Der Ball, mit dem Diego Armando Maradona im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 zwischen Argentinien und England das sogenannte „Tor der Hand Gottes“ und kurz darauf das „Tor des Jahrhunderts“ erzielte, wird vom 21. bis 23. August 2026 beim US-Auktionshaus Heritage Auctions in Dallas erneut versteigert.
Startgebot und Erwartungen
Heritage Auctions hatte bereits zuvor angekündigt, dass die Online-Bieterrunde am 31. Juli beginnen solle. Das Startgebot liegt bei 2,5 Millionen US-Dollar (2,2 Millionen Euro), rechnet mit Geboten bis zu 10 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 8,8 Millionen Euro) und mehr. Damit könnte der Erlös den bisherigen Verkaufspreis von etwa 2,3 Millionen Euro deutlich übertreffen, zu dem das Objekt 2022 in London versteigert worden war.
Das Auktionshaus bewirbt den Ball in emotionalen Worten: „Dieser Ball war Zeuge der berühmtesten Kontroverse und des gefeiertsten Geniestreichs in der Geschichte des Fußballs“. Die Redewendung „Hand Gottes“ geht auf eine Aussage Maradonas zurück, der den Treffer mit der Hand nach dem Spiel auf eine vermeintlich göttliche Fügung zurückführte.
Authentizität des Balls
Unabhängige Gutachter sollen ebenfalls bestätigt haben, dass es das Spielgerät ist, mit dem Maradona damals … erzielt hatte. Der Referee soll auch die Echtheit bestätigt haben, in der Partie sei kein weiterer Ball zum Einsatz gekommen sein. Damit gilt der Ball als authentisches Relikt des historischen Spiels.
Die Begegnung am 22. Juni 1986 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt endete 2:1 für Argentinien, beim 2:1 zuerst das Tor der Hand Gottes und danach seinen Jahrhunderttreffer mit einem unfassbaren Solo aus der eigenen Hälfte heraus. Das zweite Tor gilt bis heute als einer der spektakulärsten Treffer der Fußballgeschichte.
Politischer Hintergrund des Spiels
Das Spiel stand im Schatten des Falklandkrieges zwischen Argentinien und Großbritannien vier Jahre zuvor und war deshalb auch politisch besonders aufgeladen. „aus dem damals auch politisch aufgeladenen Duell wegen des Falklandkrieges zwischen Argentinien und England vier Jahre zuvor“, heißt es in der Beschreibung des Auktionshauses.
Nach dem Spiel war der Ball mehrere Jahrzehnte im Besitz des tunesischen Schiedsrichters Ali Bin Nasser. Er hatte die Partie im Aztekenstadion geleitet. Bin Nasser sah weder das Handspiel noch das Tor des Jahrhunderts als regelwidrig an und gab keinen Treffer zurück – eine Entscheidung, die seither kontrovers diskutiert wird.
Vom Schiedsrichter auf den Auktionsmarkt
Der Weg des Balls in den Besitz Bin Nassers entspricht der damaligen Gepflogenheit, wonach der Unparteiische das Spielgerät nach dem Abpfiff behalten durfte. Über Jahrzehnte hinweg war das Objekt deshalb für die Öffentlichkeit unsichtbar und tauchte erst 2022 erstmals auf dem internationalen Auktionsmarkt auf.
Die bevorstehende Versteigerung reiht sich in eine Serie von Maradona-Memorabilia ein, die in den vergangenen Jahren hohe Preise erzielten. Sammlerinnen und Sammler sehen in dem Ball ein einzigartiges Zeugnis der Sportgeschichte, das zwei denkwürdige Momente in einem einzigen Objekt vereint: eine Regelwidrigkeit und einen genialen Treffer.
Mit dem Erlös der Auktion könnten sich die Markterwartungen für historische Fußball-Memorabilia weiter verfestigen. Branchenbeobachter werten den hohen Schätzwert als Beleg dafür, dass Erinnerungsstücke an ikonische Momente des Sports international gefragt bleiben.
Sollte das Höchstgebot von zehn Millionen Dollar tatsächlich erreicht oder überschritten werden, wäre der Ball eines der teuersten je versteigerten Objekte aus dem Bereich Fußball. Heritage Auctions begründet den Erwartungswert mit der außergewöhnlichen Doppelbedeutung des Balls als „Zeuge“ zweier unvergesslicher Szenen.
