Der Frontmann der Band Tokio Hotel, Bill Kaulitz, hat in einem Interview mit dem Magazin "Stern" und der Deutschen Presse-Agentur über queerfeindliche Übergriffe gesprochen, denen er als Kind und Jugendlicher ausgesetzt war.

Übergriffe im Schwimmbad und auf der Straße

In dem am Mittwoch veröffentlichten Interview schildert Bill Kaulitz Szenen aus seiner Jugend, die er bisher nicht öffentlich gemacht hatte. "Damals gab es Situationen, in denen mir die Hose runtergezogen wurde oder mir im Schwimmbad zwischen die Beine gefasst wurde", sagte der Musiker dem Magazin "Stern". Die Übergriffe hätten sich wiederholt, und er habe sie aus Scham lange mit sich allein getragen. "Das war für mich fast normal, und aus Scham habe ich es oft niemandem erzählt", sagte er.

Der Sänger, der mit seinem Zwillingsbruder Tom Kaulitz in Magdeburg aufwuchs, sprach zudem von einer insgesamt schwierigen Kindheit. "Das war keine behütete Kindheit", sagte Bill der Deutschen Presse-Agentur. Die Zeit sei "rough" gewesen und von Angst, Hass und Gewalt geprägt. Auch im heutigen Alltag beobachtet er queere Feindlichkeit – etwa in der U-Bahn oder im Supermarkt.