Trotz der aktuellen Waffenruhe im Nahen Osten könnten die Spritpreise laut Experten bis nach dem Sommer über dem Niveau vor der Krise verharren.
Hintergrund der Krise
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas, bleibt ein zentraler Brennpunkt. Über 800 Schiffe stecken derzeit im Persischen Golf fest, darunter 426 mit Öl oder Treibstoff und 34 mit Flüssiggas. Sollten diese Schiffe die Straße von Hormus passieren können, würden schätzungsweise 130 Millionen Barrel Öl und 46 Millionen Barrel Treibstoff auf den Markt gelangen.
Die geplante Gebühr von zwei Millionen US-Dollar pro Tanker für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus könnte den Preis pro Barrel Öl um ein bis zwei Dollar erhöhen. Dies würde sich unmittelbar auf die globalen Spritpreise auswirken, insbesondere in Europa und Asien.
Auswirkungen auf globale Märkte
Viele asiatische Länder, die 80 Prozent ihres Gases und 60 Prozent ihres Öls aus der Region importieren, könnten kurzfristig Entlastung erfahren. Allerdings warnen Analysten, dass die Preise aufgrund der angespannten Logistik und der hohen Nachfrage erst nach dem Sommer signifikant sinken könnten.
Johannes Benigni von JBC Vienna betont, dass selbst bei einer Entspannung der Lage die Preise nicht sofort auf das Niveau vor der Krise zurückfallen werden. "Die Märkte brauchen Zeit, um sich zu stabilisieren", so Benigni. Die E-Control beobachtet die Entwicklungen genau und warnt vor weiteren Verwerfungen.

