Waldbrände in Südfrankreich: Rund 3.000 Menschen bei neuen Bränden evakuiert
Paris, 03. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Wegen schwerer Waldbrände in Südfrankreich sind nahe Perpignan nach dem Ausbruch eines neuen Feuers in Sainte-Marie-la-Mer fast 3.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Auf Campingplätzen wurden Dutzende Wohnmobile und 26 Bungalows zerstört, zwei Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen.
In Südfrankreich sind wegen heftiger Waldbrände nahe der Stadt Perpignan nach dem Ausbruch eines neuen Feuers in Sainte-Marie-la-Mer fast 3.000 Menschen evakuiert worden.
Die Feuerwehr teilte am Donnerstagabend mit, dass "Wegen der schweren Waldbrände in Südfrankreich müssen immer mehr Menschen ihre Häuser und Unterkünfte verlassen. Nach dem Ausbruch eines neuen Feuers in Sainte-Marie-la-Mer seien fast 3.000 Personen evakuiert worden". Ungefähr die Hälfte der Betroffenen wurde von Campingplätzen geholt, "wo Dutzende Wohnmobile und 26 Bungalows durch die Flammen zerstört wurden".
Bürgermeister schildert rasante Ausbreitung
Bürgermeister Edmond Jorda sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend: "Das Feuer breitete sich angetrieben von starkem Wind rasend schnell aus." Zudem begünstigten die seit Tagen anhaltende Dürre und Hitze sowie heftige Winde die Ausbreitung des Feuers. Nach Angaben von Jorda brennt es auch am späten Abend weiter ("Es brennt noch immer").
Nach Behördenangaben kämpften hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. "Hunderte Einsatzkräfte sind mit den Löscharbeiten beschäftigt", hieß es aus den Einsatzleitungen. Zwei Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt. Verletzungen unter der Bevölkerung wurden nach den vorliegenden Informationen zunächst nicht gemeldet.
Premier Lecornu spricht von angespannter Lage
Premierminister Sébastien Lecornu sprach in Marseille von einer "angespannten Lage". Demnach brachen seit Beginn des Sommers landesweit mehrere tausend Feuer aus. "Fast 9.000 Hektar Fläche seien bereits verbrannt", sagte Lecornu. Eine andere, weniger belastbare Quelle nennt eine Fläche von 8.700 Hektar seit Saisonbeginn.
Allein am Mittwoch verbrannten nach Angaben des Premierministers 1.200 Hektar Land. Derzeit wüten mehrere große Brände parallel. Der größte Brand breitet sich in den Départements Aude und Hérault aus. Gegen diesen Brand sind nach Angaben der lokalen Behörden bis zu 800 Feuerwehrleute und 150 Fahrzeuge im Einsatz.
Brand nördlich von Narbonne und Einsatz im Aude
Rund 30 Kilometer nördlich von Narbonne fielen bis zum späten Mittwochabend mindestens 800 Hektar Land einem weiteren Waldbrand zum Opfer. Hunderte Feuerwehrleute waren dort im Einsatz. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus der zuständigen Präfektur erfuhr, habe das Feuer zwischenzeitlich eingedämmt werden können.
Nördlich der Hafenstadt Marseille waren zwei weitere Waldbrände ausgebrochen. Nahe Lançon-Provence zerstörten die Flammen 260 Hektar, zwei Löschflugzeuge blieben dort weiter im Einsatz. In der Nähe von Rognac brannten 50 Hektar, dieses Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle.
Weitere Brände nahe Marseille
Die seit Wochen anhaltende Dürre und Hitzewelle in Frankreich hat die Vegetation ausgetrocknet und die Löscharbeiten erheblich erschwert. Der Kampf gegen die Flammen erwies sich als äußerst schwierig, weil es keine Zugangsstraßen in das hügelige Gelände gab. Die Brände brachen etwa zwei bis drei Wochen früher als sonst im Jahresverlauf aus.
Meteorologen erwarten in den kommenden Tagen keinen Niederschlag, was die Lage weiter verschärft. Starke Winde, ausgetrocknete Böden und hohe Temperaturen bieten laut Behörden weiterhin ungünstige Bedingungen für die Einsatzkräfte. In zwei Dörfern in der Nähe eines Brandgebietes waren rund 200 Menschen evakuiert worden.
