Brandanschlag auf Wohnhaus in Thessaloniki: Mutter einer ND-Politikerin getötet
Athen, 2. Juli 2026
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Kurzfassung
Bei einem Brandanschlag auf das Wohnhaus der ND-Politikerin Afroditi Nestora in Thessaloniki ist deren Mutter ums Leben gekommen. Ministerpräsident Mitsotakis verurteilte die Tat als feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag und kündigte einen Besuch in der Hafenstadt an.
In Thessaloniki ist die Mutter der lokalen Politikerin Afroditi Nestora der regierenden konservativen Partei Nea Dimokratia bei einem Brandanschlag auf deren Wohnhaus ums Leben gekommen; Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verurteilte die Tat als feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag.
Tathergang und Opfer
In den frühen Morgenstunden eines Mittwochs schlugen Unbekannte in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki zu. Sie platzierten selbstgebaute Brandvorrichtungen in der Tiefgarage eines Wohnhauses, in dem die Kommunalpolitikerin Afroditi Nestora lebt. Die improvisierten Sprengkörper waren nach Polizeiangaben aus Butangasflaschen gefertigt. Vier Fahrzeuge brannten in der Garage aus.
Bei dem Anschlag kam die Mutter der Politikerin durch schwere Verbrennungen ums Leben. Das bestätigte das Krankenhaus, in dem die Verletzten behandelt wurden. Neben der Mutter wurden nach Polizeiangaben fünf Menschen verletzt, darunter Nestora selbst, ihr Vater und zwei weitere Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudes.
Ziele der Anschlagsserie
Afroditi Nestora ist eine ehemalige Kandidatin der konservativen Partei Nea Dimokratia und auf kommunaler Ebene politisch aktiv. Auch weitere Ziele der Anschlagsserie gehörten zu den Reihen der Regierungspartei: Der Kreisverbandsvorsitzende Sisis Ioakimovic und der frühere Abgeordnete Savvas Anastasiades wurden nach denselben Erkenntnissen attackiert.
Laut der Athener Zeitung Kathimerini und dem griechischen öffentlich-rechtlichen Sender ERTnews werteten Ermittler der Anti-Terror-Einheit Videoaufnahmen aus, um die Täter zu identifizieren. Auf Überwachungskameras seien demnach zwei Tatverdächtige zu sehen, die mit einem Motorrad vorfuhren und die Brandvorrichtungen platzierten. Eine dritte Person auf einem Motorrad habe den Angaben zufolge als Posten fungiert.
Ermittlungen und Spurensuche
Insgesamt sollen mindestens drei Personen an der Ausführung der Anschläge beteiligt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieselben Täter hinter der gesamten Anschlagsserie stehen. Hinweise auf die Urheberschaft oder das Motiv äußerte die Polizei zunächst nicht. Die Behörden schlossen nicht aus, dass die Taten aus dem autonomen linksextremen oder anarchistischen Spektrum heraus verübt wurden.
In Griechenland gehören Politikerinnen und Politiker, öffentliche Einrichtungen, Polizeiwachen, Banken und Unternehmen seit Jahrzehnten zu den Zielen militanter Gruppen. Zwar seien die meisten früheren Terrororganisationen zerschlagen worden, doch Gruppen aus dem autonomen Spektrum verüben laut Lagebild regelmäßig Brand- und Sprengstoffanschläge. Dabei kommen häufig selbst gebaute Sprengkörper zum Einsatz.
Politische Reaktionen
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, Parteikollege Nestoras in der Nea Dimokratia, reagierte mit scharfer Verurteilung. Er sprach von einem "feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag" und kündigte an, nach Thessaloniki zu reisen, um den Betroffenen beizustehen. Seine Reise solle "eine absolut klare und unmissverständliche Botschaft senden: null Toleranz gegenüber jeder neuen Form des Terrorismus, die in unserem Land auftreten könnte".
Nach Bekanntwerden des Todes der Mutter verschärfte Mitsotakis seinen Ton. Der Vorfall "bestätigt den mörderischen und unmenschlichen Charakter der blinden Gewalt, die im öffentlichen Leben existiert". Der Ministerpräsident erklärte zugleich, der Staat werde alles daransetzen, die Verantwortlichen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen: "Keine Toleranz gegenüber Blutvergießen und dem spaltenden Extremismus".
