Bosnien und Herzegowina gewinnt 3:1 gegen Katar und rückt dem Achtelfinale nahe
Seattle, 24 Juni 2026
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Kurzfassung
Bosnien und Herzegowina hat am dritten Spieltag der Gruppe B ein 3:1 (2:1) gegen Katar eingefahren und sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für den Einzug ins Achtelfinale der WM 2026 erarbeitet. Vor 66.925 Zuschauern in Seattle trafen Kerim Alajbegovic, Sultan Al-Brake per Eigentor und Ermin Mahmic für die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez.
Seattle, 24 Juni 2026
Bosnien und Herzegowina hat am letzten Spieltag der Gruppe B der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Gastgeber Katar mit 3:1 (2:1) besiegt und sich damit als einer der acht besten Gruppendritten für die K.o.-Phase in Position gebracht.
Die Partie vor 66.925 Zuschauerinnen und Zuschauern in Seattle begann furios für die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez. Bereits in der zweiten Minute gab Ermedin Demirovic, der für Stuttgart spielt, den ersten Warnschuss ab, den Katars Torhüter Mahmud Abunada entschärfte. Kurz darauf probierte Ivan Sunjic sein Glück aus fast identischer Position, wieder war Abunada zur Stelle (3.). Bosnien-Herzegowina startete mit viel Druck ins Spiel und schnürte den Außenseiter früh in dessen Hälfte ein.
Den verdienten Lohn brachte ein junger Angreifer: Der erst 18 Jahre alte Kerim Alajbegovic, der von Salzburg zu Bayer Leverkusen wechselt und in Köln geboren wurde, brachte die Bosnier in der 29. Minute mit einem Traumtor in Führung. Sein Abschluss aus rund 18 bis 20 Metern landete fast genau im Winkel, Geschwindigkeitsmessungen zufolge schlug der Ball mit bis zu 100 km/h im rechten Eck ein. Für den Youngster war es im 13. Länderspiel bereits der zweite Treffer.
Furioser Auftakt und ein Traumtor
Nur fünf Minuten später baute Bosnien die Führung aus. Sead Kolasinac flankte von links, Edin Dzeko legte den Ball in den Strafraum, und Sultan Al-Brake lenkte die Hereingabe unglücklich ins eigene Netz. Das 2:0 in der 34. Minute wurde offiziell als Eigentor von Katars Verteidiger gewertet, wobei manche Quellen die Szene auch Torhüter Mahmud Abunada zuschreiben.
Katar, das auf den gesperrten Assim Madibo verzichten musste und vom spanischen Trainer Julen Lopetegui betreut wird, schlug jedoch unmittelbar vor der Pause zurück. Edmilson Junior brachte eine Flanke von rechts, im Strafraum legte er quer, und Kapitän Hassan Alhaydos verkürzte aus kurzer Distanz auf 1:2 (42.). Damit ging es für die Mannschaft, die bereits 2022 als Gastgeber an einer WM teilgenommen hatte, mit einem knappen Rückstand in die Kabine.
Alhaydos verkürzt kurz vor der Pause
Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Pedro Miguel beinahe sogar den Ausgleich erzielt, doch der in Portugal geborene Akteur traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur den Pfosten. Auch auf der anderen Seite verpasste Edin Dzeko in seinem 150. Länderspiel die Chance auf das dritte Tor, als er von der Strafraumkante nur das Aluminium traf (38.). Bosnien hatte bis weit in die zweite Halbzeit keinen Torschuss mehr zu verzeichnen, kontrollierte das Geschehen jedoch zunehmend.
Katar versuchte, nach dem Seitenwechsel zurück ins Spiel zu finden, doch die größte Chance hatte Akram Afif, dessen Schuss in der 57. Minute das Außennetz streifte. Wenig später, in der 63. Spielminute, wechselte Barbarez den 40 Jahre alten Dzeko aus und brachte den 21-jährigen Ermin Mahmic, der sich erst in diesem Jahr für Bosnien und gegen Österreich entschieden hatte und bei Slovan Liberec in Tschechien unter Vertrag steht.
Mahmic macht den Deckel drauf
Die Entscheidung fiel in der 80. Minute: Nach einer Ecke konnte Katar den Ball nicht klären, der eingewechselte Mahmic stand goldrichtig am Elfmeterpunkt und traf aus rund elf Metern leicht abgefälscht zum 3:1. Für Mahmic war es nach seinem Treffer gegen die Schweiz bereits sein zweites WM-Tor im gerade einmal vierten Länderspiel. Damit war der erste Sieg nach sieben sieglosen Partien perfekt.
Mit dem Erfolg kletterten die Bosnier in der Abschlusstabelle von Gruppe B auf Rang drei und brachten es auf vier Punkte. Zwar wäre bei einem Erfolg mit mindestens vier Toren Unterschied bereits der Einzug ins Sechzehntelfinale fix gewesen, doch auch so gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die nun erreichten vier Punkte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit reichen werden, um als einer der acht besten Gruppendritten weiterzukommen. Die K.o.-Phase ist aber noch nicht fix, endgültig entschieden wird das spätestens am Sonntagabend.