Dürre, Hitze und Wind verschärfen die Lage
Premierminister Lecornu bezifferte die Zahl der seit Saisonbeginn ausgebrochenen Brände auf rund 7.000. Damit liegt die Brandaktivität in diesem Jahr deutlich über dem Durchschnitt vergangener Sommer. Einsatzkräfte kämpfen seit Tagen gegen schwere Waldbrände, deren Ausmaß die Kapazitäten der Feuerwehr stark beansprucht.
Frankreich erlebt einen Sommer mit rekordverdächtiger Trockenheit und Temperaturen, die nach Einschätzung von Behörden die frühzeitige Brandsaison begünstigt haben. Die Kombination aus Dürre, Hitze und Wind schaffe Bedingungen, unter denen sich Feuer "rasend schnell" ausbreiten könnten, warnte Jorda.
Die Berichte über die Lage wurden am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Behörden riefen Anwohnerinnen und Anwohner in betroffenen Regionen auf, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und Sperrzonen zu meiden. Nach Informationen aus Sainte-Marie-la-Mer mussten 600 Menschen ihre Häuser verlassen.
Zum Stand Donnerstagabend waren weiterhin mehrere Brandherde aktiv. Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Einsatz noch Tage andauern wird. Unterstützt wird die Boden-Bekämpfung durch Löschflugzeuge, die gezielt gegen die größeren Feuerherde eingesetzt werden.
Belastung für Einsatzkräfte und Bevölkerung
Die Situation verdeutlicht die wachsende Belastung der französischen Feuerwehren durch die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Sommerbränden. Premier Lecornu kündigte an, dass die Behörden die Lage weiter genau beobachteten. Eine Entspannung sei laut den vorliegenden Informationen kurzfristig nicht in Sicht.
Die Berichterstattung über die Brände nördlich von Marseille und im Hinterland von Perpignan fügt sich in ein Muster ein, das in ganz Südeuropa in diesem Sommer beobachtet wird: lange Trockenphasen, hohe Temperaturen und eine deutlich verfrühte Brandsaison stellen Rettungsdienste und Zivilbevölkerung vor große Herausforderungen.
Am Donnerstagabend lag der Schwerpunkt der Evakuierungen weiterhin im Küstenstreifen bei Sainte-Marie-la-Mer. Die Feuerwehr teilte mit, "dass fast 3.000 Personen in Sicherheit gebracht worden" seien. Betroffene wurden in Sammelunterkünften und bei Privatpersonen untergebracht, die Kapazitäten seien "angespannt, aber tragfähig".
Premier Lecornu hatte zuvor gewarnt, die Brände seien in diesem Jahr früher als gewöhnlich ausgebrochen. Diese Beobachtung deckt sich mit Berichten aus mehreren Départements im Süden Frankreichs. Die Behörden empfehlen Anwohnerinnen und Anwohnern, Gartenabfälle nicht zu verbrennen und offene Feuer in Wäldern unbedingt zu vermeiden.
Fragen & Antworten
Wie viele Menschen wurden bei den Bränden in Südfrankreich evakuiert?
Nach Angaben der Feuerwehr wurden nahe Perpignan nach dem Ausbruch eines neuen Feuers in Sainte-Marie-la-Mer fast 3.000 Menschen in Sicherheit gebracht, ungefähr die Hälfte davon von Campingplätzen.
Wie hat Bürgermeister Edmond Jorda die Lage beschrieben?
Edmond Jorda, Bürgermeister von Sainte-Marie-la-Mer, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend, das Feuer habe sich angetrieben von starkem Wind rasend schnell ausgebreitet und brenne weiterhin.
Wie viele Feuerwehrleute sind im Einsatz und wie groß ist die betroffene Fläche?
Hunderte Einsatzkräfte sind mit den Löscharbeiten beschäftigt; gegen den größten Brand in den Départements Aude und Hérault sind nach lokalen Behörden bis zu 800 Feuerwehrleute und 150 Fahrzeuge im Einsatz. Nach Angaben von Premierminister Lecornu sind seit Saisonbeginn fast 9.000 Hektar verbrannt.
Waldbrände Südfrankreich: 3000 Evakuierte bei | nachrichten360