Welpen auf A4 gerettet: Kontrolle stoppt illegalen Transport | nachrichten360
Acht Hundewelpen auf A4 aus Kastenwagen befreit: Polizei stoppt Transport ohne Wasser und Futter
Bruck an der Leitha, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
Bei einer Schwerpunktaktion auf der Ostautobahn (A4) haben Einsatzkräfte in Niederösterreich acht etwa fünf Wochen alte Hundewelpen aus einem rumänischen Kastenwagen befreit. Der Transport hatte laut Polizei mehr als sieben Stunden und rund 540 Kilometer ohne Wasser, Futter und Klimatisierung gedauert; gegen Fahrer und Transportunternehmen wird ermittelt.
Im Rahmen einer fremdenpolizeilichen Schwerpunktaktion auf dem Verkehrskontrollplatz Bruck an der Leitha haben Einsatzkräfte am Donnerstagabend acht etwa fünf Wochen alte Hundewelpen aus einem rumänischen Kastenwagen befreit, der sie laut Polizei mehr als sieben Stunden ohne Wasser und Futter transportiert hatte.
Gegen 17:45 inspizierten die Beamten den rumänischen Kastenwagen auf der Ostautobahn (A4) und entdeckten die Tiere in einer völlig ungesicherten Transportbox im Laderaum. Acht Hundewelpen sind am Donnerstagabend bei Kontrollen entlang der Ostautobahn (A4) in Bruck an der Leitha aus einem rumänischen Kastenwagen befreit worden, wie die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Freitag mitteilte. Die Welpen waren nach Angaben der Exekutive rund fünf Wochen alt.
Nach der Entdeckung versorgten die Einsatzkräfte die Tiere sofort mit Wasser. „Das unnötige Leiden der Tiere konnte aufgrund der Kontrolle gestoppt werden. Die Einsatzkräfte der Polizei versorgten die Welpen nach deren Auffindung sofort mit Wasser“, berichtete die Polizei am Freitag in einer Aussendung. Die Polizei fasste das Geschehen unter der Überschrift „Unnötiges Leid“ zusammen.
Hintergrund: Sieben Stunden ohne Wasser und Futter
Laut Ermittlungen waren die Welpen bereits mehr als sieben Stunden und rund 540 Kilometer in dem Fahrzeug befördert worden, bevor der Wagen auf der A4 gestoppt wurde. Wasser, Futter sowie eine geeignete Klimatisierung des Laderaums standen den Tiere dabei nicht zur Verfügung. Die Tiere waren den Angaben zufolge ohne Wasser und ausreichende Versorgung mehrere Stunden unterwegs.
Wie die Polizei weiter mitteilte, waren die Welpen an einer Tankstelle in Ungarn nahe der rumänischen Grenze aufgenommen worden. Von dort aus habe der Transporter seine Fahrt in Richtung Westen fortgesetzt. Erforderliche Transportpapiere, EU-Heimtierausweise und die notwendige Zulassung konnten nicht vorgelegt werden. Stattdessen wurden lediglich blanko Impfzertifikate mitgeführt.
Lückenlose Papiere fehlen
Bereits während der ersten Befragung verstrickte sich der rumänische Fahrer in Widersprüche. Die Ermittler werteten seine Angaben als wenig glaubwürdig. Gegen den Lenker und das Transportunternehmen erstattete die Polizei mehrere Anzeigen nach dem Tiertransportgesetz. Für die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen ist nach Angaben der Exekutive auch der Absender der Tiere verantwortlich.
Die Aktion auf der Ostautobahn wurde von der Fremden- und Grenzpolizeilichen Abteilung der Landespolizeidirektion Niederösterreich geleitet. Neben der Fremden- und Grenzpolizeilichen Abteilung PUMA waren die Verkehrsabteilung Niederösterreich, das Zollamt sowie das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl an den Kontrollen beteiligt. Die Schwerpunktaktion am Verkehrskontrollplatz Bruck an der Leitha richtete sich in erster Linie gegen grenzüberschreitende Kriminalität und illegale Migration.
Widersprüche beim Fahrer
Die Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha ordnete an, die acht Hundewelpen einem Tierschutzverein zu übergeben. Die Tiere wurden auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft einem Tierschutzverein übergeben. Damit sei ihre weitere Versorgung und Unterbringung sichergestellt, hieß es aus der Bezirksverwaltungsbehörde. Angaben zur Rasse oder zum späteren Verbleib der Tiere machte die Polizei zunächst nicht.