Schweiz wird Gruppensieger
Parallel sicherte sich die Schweiz durch einen 2:1-Sieg gegen Gastgeber Kanada in Vancouver den ersten Platz in der Gruppe. Rubén Vargas in der 46. Minute sowie der 20-jährige Johan Manzambi vom SC Freiburg in der 57. Minute trafen für die Eidgenossen, die im Heimstadion von Thomas Müller vor 52.497 Zuschauern jubeln durften. Promise David erzielte für Kanada in der 76. Minute lediglich den Anschlusstreffer. Damit muss Kanada alle weiteren Spiele in den USA austragen, obwohl es Gastgeber ist.
Für Katar bedeutet die Niederlage das Aus im Turnier. Die Mannschaft um Kapitän Alhaydos wartet nun seit neun Spielen auf einen Sieg und hat auf WM-Ebene auch im sechsten Anlauf keinen Sieg erringen können. Bei ihren bisherigen beiden WM-Teilnahmen blieben die Kataris somit ohne Erfolg. Lopetegui räumte nach dem Spiel individuelle Fehler als Hauptgrund für die Niederlage ein und lobte zugleich den Charakter seiner Spieler.
Das deutsche Nachwuchstalent Kerim Alajbegovic zeigte sich nach dem Schlusspfiff überwältigt: „Ich bin sprachlos, ich möchte jedem für den Support hier und zu Hause danken. Wir machen weiter.“ Das Geburtstagsgeschenk des in Köln geborenen Offensivspielers dürfte bei den bosnischen Fans gut angekommen sein, die schon in den Morgenstunden in blau-gelb-weißen Trikots das Stadion in Seattle gefüllt hatten.
Trainer Sergej Barbarez ordnete den Erfolg nüchtern ein. Man sei als kompletter Außenseiter angereist, habe aber Großartiges geschaffen, lautete sein Fazit nach dem ersten WM-Sieg. Mit Blick auf den Altersunterschied zwischen dem 40-jährigen Dzeko und dem 18-jährigen Alajbegovic und das Tor von Joker Mahmic betonte Barbarez, man habe viele junge Spieler, die erst am Anfang stünden: „Ich bin davon überzeugt, dass sie erst begonnen haben und die nächste WM ihre wahre WM wird.“
Historische Chance für die "Drachen"
Die bosnische Auswahl, intern "Zmajevi" (Drachen) genannt, nimmt nach 2014 erst zum zweiten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Ein Erreichen der K.o.-Runde wäre ein historischer Erfolg und das erste Mal überhaupt, dass sich das Land für die Endrunde einer WM-Ausscheidungsphase qualifiziert. In der Startelf stand mit Arjan Malic vom SK Sturm Graz ein weiterer österreichischer Legionär, der sein erstes WM-Spiel bestritt.
Referee Valenzuela aus Venezuela leitete die faire Begegnung, in der lediglich zwei Gelbe Karten gezogen wurden: Mahmic auf Seiten der Bosnier und Fathy für Katar sahen den gelben Karton. Eine längere Unterbrechung gab es, als bosnischerseits Torhüter Nikola Vasilj und Nikola Katic rund um die Stundenmarke zusammenprallten, bevor es in die Trinkpause ging.
Ausblick auf das Achtelfinale
Unter dem Strich steht für Bosnien ein Pflichtsieg zum Abschluss der Gruppenphase. Nach dem 1:1 gegen Kanada und dem 1:4 gegen die Schweiz durften die "Zmajevi" erstmals bei diesem Turnier jubeln, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Jubel in den kommenden Tagen weitergehen wird.
Sollte das Weiterkommen mathematisch bestätigt werden, wartet auf die "Drachen" im Achtelfinale eine Begegnung mit einem Gruppensieger aus den später spielenden Gruppen. Bis dahin ruht der Ball für die Mannschaft von Sergej Barbarez, die in den kommenden Tagen auf die übrigen Ergebnisse warten muss.
Fragen & Antworten
Wer ist Kerim Alajbegovic?
Kerim Alajbegovic ist ein 18-jähriger Stürmer, der in Köln geboren wurde, zuletzt für Salzburg spielte und künftig für Bayer Leverkusen aufläuft. Beim WM-Spiel gegen Katar erzielte er in der 29. Minute das 1:0 per Weitschuss.
Wie hat Bosnien und Herzegowina das Spiel gegen Katar entschieden?
Bosnien und Herzegowina gewann das letzte Gruppenspiel in Seattle mit 3:1 (2:1). Die Tore erzielten Kerim Alajbegovic (29.), Sultan Al-Brake per Eigentor (34.) und der eingewechselte Ermin Mahmic (80.); für Katar traf Kapitän Hassan Alhaydos (42.).
Was bedeutet der Sieg für das Weiterkommen Bosniens?
Mit dem Erfolg sammelte Bosnien vier Punkte in Gruppe B und belegt damit Rang drei. Damit hat das Team gute Chancen, als einer der acht besten Gruppendritten in das Achtelfinale der WM 2026 einzuziehen, was das erste Erreichen einer WM-K.o.-Phase in der Geschichte des Landes wäre.
Bosnien Katar 3:1: Alajbegovic Traumtor ebnet Weg ins | nachrichten360