Zwei betagte Frauen in Graz binnen Stunden überfallen – Phantombilder veröffentlicht
Graz, 24. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
In Graz sind am vergangenen Wochenende zwei hochbetagte Frauen innerhalb weniger Stunden auf offener Straße überfallen und beraubt worden. Die Staatsanwaltschaft Graz ließ Phantombilder der mutmaßlichen Täter veröffentlichen und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Zwei betagte Grazerinnen sind am vergangenen Wochenende binnen Stunden auf offener Straße überfallen und ihrer Goldketten beraubt worden; die Staatsanwaltschaft Graz veröffentlichte nun Phantombilder und sucht Hinweise aus der Bevölkerung.
Zwei Taten innerhalb weniger Stunden
Wie die Staatsanwaltschaft Graz am Donnerstag mitteilte, wurde eine 81-Jährige gegen 11.20 Uhr in einem Innenhof der Wilhelm-Raabe-Gasse im Bezirk Geidorf überfallen. Wenige Stunden später und nur rund zwei Kilometer entfernt wurde eine 88-Jährige im Bereich Schrödingstraße/Mariengasse im Bezirk Lend Opfer eines ähnlichen Übergriffs. In beiden Fällen hatte es der Täter jeweils auf die Goldkette am Hals des Opfers abgesehen. Beide Frauen erlitten leichte Verletzungen.
Nach Angaben des Stadtpolizeikommandos Graz verliefen beide Taten am helllichten Tag im Stadtgebiet. Die Ermittler gehen aufgrund der Opferbeschreibungen zwar von zwei unterschiedlichen Tätern aus, halten aber einen Zusammenhang wegen der ähnlichen Vorgehensweise sowie der zeitlichen und örtlichen Nähe für möglich, hieß es am Donnerstag.
Beschreibung des ersten Tatverdächtigen
Der erste Angreifer wird als etwa 30 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß und „schlaksig" beschrieben. Er trug kurze schwarze Haare und einen markanten schwarzen Schnurrbart. Seine Hautfarbe sei etwas dunkel gewesen und er sprach offenbar Deutsch mit ausländischem Akzent. Bekleidet war der Mann den Opferangaben zufolge mit einem blauen Hemd mit aufgekrempelten Ärmeln, einer beigen Bermudahose und weißen Sportschuhen.
Vom zweiten Täter liegt folgende Beschreibung vor: Er sei etwa 27 Jahre alt, rund 1,77 Meter groß und ebenfalls schlank. Er habe kurze, dunkle bis rötliche, lockige Haare sowie einen rötlichen Vollbart gehabt. Auch seine Hautfarbe sei etwas dunkler gewesen. Er sei gepflegt aufgetreten, habe unter anderem eine beige lange Hose getragen und ebenso Deutsch mit ausländischem Akzent gesprochen.
Beschreibung des zweiten Tatverdächtigen
Die Staatsanwaltschaft Graz ließ Phantombilder veröffentlichen und erhofft sich nun Hinweise aus der Bevölkerung. Sowohl mögliche Zeugen als auch Angaben zum Aufenthaltsort der Verdächtigen sind hilfreich. Hinweise werden beim Kriminalreferat Graz unter der Telefonnummer 059133/65-3333 entgegengenommen.
Die beiden Tatorte liegen nur etwa zwei Kilometer voneinander entfernt, liegen aber in unterschiedlichen Bezirken – Geidorf im Norden und Lend im Westen der Mur. Beide Stadtteile sind dicht bewohnte Wohngebiete mit Geschäftsstraßen, Schulen und öffentlichen Verkehrsanbindungen. Die räumliche Nähe und die zeitliche Häufung der Taten werfen für die Ermittler die Frage auf, ob beide Überfälle möglicherweise auf das gleiche Umfeld oder ein vergleichbares Tatmuster zurückgehen.
Phantombilder und Hinweise an die Bevölkerung
Raubüberfälle auf hochbetagte Menschen, die sich in aller Regel nicht aktiv wehren können, gelten in der Kriminalstatistik als eigene Deliktskategorie und werden meist als besonders skrupellos eingestuft. Auch wenn die Frauen nur leichte Verletzungen davongetragen haben, bedeuten solche Erlebnisse für die Betroffenen oftmals einen erheblichen Vertrauensverlust in den öffentlichen Raum. Beratungsstellen für Opferschutz empfehlen in solchen Fällen unter anderem psychologische Erstbetreuung und eine Dokumentation der Tat für mögliche spätere Gerichtsverfahren.
Die Polizei bittet ausdrücklich darum, die veröffentlichten Phantombilder mit den Beschreibungen abzugleichen und verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich zu melden. Auch Aufnahmen aus privaten Überwachungskameras, etwa aus Hauseingängen oder Geschäften in der Wilhelm-Raabe-Gasse, der Schrödingstraße oder der Mariengasse, könnten für die Ermittlungen relevant sein. Anrufer können ihre Hinweise rund um die Uhr an das Kriminalreferat Graz richten.
