Bei einer Geschwindigkeitskontrolle Anfang Mai in Kall löste ein zu schneller Van den Blitzer aus, doch auf dem Beweisfoto erschien stattdessen eine ältere Dame mit Rollator.

Die Polizei Euskirchen führte in einer Tempo-30-Zone in Kall eine routinemäßige Geschwindigkeitsmessung durch. Dabei wurde ein Fahrzeug mit 42 km/h gemessen – deutlich über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Im exakten Moment der Aufnahme schob sich eine Seniorin mit ihrem Rollator durch das Bildfeld der Radarkamera. Die Frau war zufällig an dem vorbeifahrenden Van vorbeigegangen, als der Blitzer auslöste.

Das Ergebnis: Auf dem Beweisfoto ist nicht das Kennzeichen des zu schnellen Wagens zu erkennen, sondern hauptsächlich die Passantin mit ihrer Gehhilfe. Das Nummernschild wurde durch den Rollator verdeckt.

Polizei veröffentlicht kurioses Bild

Die Beamten der Kreispolizeibehörde Euskirchen teilten das kuriose Bild später auf ihrem Instagram-Kanal. Dazu schrieben sie: „Geschwindigkeitskontrolle mit unerwartetem Highspeed-Moment“.

Ein Polizeisprecher kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Der Fahrer müsste sich bei der Frau eigentlich bedanken.“ Denn ohne die unfreiwillige Hilfe der Seniorin wäre der Temposünder eindeutig identifiziert worden.

Sowohl die Fußgängerin als auch der Fahrer des Vans setzten ihren Weg nach der Kontrolle unbeeindruckt fort. Die Polizei bestätigte, dass beide offenbar nichts von dem ungewöhnlichen Zusammentreffen mitbekamen.

Fahrer bleibt ohne Strafe

Weil das Kennzeichen auf dem Foto nicht lesbar ist, bleibt der Fahrer des Vans für die Geschwindigkeitsüberschreitung straffrei. Eine nachträgliche Ermittlung ist ohne verwertbares Beweismittel nicht möglich.

Der Fall zeigt, wie selbst moderne Überwachungstechnik durch alltägliche Zufälle an ihre Grenzen stoßen kann. Die Polizei nahm es mit Humor und nutzte die Gelegenheit für einen unterhaltsamen Social-Media-Beitrag.

Hintergrund: Blitzer-Pannen in NRW

In der Region Nordrhein-Westfalen kommt es immer wieder zu ungewöhnlichen Blitzerfotos. Meist handelt es sich um Tiere oder Gegenstände, die die Messung auslösen – eine Person mit Rollator ist jedoch eine Seltenheit.

Die Tempo-30-Zone in Kall war zum Zeitpunkt der Messung regulär ausgeschildert. Die Polizei betont, dass Geschwindigkeitskontrollen in solchen Bereichen dem Schutz aller Verkehrsteilnehmer dienen, insbesondere von Fußgängern.