Wiener Polizei warnt erneut vor Einbruchsserie mit Säure – fünf neue Fälle in Favoriten
Wien, 24. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Wiener Polizei hat am Donnerstag erneut vor einer Serie von Wohnungseinbrüchen gewarnt, bei denen unbekannte Täter ätzende Säure einsetzen. Zwischen 17. und 22. Juli 2026 wurden fünf weitere Taten im zehnten Bezirk Favoriten registriert, womit die Gesamtzahl der dokumentierten Fälle seit dem Frühjahr auf mindestens 15 steigt.
Die Wiener Polizei hat am Donnerstag mit einer erneuten Aussendung vor einer seit dem Frühjahr andauernden Serie von Wohnungseinbrüchen gewarnt, bei denen unbekannte Täter mit ätzender Säure Türschlösser beschädigen, um in Wohnungen zu gelangen.
Ermittlungen des Landeskriminalamts
Allein zwischen 17. und 22. Juli 2026 schlugen die Täter fünfmal in Favoriten zu und verübten fünf weitere Einbrüche nach demselben Muster. Damit erhöht sich die Zahl der dokumentierten Fälle in Wien auf mindestens 15. Erst am Donnerstag hatte die Polizei die Bevölkerung mit einer neuen Warnung auf die Vorgehensweise aufmerksam gemacht, wie eine Sprecherin der APA bestätigte.
Die Ermittlungen laufen beim Landeskriminalamt Wien, Ermittlungsbereich Diebstahl, Gruppe Kremser. „Das Landeskriminalamt (Gruppe Kremser) ermittelt gegen unbekannte Täter, die sich mit ätzender Säure Zutritt zu Wohnungen verschaffen“, hieß es in der Aussendung. Das Landeskriminalamt ermittelt bereits seit dem Frühjahr wegen einer Serie.
Vermutlich eine Tätergruppe
Nach Angaben der Polizei ist von einem einzelnen Täter oder einer Tätergruppe auszugehen. „Die Serie werde darum einer Täterschaft zugeordnet“, sagte die Sprecherin. Die kriminologische Einschätzung stützt sich auf die gleichartige Vorgehensweise und die Verwendung von Säure als Mittel zur Überwindung der Türschlösser.
Im Juni folgten zwei weitere Fälle in Margareten und Döbling, die mutmaßlich auf das Konto derselben Bande gehen. Zudem schlugen die Täter bereits zwischen Februar und April dieses Jahres achtmal in den Bezirken Landstraße, Wieden, Favoriten und Meidling zu. Insgesamt sind damit sechs verschiedene Wiener Bezirke betroffen: Landstraße, Wieden, Favoriten, Meidling, Margareten und Döbling.
Warnung vor Salpetersäure
Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei der eingesetzten Flüssigkeit um Salpetersäure handelt. „Es könne sich hierbei um Salpetersäure handeln, die auf Haut, Atemwege und Schleimhäute eine ätzende Wirkung hat“, so die Sprecherin. Die Behörde rief die Bevölkerung zugleich zu erhöhter Vorsicht auf. „Die Polizei bittet Wienerinnen und Wiener um erhöhte Aufmerksamkeit“, heißt es in der Mitteilung.
Konkret warnt die Polizei: „Sollten Sie an dem Schloss Ihrer Eingangstüre Beschädigungen sowie eine Flüssigkeit vorfinden, vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit der Flüssigkeit“. Auch in einer weiteren Warnung formulierte die Polizei: „Sollten Sie Beschädigungen oder Flüssigkeitsspuren an Ihrer Wohnungstür feststellen, ist höchste Vorsicht geboten. Es könnte sich um ätzende Salpetersäure handeln.“
Erste Hilfe bei Kontakt
Im Fall eines versehentlichen Kontakts empfiehlt die Polizei, die betroffene Hautstelle sofort mit reinem, klarem Wasser abzuspülen. „Erste Hilfe bei Kontakt: Die betroffene Hautstelle sofort mit reinem, klarem Wasser abspülen – keine Seife oder sonstige Mittel verwenden.“ Seife oder andere Zusätze sollen demnach nicht verwendet werden, da sie die Wirkung der Säure verstärken könnten.
Die Polizei rät zudem dringend davon ab, die Flüssigkeit zu berühren oder an ihr zu riechen. „Kontakt vermeiden: Berühren oder riechen Sie nicht an der Flüssigkeit (Gefahr für Haut, Schleimhäute und Atemwege!)“, warnen die Ermittler. Schon das Einatmen der Dämpfe könne die Atemwege reizen.
Bei verdächtigen Beobachtungen sollen Anwohnerinnen und Anwohner sofort handeln. „Sofort handeln: Rufen Sie unverzüglich die Polizei unter 133“, so die klare Anweisung der Beamten. Die Notrufnummer 133 ist rund um die Uhr erreichbar und verbindet direkt mit der zuständigen Polizeileitstelle.
Betroffene Bezirke in Wien
Die Einbruchsserie zieht sich bereits seit einigen Monaten. Während die ersten Fälle im Frühjahr 2026 in den inneren Bezirken Landstraße und Wieden sowie in Favoriten und Meidling verzeichnet wurden, weitete sich das Muster im Sommer auf die weiter außen gelegenen Bezirke Döbling und Margareten aus. Die jüngste Welle konzentrierte sich erneut auf Favoriten.