Auch Parteien aus dem linken oppositionellen Lager verurteilten die Anschläge. Damit fand die Verurteilung der Gewalt ein parteiübergreifendes Echo. Beobachter werteten den Tod der Mutter als Eskalation einer seit Monaten anhaltenden Welle politisch motivierter Gewalt in dem Mittelmeerland, das in der Vergangenheit wiederholt von terroristischer und politisch motivierter Gewalt erschüttert wurde.
Hintergrund: Politische Gewalt in Griechenland
Der APA-Bericht datiert den Artikel auf den 2. Juli 2026. Am Tag danach dauerten die Ermittlungen an. Die Auswertung des Videomaterials durch die Anti-Terror-Einheit sollte nach Angaben von ERTnews weitere Erkenntnisse zur Identität der Täter liefern.
Die parallel geführten Anschläge auf die Wohnhäuser von Ioakimovic und Anastasiades verliefen nach bisherigen Erkenntnissen ohne Todesopfer. Die Gesamtzahl der Verletzten über alle Tatorte wurde in den vorliegenden Berichten nicht abschließend beziffert. Aus den Fakten geht hervor, dass nach Polizeiangaben fünf Personen bei dem Anschlag auf Nestoras Wohnhaus verletzt wurden; eine andere Quelle spricht von vier weiteren Verletzten.
Auf europäischer Ebene sorgte die Gewalt in Thessaloniki für Aufmerksamkeit. Diplomaten und Regierungsvertreterinnen mehrerer Mitgliedstaaten der Europäischen Union verurteilten den tödlichen Anschlag. Die griechische Regierung kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für Mandatsträger und öffentliche Einrichtungen in Thessaloniki vorübergehend zu verstärken.
Folgen und Ausblick
Innenpolitisch steht die Regierung Mitsotakis unter Druck, die Sicherheitslage in den Griff zu bekommen. Oppositionspolitikerinnen warfen der Regierung vor, Hinweise auf linksextreme Strukturen in der Hafenstadt zu lange unterschätzt zu haben. Die Regierung wies die Kritik zurück und verwies auf die laufenden Ermittlungen der Anti-Terror-Einheit.
Auf kommunaler Ebene kündigte die Stadtverwaltung von Thessaloniki eine Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden an. Bürgerinnen und Bürger legten am Tatort Blumen nieder. Lokale Medien berichteten von spontanen Mahnwachen vor dem ausgebrannten Wohnhaus. Geistliche verschiedener Konfessionen riefen zu Frieden und Besonnenheit auf.
Die Ermittlungen konzentrieren sich nach Angaben der Polizei auf die Auswertung von Überwachungskameras aus der Umgebung der Tatorte sowie auf die Untersuchung der sichergestellten Butangasflaschenreste. Forensische Gutachten sollen Aufschluss über die genaue Bauweise der improvisierten Sprengkörper geben. Ergebnisse wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.
Die griechische Justiz leitete ein förmliches Verfahren wegen Mordes, versuchten Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ein. Sollte die Anti-Terror-Einheit Tatverdächtige identifizieren, wäre ein Haftbefehl des zuständigen Ermittlungsrichters am Athener Appellationsgericht erforderlich, wie Justizkreise erläuterten.
Fragen & Antworten
Wer ist Afroditi Nestora?
Afroditi Nestora ist eine ehemalige Kandidatin und lokale Politikerin der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia in Thessaloniki. Ihr Wohnhaus war Ziel des tödlichen Brandanschlags.
Wie viele Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt?
Nach Polizeiangaben wurden bei dem Anschlag auf Nestoras Wohnhaus fünf Menschen verletzt, darunter die Politikerin selbst und ihre Eltern. Vier Fahrzeuge brannten in der Tiefgarage aus.
Was hat Ministerpräsident Mitsotakis zu der Tat gesagt?
Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verurteilte den Anschlag als "feigen, terroristischen und mörderischen Anschlag" und kündigte an, nach Thessaloniki zu reisen, um eine klare Botschaft gegen jede Form von Terrorismus zu senden.
Thessaloniki: Brandanschlag auf ND-Politikerin – tote Mutter | nachrichten360