Die Bregenzer Festspiele haben am Mittwochvormittag (22. Juli) ihre 80. Jubiläumssaison mit der ersten Aufführung von „La Traviata" auf der Seebühne eröffnet.
Die Bregenzer Festspiele haben am Mittwochvormittag (22. Juli) ihre 80. Jubiläumssaison mit der ersten Aufführung von „La Traviata" auf der Seebühne eröffnet. Es ist das erste Mal, dass Verdis Oper „zum erstem Mal ertönt „La Traviata" auf der Seebühne" am Bodensee gespielt wird.
Jubiläum und Tradition
Traditionell wird das Festival von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Im Mittelpunkt der Spielzeit 2026 steht die Neuinszenierung des gefeierten italienischen Regisseurs Damiano Michieletto, der die Handlung in die Ära der Roaring Twenties verlegt und damit ein glitzerndes, aber brüchiges Gesellschaftspanorama zeichnet.
Die Titelpartie der „die vom Weg Abgekommene" Edelkurtisane Violetta wird alternierend von Marjukka Tepponen, Stacey Alleaume oder Julia Muzychenko gesungen. „La Traviata" – übersetzt „die Gefallene" – erzählt die Geschichte einer Pariser Edelkurtisane, die zwischen Liebe, Krankheit und den Zwängen der bürgerlichen Gesellschaft zerrieben wird.
Ausstattung und Bühnenbild
Die Resonanz auf die Produktion ist überwältigend: Alle 28 der bis zum 23. August angesetzten Vorstellungen sind schon seit Ostern restlos ausverkauft. Über 220.000 Besucher werden zur diesjährigen „La Traviata"-Spielzeit erwartet.
Das Bühnenbild, das von Paolo Fantin geschaffene Bühnenbild, beruht auf einem 700 Quadratmeter großen und 25 Meter hohen zerbrochenen Spiegel. In Summe 86 Spiegelsplitter, von denen die zum Gros auch mit Hydraulikzylindern bewegt werden können, erzeugen eine ständig wechselnde, kaleidoskopartige Optik über dem Wasser.
Musikalische Leitung und TV-Übertragung
Ergänzt wird das Bild durch ein Wasserbecken, das von der „Freischütz"-Inszenierung übernommen wurde und in dem die Sängerinnen und Sänger agieren. So entsteht eine fragile Spielfläche zwischen zerbrochener Reflexion und Seeoberfläche.
Die musikalische Leitung der für das Fernsehen aufgezeichneten Aufführung liegt bei Kirill Karabits, der die Wiener Symphoniker dirigiert. Die zweite Vorstellung wird am Freitag, dem 24. Juli, ab 21.20 Uhr live auf ORF2 übertragen.
Bedeutung für die Festspielsaison
Mit der Inszenierung knüpft das Festival an seine Tradition großer, spektakulärer Seebühnen-Produktionen an und setzt zugleich ein Signal für die kommenden Jahre. Die Kombination aus Verdis Melodien, der glamourösen Ausstattung der Zwanzigerjahre und der einzigartigen Naturkulisse des Bodensees verspricht einen Festspielsommer, der weit über die Region hinausstrahlt.
Die Festspiele selbst bezeichnen die Produktion als einen der Höhepunkte ihrer Jubiläumssaison, in der sie ihr 80-jähriges Bestehen feiern. Damit reiht sich „La Traviata" in eine Liste legendärer Seebühnen-Inszenierungen ein, die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt nach Bregenz ziehen.
Schon jetzt ist absehbar, dass die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt. Wer keine Karte mehr ergattern konnte, hat zumindest am 24. Juli die Möglichkeit, die Live-Übertragung auf ORF2 mitzuverfolgen und einen Blick auf eine der aufwendigsten Operninszenierungen Europas zu werfen.
