Lufthansa 787-9 in Frankfurt: Bugfahrwerk kollabiert | nachrichten360
Bugfahrwerk einer Lufthansa-Boeing in Frankfurt gibt nach – mehrere Mitarbeitende verletzt
Frankfurt, 04. Juni 2026
TJDarmstadt / Wikimedia Commons / CC BY 2.0
Kurzfassung
Am Frankfurter Flughafen ist am Donnerstag das Bugfahrwerk einer Boeing 787-9 von Lufthansa während der Abflugvorbereitung eingeknickt. Dabei wurden zwei Kabinencrew-Mitarbeitende und mehrere Beschäftigte von Dienstleistungsunternehmen verletzt. Passagiere befanden sich noch nicht an Bord, der Flug LH450 nach Los Angeles sollte um 13.50 Uhr starten.
Beim Zusammenbruch des Bugfahrwerks einer Boeing 787-9 der Lufthansa am Frankfurter Flughafen sind am Donnerstag mehrere Mitarbeitende verletzt worden, Passagiere waren zum Zeitpunkt des Vorfalls noch nicht an Bord.
Am Donnerstag ist es am Frankfurter Flughafen zu einem Vorfall an einem Langstreckenflugzeug der Lufthansa gekommen. Gegen 12.45 Uhr sackte an der Boardingposition A15 vor dem Terminal 1 die Nase einer Boeing 787-9 mit der Flugnummer LH450 plötzlich nach unten, nachdem das Bugfahrwerk unerwartet nachgegeben hatte. Der Dreamliner war zu diesem Zeitpunkt für den Abflug nach Los Angeles vorbereitet worden.
Wie ein Sprecher der Lufthansa erklärte, befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls Crew- und Bodenmitarbeitende an Bord. „Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich Crew- und Bodenmitarbeitende an Bord. Fluggäste waren noch nicht eingestiegen. Mehrere Mitarbeitende wurden verletzt und werden derzeit medizinisch versorgt“, hieß es in der Stellungnahme. Insgesamt waren nach Angaben des Unternehmens 13 Kabinencrew-Mitarbeitende von Lufthansa sowie Beschäftigte von Partnerunternehmen an Bord, die die Maschine für den Flug vorbereiteten.
Viele Beschäftigte an Bord, keine Passagiere
Zwei Kabinencrew-Mitarbeitende von Lufthansa und einige Beschäftigte von Dienstleistungsunternehmen waren zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden. Wie die Airline mitteilte, konnten die verletzten Crew-Mitglieder das Krankenhaus am Abend bereits wieder verlassen. „Alle anderen Mitglieder seien betreut und ihre Heimreise organisiert worden“, erklärte das Unternehmen. Die genauen Verletzungen wurden zunächst nicht im Detail beschrieben.
Der geplante Flug LH450 nach Los Angeles hätte nach dpa-Informationen um 13.50 Uhr starten sollen. Da das Boarding für Langstreckenflüge am Frankfurter Flughafen in der Regel etwa 30 Minuten dauert, wären die ersten Passagiere frühestens gegen 13.15 Uhr an Bord gegangen. Als das Bugfahrwerk nachgab, warteten Fluggäste demnach noch am Gate beziehungsweise im Terminal. Die Fluggastbrücke war zu diesem Zeitpunkt bereits an das Flugzeug angeschlossen.
Flug LH450 nach Los Angeles geplant
Videos in sozialen Netzwerken zeigen, wie die Nase der Maschine plötzlich nach vorn kippt und die Räder des Bugfahrwerks nach vorn wegknicken. In den Aufnahmen ist zudem zu sehen, dass ein Gepäckförderfahrzeug unter dem Flugzeug eingeklemmt zu sein scheint. Die genaue Ursache für das Versagen des Fahrwerks ist nach Angaben der Lufthansa bislang unklar. Das Unternehmen teilte mit, die Umstände würden gemeinsam mit den zuständigen Behörden untersucht.
Die betroffene Boeing 787-9 trägt den Namen „Herne“ und gehört nach Unternehmensangaben zu den neueren Maschinen im Bestand der Lufthansa. Insgesamt betreibt die Airline nach eigenen Angaben aktuell 17 Flugzeuge dieses Typs in ihrer Flotte. Die havarierte Maschine sollte im Laufe des Abends in eine Technikhalle gebracht werden, sobald die Freigabe durch die Behörden vorliegt. „Die havarierte Boeing 787-9 sollte im Laufe des Abends in eine Technikhalle gebracht werden“, teilte die Lufthansa mit.
Videos zeigen plötzliches Absacken der Nase
In der Wartungshalle sollen weitere Untersuchungen stattfinden, bevor das Flugzeug repariert wird. „Später soll das Flugzeug repariert werden“, erklärte das Unternehmen. Auf welche Weise das beschädigte Flugzeug vom Terminal 1 in die Halle geschleppt werden kann, war zunächst offen. Techniker und Hilfspersonal waren am Donnerstag am Flugzeug positioniert, um die Bergung vorzubereiten.