Die Staatsanwaltschaft Graz betonte am Donnerstag, dass die Ermittlungen erst am Anfang stünden und noch keine Festnahmen erfolgten. Die zuständige Staatsanwältin habe die Veröffentlichung der Phantombilder angeordnet, um die Bevölkerung direkt in die Fahndung einzubinden. Weitere presserechtliche Schritte seien vorerst nicht geplant, regelmäßige Updates zur Fahndung seien aber vorgesehen, sobald neue Erkenntnisse vorlägen.
Aus Sicht der Prävention weisen Sicherheitsexperten darauf hin, dass gerade ältere Menschen häufig Ziel von sogenannten Schnellraubtaten werden, bei denen Angreifer gezielt sichtbaren Schmuck ins Visier nehmen. Empfohlen wird, Goldketten unter der Kleidung zu tragen, in belebten Bereichen wachsam zu bleiben und verdächtige Situationen frühzeitig zu melden. Stadtteile wie Geidorf und Lend gelten grundsätzlich als gut besiedelte Wohnlagen, in denen solche Überfälle in der Wahrnehmung der Anwohner eher selten vorkommen.
Mögliche Verbindung der beiden Taten
Unklar ist bislang, ob die beiden Täter sich kannten oder unabhängig voneinander agierten. Die Polizei schließt beides nicht aus und arbeitet nach eigenen Angaben an einer möglichen Verbindung. Sollte sich der Verdacht eines Zusammenhangs erhärten, würde sich das Strafmaß wegen der Serie und der ähnlichen Tatausführung deutlich erhöhen, erläutern Strafrechtler. Bis dahin bleiben beide Taten als Einzelfälle Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die betroffenen Frauen haben den Angaben zufolge leichte Blessuren erlitten und befinden sich in ärztlicher Betreuung. Ob sie das Krankenhaus bereits wieder verlassen konnten, war am Donnerstag zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft Graz wollte aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben zum Gesundheitszustand der Opfer machen.
Anwohnerinnen und Anwohner reagierten am Donnerstag besorgt auf die Nachricht aus den beiden Stadtteilen. In den sozialen Medien wurden mehrere Aufrufe geteilt, in denen Nachbarschaften gebeten wurden, aufeinander acht zu geben und insbesondere auf ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger zu achten. Auch Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker kündigten an, sich bei der Polizei nach dem Stand der Ermittlungen zu erkundigen.
Reaktionen aus den Stadtteilen und Hilfsangebote
Die Stadt Graz selbst verwies am Donnerstag auf bestehende Hilfsangebote für Seniorinnen und Senioren, darunter einen mobilen Begleitdienst für Wege in der Innenstadt sowie eine telefonische Sicherheitsberatung. Wer unsicher sei oder sich nach einem Vorfall beobachtet fühle, könne sich an die städtische Seniorenberatung oder direkt an die Polizei wenden. Auch das Opferschutzreferat der Landespolizeidirektion Steiermark stehe für eine kostenlose und vertrauliche Erstberatung zur Verfügung.
Bis zum Vorliegen weiterer Ermittlungserkenntnisse bittet die Polizei die Bevölkerung, die Augen offen zu halten. Hinweise – auch solche, die zunächst unbedeutend erscheinen mögen – nimmt das Kriminalreferat Graz unter der Telefonnummer 059133/65-3333 entgegen. Bei akuter Gefahr soll unverzüglich der Polizeinotruf 133 gewählt werden.
Die Veröffentlichung der Phantombilder ist Teil einer in Österreich üblichen Öffentlichkeitsfahndung, die in den vergangenen Jahren wiederholt dazu beigetragen hat, Tatverdächtige zu identifizieren. Die Staatsanwaltschaft Graz hatte sich demnach bewusst für diesen Schritt entschieden, um die Fahndung zu beschleunigen und mögliche weitere Zeuginnen und Zeugen zu erreichen. Sollte sich der Tatverdacht gegen bestimmte Personen erhärten, würde ein gerichtliches Strafverfahren wegen schweren Raubes eingeleitet.
Fragen & Antworten
Was ist in Graz am vergangenen Wochenende passiert?
Am vergangenen Wochenende wurden in Graz zwei hochbetagte Frauen binnen Stunden auf offener Straße überfallen und ihrer Goldketten beraubt; beide Opfer erlitten leichte Verletzungen.
Wie werden die beiden Tatverdächtigen beschrieben?
Der erste Täter ist laut Polizei etwa 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlaksig, mit kurzen schwarzen Haaren, schwarzem Schnurrbart und beiger Bermudahose. Der zweite Täter wird als etwa 27 Jahre alt, 1,77 Meter groß, schlank, mit rötlichem Vollbart und dunklen bis rötlichen lockigen Haaren beschrieben.
Wo können Hinweise zu den Überfällen gemeldet werden?
Hinweise nimmt das Kriminalreferat Graz unter der Telefonnummer 059133/65-3333 entgegen; die Staatsanwaltschaft Graz hat zudem Phantombilder der mutmaßlichen Täter veröffentlicht.
Graz: Zwei Überfälle auf Seniorinnen – Phantombilder | nachrichten360