Ein 46-jähriger österreichischer Skipper ist am Sonntag bei stürmischer See vor der kroatischen Insel Šolta von einem Katamaran gestürzt und wird seitdem vermisst, woraufhin eine großangelegte Suchaktion mit Booten, Hubschrauber und Küstenwachflugzeug im Gange ist.

Der Mann fiel am Sonntag während eines Wendemanövers ins Meer, als sich eine Leine im Propeller des Katamarans verfangen hatte. Wie mehrere kroatische Medien berichten, versuchten Mitsegler noch, ihn mit einem Seil zu sichern, doch der 46-Jährige entschwand ihren Blicken. Die Bedingungen auf der Adria waren zu diesem Zeitpunkt äußerst schwierig: hoher Wellengang und starker Wind machten sowohl den Insassen an Bord als auch den anschließenden Rettungskräften zu schaffen.

Hergang des Unglücks

Nach dem Alarm wurden umgehend zahlreiche Einheiten mobilisiert. Laut Berichten sind an der Suche zwei Rettungsboote der Hafenmeisterei Milna, ein Boot der Außenstelle Hvar sowie drei Schiffe der See- und Flughafenpolizei Split beteiligt. Auch ein Küstenwachflugzeug vom Typ Pilatus kreiste ab dem späten Vormittag über dem Suchgebiet. Am Abend wurde der Einsatz vorerst unterbrochen, am Montagmorgen um 6:00 Uhr jedoch wieder aufgenommen.

Einsatzkräfte und Suchmittel

Zu Beginn des zweiten Suchtages ersetzte ein Hubschrauber des kroatischen Verteidigungsministeriums das Küstenwachflugzeug. Parallel lief ein PAN-PAN-Funknotruf an alle Schiffe in der Region, der die Besatzungen in der Umgebung von Šolta, Split, Trogir und Hvar zur Mithilfe bei der Suche auffordern sollte. Das Seegebiet um die beliebte Urlaubsinsel ist auch unter Freizeitseglern stark frequentiert.

Der Vorfall ereignete sich nahe dem Ort Maslinica auf der Westseite der Insel Šolta, die zur mitteldalmatinischen Inselgruppe gehört. Nach Angaben der Behörden wurde der Suchradius zwischenzeitlich erweitert, da bislang jede Spur des Vermissten fehlt. Auch eine Ausweitung des Suchgebiets in Richtung der Inseln Korčula und der weiteren Adria-Linie wurde in Betracht gezogen.

Ort des Geschehens: Maslinica auf Šolta

Der Katamaran, von dem der Skipper stürzte, trägt den Namen „Bali Angelina" und war nach den vorliegenden Informationen mit mehreren Personen besetzt. Die übrigen Insassen blieben nach Angaben der Einsatzkräfte unverletzt. Einzelheiten zur genauen Route und zum Reiseziel des Segeltörns wurden bisher nicht offiziell bekanntgegeben.

Die kroatische Küstenwache steht seit Tagen wegen ihrer Einsätze unter schwierigen Wetterbedingungen in den Medien. Auch für die Region um Split waren die Bedingungen am Sonntag alles andere als sommerlich: Orkanartige Böen und meterhohe Wellen hatten bereits in den Vortagen den Fähr- und Ausflugsverkehr auf der Adria beeinträchtigt.

Für die österreichischen Behörden ist der Fall ebenfalls relevant, da die konsularische Betreuung für im Ausland vermisste Staatsbürger Sache des Außenministeriums ist. Ob bereits Kontakt zwischen Wien und den kroatischen Stellen aufgenommen wurde, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich.

Am Montag wurde die Suche unter Beteiligung des Verteidigungshubschraubers und mehrerer Polizeiboote fortgesetzt. Die Behörden bitten Segler und Fischer in der Region, Augenmerk auf mögliche Sichtungen zu richten. Die Suche nach dem Vermissten dauert an.