Der Flughafenbetreiber Fraport erklärte, der Vorfall habe keine größeren Auswirkungen auf den Flugbetrieb am größten deutschen Flughafen gehabt. Weder Starts noch Landungen seien demnach durch den Zwischenfall nennenswert behindert worden. Welche Auswirkungen der Ausfall der Maschine auf den Flugbetrieb der Lufthansa selbst haben wird, blieb zunächst offen.
Ursache des Fahrwerkversagens noch unklar
Lufthansa richtete nach dem Vorfall einen Krisenstab ein, um die Lage zu koordinieren. Das Team übernahm unter anderem die Betreuung der betroffenen Crew-Mitglieder und Mitarbeitenden der Serviceunternehmen sowie die Organisation der Heimreise für die nicht verletzten Beschäftigten. Die Airline betonte, die Sicherheit von Crew und Passagieren habe oberste Priorität.
Welche Folgen der Vorfall für die unmittelbar betroffenen Passagiere des ausgefallenen LH450 haben wird, war am Donnerstagabend noch nicht abschließend absehbar. In der Regel versuchen Airlines, Passagiere von Langstreckenflügen bei technischen Problemen auf nachfolgende Maschinen umzubuchen oder auf alternative Routen umzuleiten. Wie die Lufthansa in diesem konkreten Fall verfahren wird, blieb zunächst offen.
Krisenstab betreut Crew und Servicepersonal
Vorfälle dieser Art an Verkehrsflugzeugen sind insgesamt selten, werden aber international von den jeweiligen Luftaufsichtsbehörden und Flugzeugherstellern aufmerksam verfolgt. Bei einer Boeing 787-9, auch als „Dreamliner“ bezeichnet, handelt es sich um ein moderneres Langstreckenflugzeug, das unter anderem mit einem elektronischen Überwachungssystem für Fahrwerk und Bremsen ausgestattet ist. Ob dieses System in Frankfurt möglicherweise relevante Daten liefern kann, die Aufschluss über die Ursache geben, war zunächst unklar.
Die genaue Unfallursache wird nach Angaben der Lufthansa in den kommenden Tagen und Wochen Gegenstand der gemeinsamen Untersuchungen mit den Behörden sein. Dazu zählt auch die Auswertung der Flugschreiber, technischer Aufzeichnungen sowie der am Flugzeug und am Fahrwerk gewonnenen Spuren. Die Ermittler werden nach Einschätzung von Beobachtern auch prüfen, ob es Hinweise auf ein Versagen einzelner Bauteile, auf Wartungsmängel oder auf äußere Einflüsse gibt.
Bergung und Reparatur in der Technikhalle
Der Vorfall ereignete sich an einem Donnerstagmittag zu einer Zeit, in der am Flughafen Frankfurt ein erhöhtes Passagieraufkommen herrscht. Dass beim Boarding noch keine Fluggäste an Bord waren, wurde von Beobachtern als glückliche Umstand gewertet. Wäre der Dreamliner bereits im Reiseflug oder mit Passagieren besetzt an einem Terminal gewesen, hätte das Risiko für Verletzte nach Einschätzung von Experten deutlich höher gelegen.
Die Lufthansa sieht sich durch den Vorfall nach eigenen Angaben in ihren bestehenden Sicherheitsabläufen bestätigt. Man werde die gewonnenen Erkenntnisse auswerten und in die internen Prozesse einfließen lassen, kündigte das Unternehmen an. Bis zur Veröffentlichung des Untersuchungsberichts bat die Airline um Zurückhaltung bei Spekulationen über die genaue Ursache.
Wie der beschädigte Dreamliner vom Typ 787-9 in der Nacht zum Freitag in die Wartungshalle überführt wurde, war zunächst unklar. Für solche Bergungen kommen in der Regel spezialisierte Abschleppteams zum Einsatz, die das Flugzeug mit hydraulischer Unterstützung anheben und auf ein eigenes Fahrwerk oder auf Schwerlastrollen stellen. Die endgültige Reparatur dürfte nach Einschätzung von Fachleute mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Fragen & Antworten
Was genau ist am Frankfurter Flughafen passiert?
Am Donnerstag sackte an Boardingposition A15 vor dem Terminal 1 das Bugfahrwerk einer Boeing 787-9 mit der Flugnummer LH450 unerwartet ein. Dabei wurden zwei Kabinencrew-Mitarbeitende von Lufthansa und mehrere Beschäftigte von Dienstleistungsunternehmen verletzt.
War zum Zeitpunkt des Vorfalls schon Passagieren an Bord?
Nein, zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich nach Angaben der Lufthansa nur 13 Crew-Mitglieder und Beschäftigte von Partnerunternehmen an Bord. Das Boarding der Fluggäste hatte noch nicht begonnen, obwohl die Fluggastbrücke bereits angeschlossen war.
Welche Folgen hat der Vorfall für den Flug LH450 nach Los Angeles?
Der für 13.50 Uhr geplante Start nach Los Angeles fiel mit der havarierten Maschine aus; die beschädigte Boeing 787-9 wurde am Abend in eine Technikhalle überführt und soll dort repariert werden. Wie die betroffenen Passagiere umgebucht werden, war zunächst nicht abschließend bekannt.