Argentinien wendet gegen Ägypten das frühe Aus ab und steht im Viertelfinale
Atlanta, 08. Juli 2026
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Kurzfassung
Argentinien hat im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Ägypten einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg gedreht und damit das Viertelfinale erreicht. Matchwinner war Enzo Fernández mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit, nachdem Cristiano Romero und Lionel Messi zwischenzeitlich ausgeglichen hatten. Über die strittigen Schiedsrichterentscheidungen wurde im Anschluss heftig diskutiert.
Titelverteidiger Argentinien hat im Achtelfinale der Fußball-WM in Atlanta gegen Ägypten einen Rückstand von zwei Toren noch in einen 3:2-Sieg verwandelt und ist damit in die Runde der besten Acht eingezogen.
Die Partie begann für die Albiceleste denkbar schlecht. Bereits in der 15. Minute brachte Yasser Ibrahim Ägypten nach einer Standardsituation in Führung. Nur vier Minuten später kam es zum Aufreger des Spiels: Haissem Hassan foulte Nicolás Tagliafico im Strafraum, Schiedsrichter François Letexier zeigte auf den Punkt.
Ägypten legt nach – und gerät unter Druck
Lionel Messi, 39 Jahre alt, übernahm die Verantwortung und scheiterte an Ägyptens Torhüter Mohamed Oufa Shobeir. Es war der zweite verschossene Elfmeter des argentinischen Kapitäns bei dieser WM – auch im Gruppenspiel gegen Österreich hatte er vom Punkt verfehlt. Wie der Sender berichtet, hatte zuvor kein Spieler bei einer Fußball-WM zwei Elfmeter im Turnierverlauf verschossen, Elfmeterschießen nicht eingerechnet.
Kurz vor der Pause hätten die Argentinier beinahe nachgelegt, doch Shobeir parierte auch gegen Alexis Mac Allister (28.) und Julian Álvarez (39.) glänzend. So ging es mit einer knappen 1:0-Führung der Ägypter in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Mostafa Ziko nach Vorarbeit von Hassan und einem Pass von Mohamed Salah auf 2:0 (67.). Salah, fünf Jahre jünger als Messi, war an diesem Abend einer der auffälligsten Akteure auf ägyptischer Seite. Allerdings wurde Zikos Treffer in der 58. Minute bei einem früheren Pfiff gegen Marwan Ateya an Martínez nach VAR-Eingriff noch aberkannt – Ägypten stand also nur wenige Minuten mit dem vermeintlichen Ausbau der Führung auf dem Platz.
Heißer Schiedsrichter-Streit und Rote Karte
Der zweite Treffer gab den Nordafrikanern jedoch Sicherheit. Zunächst allerdings sorgte Rodríguez de Paul für Aufregung, als er im eigenen Strafraum einen ägyptischen Angreifer foult. Der VAR griff nicht ein, obwohl die Szene zumindest überprüfenswert gewesen wäre.
Wie Deutschlandfunk berichtete, wurde die Partie zunehmend hitziger. „Die Bank der Afrikaner war derart außer sich, dass es sogar eine rote Karte für einen der Betreuer gab“, hieß es in der Reportage. An der Entscheidung des Schiedsrichters und dem Spielausgang änderte dies jedoch nichts mehr.
Den Wendepunkt leitete Cristiano Romero ein. In der 79. Minute köpfte der Innenverteidiger zum Anschlusstor. Nur fünf Minuten später erzielte Messi, der zuvor unter anderem einen Freistoß aus etwa 25 Metern an den Pfosten gesetzt hatte, den 2:2-Ausgleich. Die Arena in Atlanta bebte.
Dramatisches Finale in der Nachspielzeit
Als alle bereits mit einer Verlängerung rechneten, schlug die Stunde von Enzo Fernández. In der 90.+2 Minute nutzte er die erste echte Unordnung in der ägyptischen Defensive nach einem nicht geahndeten Foul im Mittelfeld zum Konter und traf zum umstrittenen, aber letztlich entscheidenden 3:2. „Grund dafür war das entscheidende Tor von Enzo Fernández, das zumindest umstritten war“, bilanzierte der Sender.
In der Nachspielzeit warfen die Ägypter noch einmal alles nach vorne, doch die argentinische Defensive um Martínez und stand letztlich. Ägypten verpasste damit den erstmaligen Einzug in ein WM-Viertelfinale in der Geschichte des Landes und muss den Weg nach Hause antreten.
Argentinien trifft nun im Viertelfinale auf den Sieger der letzten Achtelfinal-Begegnung zwischen der Schweiz und Kolumbien, die noch am Abend des Spieltages ermittelt wird. Die Schweizer gewannen das abschließende Achtelfinal-Spiel des Turniers, womit Argentinien gegen die Schweiz spielen wird. Damit steht der nächste Gradmesser für den viermaligen Weltmeister fest – die Mannschaft spielt weiterhin um den insgesamt vierten Titel.
Ägyptens ehemaliger Nationalspieler Mohamed Zidan, früherer Bundesliga-Profi und 41-facher Nationalspieler, hatte vor dem Spiel bei MagentaTV an die Disziplin seines Heimatlandes appelliert: „Wir müssen träumen. Manchmal gehen Träume in Erfüllung. Wir dürfen vor dem Strafraum kein Foul machen“. Die Mannschaft habe phasenweise genau das umgesetzt, was Zidan gefordert hatte.
Warten auf den Viertelfinalgegner
Bemerkenswert ist zudem die Belastung der Ägypter im Turnier: Sie waren bereits in der vorherigen Runde nach 120 Minuten gegen Kap Verde über die volle Distanz gegangen. Auch wenn dies keine offizielle Ausrede sein soll, erklärt es doch mit, warum den Nordafrikanern am Ende die Kräfte für die letzten entscheidenden Minuten fehlten.
Mit Blick auf das nächste Spiel bleibt abzuwarten, wie sich Argentinien von den körperlichen Strapazen dieses Krimis erholt. Den Schwung aus dem furiosen Comeback im Rücken dürfte die Mannschaft um Messi jedoch mitnehmen können.
Blick auf die Schiedsrichter-Entscheidungen
Fest steht: Die FIFA-Schiedsrichter mit François Letexier an der Spitze werden den Spielbericht genau aufarbeiten müssen. Zwei strittige VAR-Situationen – die nicht geahndete Aktion von Alexis Mac Allister gegen Xaver Schlager vor dem argentinischen Führungstor im Spiel gegen Österreich sowie das Foul von Rodrigo De Paul im eigenen Strafraum gegen Ägypten – werden Diskussionsstoff über das gesamte Turnier hinweg liefern. Auch Dank der sportlichen Leistung steht jedoch fest: Argentinien ist im Viertelfinale der WM 2026 angekommen.
Fragen & Antworten
Wie konnte Argentinien das Spiel gegen Ägypten noch drehen?
Nach einem 0:2-Rückstand erzielten Cristiano Romero per Kopf (79.) und Lionel Messi (84.) den Ausgleich, ehe Enzo Fernández in der Nachspielzeit der 90.+2 den entscheidenden Treffer zum 3:2 erzielte.
Was war die strittiste Szene des Spiels?
Im Mittelpunkt stand ein nicht geahndetes Foul von Rodrigo De Paul an einem ägyptischen Spieler im eigenen Strafraum – der VAR griff trotz Überprüfbarkeit der Szene nicht ein.
Wer ist der nächste Gegner Argentiniens?
Im Viertelfinale trifft Argentinien auf die Schweiz, die sich im letzten Achtelfinal-Spiel des Turniers gegen Kolumbien durchsetzte.