Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat am Donnerstag die Entscheidung bekannt gegeben, ihre erste internationale Bildungsaußenstelle in München zu eröffnen.
Der Standort am Karolinenplatz im Zentrum Münchens wurde nach umfassenden Machbarkeitsstudien ausgewählt, wie Yad Vashem gemeinsam mit den Landesregierungen von Bayern und Sachsen mitteilte. Die Wahl fiel aufgrund der historischen Bedeutung der Stadt, der bestehenden Bildungslandschaft, der Infrastruktur und der hohen Sicherheitsstandards auf die bayerische Landeshauptstadt.
Yad-Vashem-Vorsitzender Dani Dayan erklärte, München sei auch wegen seiner Bedeutung für den Aufstieg des Nationalsozialismus gewählt worden. Er nannte die Entscheidung eine mit „einer tiefen symbolischen Bedeutung“. Die NSDAP wurde 1920 in München gegründet und hatte dort ihre Parteizentrale. Anhänger der Nazis bezeichneten die Stadt als „Hauptstadt der Bewegung“.
Symbolische Standortwahl
Dayan betonte, die Entscheidung falle „zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem Instrumentalisierung oder Leugnung des Holocaust sowie Antisemitismus zunehmen“. Die Einrichtung soll innerhalb von drei Jahren eröffnet werden und rund 20 Mitarbeiter beschäftigen.
Neben dem Hauptstandort in München ist eine kleinere Zweigstelle in Leipzig geplant. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Entscheidung als „eine große Ehre und zugleich Verpflichtung“. Er sagte, Leipzig könne als „eine Brücke nach Osteuropa“ dienen und mit Polen und Tschechien in der Erinnerungsarbeit kooperieren.
