Eine 59-jährige Musikerin hat Ende Juni in einem Zug am Wiener Hauptbahnhof eine 27.000 Euro teure Geige samt Zubehör auf der Gepäckablage vergessen; zwei Männer wurden nach einem gescheiterten Verkaufsversuch beim Hersteller festgenommen.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Wiener Polizei am Donnerstag dieser Woche. Die Frau hatte das hochwertige Orchester-Instrument demnach am vergangenen Freitag in einem Zug in der Gepäckablage deponiert und dort vergessen. „Eine 59-Jährige vergaß das wertvolle Instrument am vergangenen Freitag in einem Zug in der Gepäckablage“, berichtete die Polizei am Donnerstag. Zeitgleich erstattete die Besitzerin Anzeige bei der Polizei und informierte den Hersteller der Geige über den Diebstahl.
Wert des Instruments
Wert des Instruments
Vorgehen des 24-Jährigen
Während seines Dienstes entdeckte ein 24-jähriger Mitarbeiter einer Reinigungsfirma den Geigenkoffer. Nach Darstellung der Ermittler fand er den Koffer mit dem Instrument und Zubehör in einem Waggon am Wiener Hauptbahnhof, gab das hochwertige Stück jedoch nicht ab. Stattdessen soll er den Wert des Instruments in einem Fachgeschäft erfragt haben, wie die Polizei berichtete. „Unter dem Vorwand, für einen Angehörigen ein solches Instrument kaufen zu wollen, ging er in ein Geigengeschäft, um den Wert zu erfragen.“
Rolle des Komplizen
Vorgehen des 24-Jährigen
Nachdem er über den hohen Wert informiert war, wandte sich der 24-jährige Reinigungsmitarbeiter an einen Bekannten. Er soll einen 23-jährigen Wiener Freund dazu bewegt haben, ihn beim Verkauf der Geige zu unterstützen. „Dafür wurde dem jungen Österreicher ein Anteil des Verkaufserlöses versprochen“, hieß es in der polizeilichen Darstellung. Die Staatsanwaltschaft Wien wertet das Verhalten als organisierten Diebstahl mit anschließendem Versuch der Hehlerei.
Falle im Fachgeschäft
Rolle des Komplizen
Der 23-jährige Österreicher, dem ein Anteil des Verkaufserlöses versprochen worden war, übernahm laut Ermittlern die Rolle eines Mittelsmanns. Er begleitete den 24-Jährigen zu dem Geschäft, in dem das Instrument schließlich angeboten werden sollte. Die beiden Männer suchten schließlich sogar den Hersteller der Geige auf, um die Violine zu verkaufen. Damit landeten sie ausgerechnet bei jenem Unternehmen, das die Eigentümerin zuvor über den Diebstahl informiert hatte.
Rechtliche Konsequenzen
Falle im Fachgeschäft
„Ausgerechnet dort wollten die Männer am gestrigen Mittwoch das Instrument auch veräußern“, berichtete die Polizei. Als die beiden dort auftauchten, verständigte der Hersteller sofort die Polizei. „Dieser alarmierte die Exekutive“, hieß es weiter. Beamte des Stadtpolizeikommandos Favoriten waren bereits vor Ort, als die beiden Männer das Geschäft betraten. „Als der 23-jährige Komplize mit der Geige das Geschäft betrat, wurde er schon von Beamten des Stadtpolizeikommandos Favoriten erwartet.“
Festnahme und Geständnis
Reaktion des Herstellers
Die Festnahme erfolgte nach Angaben der Ermittler koordiniert. „Beamte des Stadtpolizeikommandos Favoriten nahmen den 23-Jährigen noch im Geschäft und den 24-Jährigen unmittelbar davor fest“, berichtete die Polizei. In ihren Vernehmungen zeigten sich beide geständig. „In ihren Vernehmungen zeigten sich beide geständig“, bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien den Ermittlungserfolg.
Rechtliche Konsequenzen
Die beiden Verdächtigen wurden auf freien Fuß gesetzt. „Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden sie auf freiem Fuß wegen des Verdachts des schweren Diebstahls sowie der versuchten Hehlerei angezeigt“, teilten die Ermittler mit. „Sie bleiben auf freiem Fuß.“ Damit ist die juristische Aufarbeitung des Falls noch nicht abgeschlossen; die Ermittlungen wegen versuchter Hehlerei dauern an.
Wert der Beute
Die Geige samt Zubehör hat nach Polizeiangaben einen Wert von rund 27.000 Euro. „Der Wert der Geige samt Zubehör beträgt nämlich laut Angaben der Polizei rund 27.000 Euro“, hieß es in der Mitteilung. Das Instrument ist ein hochwertiges Orchester-Instrument, das beruflich genutzt wird. Die Musikerin hatte zuvor bereits Anzeige erstattet, wie die Ermittler bestätigten.
Reaktion des Herstellers
Der Geigenbauer, der zuvor von der Eigentümerin über den Verlust informiert worden war, erkannte die Männer offenbar umgehend. „Als die beiden dort auftauchten, verständigte der Hersteller sofort die Polizei“, berichtete die Polizei. Durch sein schnelles Handeln konnte die Polizei die beiden Verdächtigen noch im bzw. vor dem Geschäft festnehmen. Das Instrument wurde sichergestellt.
Hintergrund des Falls
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit von Wertgegenständen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Die Wiener Polizei wies darauf hin, dass wertvolle Gegenstände nicht unbeaufsichtigt in Gepäckablagen zurückgelassen werden sollten. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer werden von der Staatsanwaltschaft Wien weitergeführt. Über den Ausgang des Verfahrens wurde zunächst nichts bekannt.
Sicherheitsempfehlungen
Die Polizei empfiehlt Reisenden, Wertsachen stets in Sichtweite zu behalten und möglichst nah am eigenen Sitzplatz zu deponieren. Instrumente, elektronische Geräte und andere Wertgegenstände sollten in verschlossenen Koffern verstaut und nach Möglichkeit mitgenommen werden, wenn der Platz verlassen wird. Auch die Kennzeichnung von Instrumenten durch den Besitzer kann im Falle eines Diebstahls helfen, das Eigentum zweifelsfrei nachzuweisen.
Ausblick
Die Ermittlungen wegen schweren Diebstahls und versuchter Hehlerei dauern an. Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, müssen sich die beiden Männer vor Gericht verantworten. Die zuständige Staatsanwaltschaft Wien prüft zudem, ob weitere Straftaten im Zusammenhang mit dem Fund des Instruments in Betracht kommen. Die Geige wurde der rechtmäßigen Eigentümerin zwischenzeitlich zurückgegeben.