Die Vorgehensweise der Täter ist nach Einschätzung der Ermittler gleichförmig: Sie bringen eine Säure am Türschloss einer Wohnungstür aus, um die Mechanik zu zerstören oder zu schwächen, und dringen anschließend in die Wohnung ein. Diese Methode hinterlässt Spuren, die Bewohnerinnen und Bewohner erkennen können.
Die Polizei bat die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen rund um Wohnungstüren sofort zu melden. Wer Anzeichen einer Manipulation oder Rückstände einer Flüssigkeit feststelle, solle weder die Substanz berühren noch selbst Reinigungsversuche unternehmen, sondern umgehend die Polizei informieren. „Der Schaden muss erst ermittelt werden“, sagte eine Sprecherin zur APA.
Die Behörde veröffentlichte zugleich Verhaltenstipps für den Fall, dass Anwohnerinnen und Anwohner auf Spuren stoßen: Abstand halten, den Bereich nicht betreten, keine Lüftung in der Nähe betätigen und sofort die Polizei rufen. Auch Hunde und Kinder sollten in einem solchen Fall ferngehalten werden, bis Einsatzkräfte eintreffen.
Sicherheitshinweise und Notruf 133
Die Ermittlerinnen und Ermittler der Gruppe Kremser prüfen nun, ob weitere Spuren aus den neuen Fällen in Favoriten Rückschlüsse auf den oder die Täter zulassen. Derzeit liegen noch keine Angaben zur Höhe des entstandenen Sach- oder Stehlschadens vor. Die Polizei kündigte an, den Gesamtschaden erst nach Abschluss der Erhebungen beziffern zu können.
Die Wiener Polizei kündigte an, die Warnung über die eigenen Kanäle sowie über Medien und soziale Netzwerke zu verbreiten. Damit soll die Aufmerksamkeit vor allem in jenen Bezirken erhöht werden, in denen zuletzt Taten verübt wurden. Auch Hausverwaltungen und Wohnungsgenossenschaften wurden gebeten, ihre Mieterinnen und Mieter zu informieren.
Die Ermittlungen laufen wegen einer Serie von Wohnungseinbruchsdiebstählen. Kriminalisten gehen Hinweisen aus der Bevölkerung nach und werten Spuren an den Tatorten aus. Sollte sich der Verdacht auf Salpetersäure bestätigen, wäre der Einsatz einer korrosiven Substanz als Einbruchswerkzeug in Wien in dieser Häufung ungewöhnlich und besonders gefährlich für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Einsatzkräfte.
Die Polizei betonte, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität habe. Weitere Warnhinweise sollen folgen, sobald neue Erkenntnisse aus den laufenden Ermittlungen vorliegen. Bis dahin gilt die Empfehlung, Auffälligkeiten an Türschlössern ernst zu nehmen und konsequent die Notrufnummer 133 zu wählen.
Im Gesamtkontext reiht sich die Wiener Einbruchsserie in eine seit Monaten anhaltende Welle von Wohnungseinbrüchen in mehreren europäischen Großstädten ein, bei denen Täter zunehmend aggressive Substanzen einsetzen. Die Wiener Polizei arbeitet nach eigenen Angaben mit anderen Landeskriminalämtern und dem Bundeskriminalamt zusammen, um Tatzusammenhänge zu prüfen.
Sollte die Säure als Mittel der Wahl bestätigt werden, müssten auch mögliche gesundheitliche Folgen für Anwohnerinnen und Anwohner geprüft werden, die der Substanz unbemerkt ausgesetzt waren. Die Polizei empfahl Betroffenen, im Zweifel ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und den Kontakt mit der Flüssigkeit zu dokumentieren, etwa durch Fotos ohne Berührung.
Abschließend rief die Polizei Wienerinnen und Wiener erneut zu erhöhter Wachsamkeit auf. „Sollten Sie an dem Schloss Ihrer Eingangstüre Beschädigungen sowie eine Flüssigkeit vorfinden, vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit der Flüssigkeit“, warnte die Behörde. Hinweise nimmt die Polizei rund um die Uhr unter der Notrufnummer 133 entgegen.
Die Einbruchsserie zieht sich bereits seit einigen Monaten durch mehrere Wiener Bezirke, und die Ermittlerinnen und Ermittler gehen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Die Polizei bittet Wienerinnen und Wiener um erhöhte Aufmerksamkeit, um weitere Taten zu verhindern und die Täterschaft dingfest zu machen.
Fragen & Antworten
Wie viele Einbrüche umfasst die Serie bisher?
Nach Angaben der Polizei sind seit dem Frühjahr mindestens 15 Wohnungseinbrüche dokumentiert: acht zwischen Februar und April, zwei im Juni sowie fünf weitere zwischen 17. und 22. Juli 2026 in Favoriten.
Welche Wiener Bezirke sind betroffen?
Die Einbrüche wurden in sechs Bezirken verübt: Landstraße, Wieden, Favoriten, Meidling, Margareten und Döbling.
Was sollen Anwohnerinnen und Anwohner bei verdächtigen Spuren tun?
Die Polizei rät, jede Flüssigkeit am Türschloss nicht zu berühren oder zu riechen, die Stelle zu meiden und sofort die Polizei unter der Notrufnummer 133 zu verständigen.
Säure-Einbrüche Wien: Polizei warnt vor Salpetersäure | nachrichten360