Bundesamt für Migration: Im ersten Halbjahr 2026 mehr freiwillige Rückkehrer als im gesamten Vorjahr
Berlin, 17 August 2026
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Kurzfassung
Im ersten Halbjahr 2026 haben nach einem Zeitungsbericht 9.276 Menschen im Rahmen von Bundesprogrammen freiwillig ihr Heimatland verlassen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verweist zudem auf 16.578 geförderte Rückkehrer im Gesamtjahr 2025.
Berlin, 17 August 2026
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat nach einem Medienbericht im ersten Halbjahr dieses Jahres 9.276 Menschen bei der freiwilligen Rückkehr in ihre Heimatländer unterstützt – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Höhere Halbjahreszahl als im Vorjahreszeitraum
Nach einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben im ersten Halbjahr des laufenden Jahres insgesamt 9.276 Menschen an Rückkehrprogrammen des Bundes teilgenommen und sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die Programme richten sich an abgelehnte Asylsuchende sowie an andere ausreisepflichtige Personen, die freiwillig ohne Zwang ausreisen.
Die Programme werden vom Bundesinnenministerium koordiniert und vom BAMF gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und weiteren Partnern umgesetzt. Zu den Hauptinstrumenten zählen das Programm REAG/GARP, das Reisekosten, eine Starthilfe und teilweise medizinische Versorgung finanziert. Die finanzielle Starthilfe wird je nach Zielland und Familiengröße gestaffelt ausgezahlt.
Programme und Finanzierung
Der Bericht verweist zudem auf die vollständige Bilanz des Vorjahres. „Im gesamten Jahr 2025 hätten die Bundesbehörden 16.578 Menschen bei der geförderten Rückkehr in ihr Herkunftsland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat unterstützt", zitieren die Funke-Zeitungen aus der Behördenmitteilung. Damit liegt die Halbjahreszahl 2026 bereits bei rund 56 Prozent des gesamten Vorjahreswerts.
Ein besonders großer Anteil der Rückkehrer kam demnach aus Syrien, das seit Jahren das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden in Deutschland ist. Auch Angehörige aus dem Irak, Afghanistan und mehreren afrikanischen Staaten nutzten die Programme. Die Behörden werten die steigende Inanspruchnahme als Hinweis darauf, dass Beratung und finanzielle Anreize Wirkung entfalten.
Herkunftsländer der Rückkehrer
Gleichzeitig weist das BAMF darauf hin, dass freiwillige Rückkehr weiterhin nur ein Teil der Lösung sei. Wer eine Aufenthaltserlaubnis erhalte oder einen Schutzgrund erfolgreich nachweise, bleibe in Deutschland. Wer ausreisepflichtig sei und nicht freiwillig gehe, könne auf richterliche Anordnung abgeschoben werden. Die Behörde betont, freiwillige Rückkehr sei humanitär und wirtschaftlich die bevorzugte Variante.
Die Ausgaben für die Programme werden aus dem Bundeshaushalt sowie aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union finanziert. Eine konkrete Summe für 2026 nannte das BAMF in dem Bericht nicht. Auch die Frage, wie viele der 9.276 Personen abgelehnte Asylsuchende waren und wie viele aus anderen Gründen ausreisten, blieb in den veröffentlichten Angaben offen.
Einordnung durch Fachverbände
Die Funke Mediengruppe beruft sich bei ihrer Darstellung auf Antworten des BAMF auf eine Presseanfrage. Unabhängig bestätigt wurden die Halbjahreszahlen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durch die Behörde nicht. Die Bundesregierung veröffentlicht ihre Rückkehrstatistik üblicherweise quartalsweise; die nächste offizielle Aktualisierung wird für Herbst erwartet.
Menschenrechtliche Organisationen wie Pro Asyl bewerten freiwillige Rückkehrprogramme grundsätzlich positiv, sofern sie auf einer informierten Entscheidung beruhen und eine Perspektive im Herkunftsland vorhanden ist. Sie fordern zugleich, dass die Beratung unabhängig von der Ausländerbehörde erfolgen müsse, damit Betroffene nicht in eine vorschnelle Entscheidung gedrängt werden.
Der Anstieg der freiwilligen Rückkehrer fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung ihre Migrationspolitik neu justiert. Dazu gehören verschärfte Grenzkontrollen, schnellere Asylverfahren und ein Ausbau der Abschiebungshaft. Beobachter werten die höhere Beteiligung an den Rückkehrprogrammen auch als Indiz dafür, dass sich die Erwartungen vieler Schutzsuchender an einen Verbleib in Deutschland verändert haben.
Ausblick auf das zweite Halbjahr
Insgesamt zeichnen die Zahlen das Bild einer schrittweisen Verschiebung: weniger Neuanträge in einigen Herkunftsländern, mehr Anerkennungen in Eilverfahren und zugleich eine wachsende Zahl von Menschen, die Deutschland mit staatlicher Unterstützung wieder verlassen. Ob sich der Trend im zweiten Halbjahr 2026 fortsetzt, hängt nach Einschätzung von Fachleuten vor allem von der Sicherheits- und Wirtschaftslage in den wichtigsten Herkunftsländern ab.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, freiwillige Rückkehr konsequent auszubauen, während Abschiebungen weiterhin nur als letztes Mittel eingesetzt werden sollen. Das BAMF kündigte an, die Beratungskapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu erweitern und die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern zu vertiefen.
Für die kommenden Monate kündigte die Behörde zudem eine neue Statistikstruktur an, die freiwillige Rückkehr, geförderte Rückkehr und Rückführungen klarer voneinander abgrenzen soll. Damit soll künftig deutlicher werden, welche Personenkreise die Angebote tatsächlich erreichen.
Fragen & Antworten
Wie viele Menschen sind im ersten Halbjahr 2026 freiwillig ausgereist?
Nach Angaben der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das BAMF kehrten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 9.276 Menschen im Rahmen von Rückkehrprogrammen des Bundes freiwillig in ihre Heimatländer zurück.
Welche Programme finanzieren die freiwillige Rückkehr?
Die Rückkehr wird über das Programm REAG/GARP sowie weitere Hilfen des Bundesinnenministeriums finanziert, die Reisekosten, Starthilfen und teilweise medizinische Versorgung umfassen.
Aus welchen Ländern stammen die meisten Rückkehrer?
Der Bericht nennt Syrien als wichtigstes Herkunftsland; weitere Rückkehrer kamen demnach aus dem Irak, Afghanistan und mehreren afrikanischen Staaten.
BAMF: Mehr freiwillige Rückkehrer 2026 | nachrichten360