Vom Transportunternehmen wurde nach Polizeiangaben eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3.000 Euro eingehoben. Die Behörden prüfen zudem, ob neben tierschutzrechtlichen auch zollrechtliche oder ausländerrechtliche Verstöße vorliegen. Der Fahrer habe erklärt, die Tiere an einen Abnehmer in Westeuropa liefern zu sollen.
Übergabe an Tierschutzverein und Sicherheitsleistung
Die Beamten stuften die Bedingungen als klar tierschutzwidrig ein. Die Welpen seien in der ungesicherten Box gestapelt und ohne jede Möglichkeit zur Abkühlung, Tränke oder Futteraufnahme transportiert worden. Schon nach wenigen Stunden hätten die Tiere Anzeichen von Dehydrierung gezeigt, hieß es in der Aussendung. Die Polizei sprach von einer „Rettung im letzten Moment“.
Die Ostautobahn (A4) ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Österreichs und führt direkt von Wien in Richtung Budapest. Der Verkehrskontrollplatz Bruck an der Leitha liegt österreichseitig unmittelbar hinter der Grenze zu Ungarn und wird regelmäßig für Schwerpunktaktionen der Fremdenpolizei genutzt. Allein im heurigen Jahr habe es dort mehrere ähnlich gelagerte Kontrollen gegeben, erklärte die Polizei.
Bedeutung des Kontrollplatzes Bruck an der Leitha
Tierschützer und Polizei sehen in dem Fall ein weiteres Beispiel für den illegalen Welpenhandel aus Südosteuropa. Die Behörden warnen, dass junge Hunde häufig ohne ausreichende Impfungen, ohne tierärztliche Untersuchung und unter lebensbedrohlichen Bedingungen über lange Strecken transportiert würden. Oft fehlten EU-Heimtierausweise und die notwendige Zulassung des Transporteurs.
Die zuständigen Stellen kündigten weitere Ermittlungen an. Geprüft werde unter anderem, ob der Fahrer bereits einschlägig in Erscheinung getreten sei und ob das Transportunternehmen in Österreich oder in einem anderen EU-Staat über die erforderlichen Bewilligungen verfüge. Auch die Herkunft der Tiere in Rumänien soll lückenlos geklärt werden. Die Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha behielt sich weitere Verfügungen vor.
Illegale Transporte aus Südosteuropa
Für Hinweise aus der Bevölkerung gibt es ein Hinweisportal. Verdächtige Transporte oder auffällige Fahrzeuge können über die nächste Polizeidienststelle oder die Kriminalpolizeiliche Beratung gemeldet werden. Die Exekutive appellierte zudem, Welpen nicht spontan aus dem Kofferraum oder von Parkplätzen zu kaufen, sondern ausschließlich bei seriösen Züchtern oder Tierheimen.
Die Polizei bedankte sich bei den beteiligten Einsatzorganisationen und dem betreuenden Tierschutzverein ausdrücklich für die schnelle Übernahme und Versorgung der Tiere. Man werde die Schwerpunktkontrollen auf der Ostautobahn fortsetzen, hieß es. Auch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl sowie der Zoll bleiben den Angaben zufolge in die laufenden Erhebungen eingebunden.
Das Verfahren gegen den Fahrer und das Transportunternehmen ist noch nicht abgeschlossen. Sollte sich der Verdacht der Tierquälerei erhärten, drohen nach dem Tiertransportgesetz und dem Tierschutzgesetz empfindliche Geldstrafen, im Wiederholungsfall auch Freiheitsstrafen. Die Ermittler schließen nicht aus, dass weitere Personen in den Fall verwickelt sind.
Fragen & Antworten
Was genau ist auf der A4 bei Bruck an der Leitha passiert?
Bei einer Schwerpunktaktion haben Einsatzkräfte am Donnerstagabend einen rumänischen Kastenwagen kontrolliert und darin acht etwa fünf Wochen alte Hundewelpen ohne Wasser, Futter und Klimatisierung in einer ungesicherten Box im Laderaum entdeckt.
Welche Verstöße werden dem Fahrer und dem Transportunternehmen vorgeworfen?
Die Polizei erstattete mehrere Anzeigen nach dem Tiertransportgesetz; zudem fehlten Transportpapiere, EU-Heimtierausweise und die nötige Zulassung, stattdessen lagen nur blanko Impfzertifikate vor.
Was geschieht nun mit den geretteten Welpen?
Die Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha ordnete die Übergabe der Tiere an einen Tierschutzverein an, der die weitere Versorgung und Unterbringung übernimmt.