Zum 15. Jahrestag der Terroranschläge von Oslo und Utøya berichten Überlebende und Angehörige, wie sie den 22. Juli 2011 erlebten und was das Trauma bis heute in ihrem Leben hinterlässt.

Am 22. Juli 2011 tötete Anders Behring Breivik insgesamt 77 Menschen in Norwegen. Eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo kostete acht Menschen das Leben, weitere wurden verletzt. Anschließend fuhr der Täter als verkleideter Polizist mit der Fähre auf die Insel Utøya, wo ein Sommercamp der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten stattfand. Dort tötete er 69 Menschen, darunter viele Jugendliche.

Einer der Überlebenden ist Magnus Håkonsen. Er war am Tag des Anschlags 18 Jahre alt und entkam nur knapp. Im Gespräch mit der dpa schilderte er, wie er die ersten Schüsse für Feuerwerkskörper hielt: "Als er Schüsse hört, denkt er, jemand erlaube sich einen Spaß mit Feuerwerkskörpern". Erst als andere Camp-Teilnehmer auf ihn zurannten und schrien, erkannte er die Lage. Håkonsen erinnerte sich: "Dann sehe ich plötzlich 30, 40 Menschen auf mich zurennen und schreien: 'Lauf, lauf um dein Leben!'". Er floh zum Tyrifjord-See, versteckte sich im Wasser und zog sich später auf ein Boot.