen ereigneten sich am Vorabend des französischen Pokalfinales. Im Endspiel trifft der OGC Nizza auf den RC Lens, Anpfiff ist um 21:00 Uhr im Stade de France. Die Begegnung steht unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Hintergrund

Bei Lens steht der österreichische Nationalspieler Samson Baidoo derzeit nicht zur Verfügung, er fällt verletzungsbedingt aus. Baidoo hatte sich in den vergangenen Wochen in den Vordergrund gespielt, sein Fehlen ist ein Rückschlag für den Klub.

Bereits in den Tagen vor dem Finale hatten die Sicherheitsbehörden ein umfangreiches Konzept angekündigt, um Ausschreitungen zu unterbinden. Die Polizei betonte, man sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und werde mit einem Großaufgebot präsent sein.

Die jüngsten Gewaltszenen werfen ein Schlaglicht auf die Rivalität einiger Fangruppierungen und die Gefahr, die von gewaltbereiten Splittergruppen ausgeht. Die Pariser Stadtspitze reagierte mit scharfer Verurteilung.

Sicherheitskonzept und Reaktionen

Emmanuel Grégoire, stellvertretender Bürgermeister von Paris, wandte sich am Freitagmorgen auf der Plattform X (vormals Twitter) an die Öffentlichkeit. Er schrieb: "Ich möchte erneut betonen, dass Paris, getreu seiner Geschichte und seinen Werten, rechtsextremen Splittergruppen keinen Raum lassen wird, ihren Hass zu verbreiten."

Grégoire stellte klar, dass die Hauptstadt solche Ausschreitungen nicht tolerieren werde. Die Behörden würden weiterhin alles dafür tun, um die Sicherheit der Bürger und Gäste zu gewährleisten.

Die Polizei nahm die Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs auf und prüft, ob die Festgenommenen schon länger mit Hooligan-Szenen in Verbindung standen. Mehrere Personen blieben über Nacht in Gewahrsam.

Das Finale zwischen Nizza und Lens wird trotz der Unruhen wie geplant ausgetragen. Die Behörden appellierten an alle Fans, friedlich zu bleiben und sich an die Sicherheitsvorschriften zu halten.