Eine Neunjährige, die seit dem 29. Juni in Wien-Floridsdorf als vermisst galt, ist nach rund zehn Tagen wohlbehalten wieder aufgetaucht und wird nach Angaben der Polizei derzeit betreut.
Nach Angaben der Wiener Polizei gilt die Fahndung nach dem Mädchen als erfolgreich. Das Kind war den Behörden zufolge am 29. Juni als vermisst gemeldet worden, nachdem es am Abend zuvor aus einem Einkaufszentrum im Wiener Stadtteil Floridsdorf verschwunden war. Die Polizei teilte mit, dass die Neunjährige selbständig und unverletzt wieder aufgetaucht sei, ohne dabei den genauen Fundort offenzulegen.
Den Umständen zufolge hatte sich das Mädchen am fraglichen Abend kurzzeitig von seiner Betreuungsperson entfernt. Medienberichten zufolge wollte das Kind gegen 18.00 Uhr eine Toilette in einem Wiener Einkaufszentrum aufsuchen und kehrte anschließend nicht mehr zu seiner Begleitung zurück. Der Betreuer habe daraufhin gegen 18.00 Uhr bei der Polizei Alarm geschlagen. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) ist für die Obsorge des Mädchens zuständig.
Verschwinden im Einkaufszentrum
Da die bisherigen Suchmaßnahmen zunächst negativ verliefen, startete die Landespolizeidirektion Wien eine Großfahndung. Die Bevölkerung wurde gebeten, Hinweise zum Aufenthaltsort des Kindes an das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 01 31310 67800 oder an jede Polizeidienststelle zu übermitteln. Auch Fotos wurden im Rahmen der Fahndung veröffentlicht.
Bei dem verschwundenen Mädchen handelt es sich nach Angaben der Behörden um ein Kind, das seit 2022 in verschiedenen sozialpädagogischen Einrichtungen untergebracht war und mehrfach als abgängig galt. Erstmals sei das Mädchen am 29. Juni als vermisst gemeldet worden. Die genauen Umstände des Verschwindens sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Großfahndung und Bevölkerungshinweise
Rund zehn Tage nach dem Verschwinden gibt es nun Entwarnung. Die Polizei erklärte, das Mädchen sei wieder aufgetaucht und befinde sich in ärztlicher und psychologischer Betreuung. Die Erleichterung bei den beteiligten Stellen ist groß, zumal der Fall zwischenzeitlich für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
„Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal“, hieß es in einer kurzen Mitteilung zu dem Fall. Der Polizeisprecher bestätigte, dass die Ermittlungen zum Verbleib des Mädchens andauerten: „Die Ermittlungen zu ihrem Verbleib dauerten an“, sagte ein Sprecher.
Entwarnung nach zehn Tagen
Wie aus den bisher bekannten Informationen hervorgeht, handelt es sich bei dem Vorfall um einen ersten dokumentierten Vermisstenfall dieser Art. Die Polizei betonte, dass keinerlei Hinweise auf eine Straftat vorlägen. Auch die Frage, wo sich das Mädchen während der zehn Tage aufgehalten habe, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Die Wiener Polizei lobte ausdrücklich die Mithilfe der Bevölkerung während der Fahndung. Hinweise aus der Bevölkerung und gezielte Ermittlungsarbeit hätten letztlich dazu beigetragen, den Aufenthaltsort des Kindes zu ermitteln. Details zum genauen Ablauf sollen im Laufe der weiteren Ermittlungen bekanntgegeben werden.
Rolle der Jugendhilfe
Auch soziale Träger und Einrichtungen der Jugendhilfe waren in den vergangenen Tagen in die Suche eingebunden. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) koordinierte demnach die Betreuungsmaßnahmen und stand im engen Austausch mit der Polizei. Der Fall habe zudem die Notwendigkeit unterstrichen, Strukturen für besonders vulnerable Kinder weiter zu stärken.
Für die kommenden Tage kündigte die Polizei an, die Ermittlungen zum Verbleib des Mädchens fortzusetzen. Dabei soll unter anderem geklärt werden, unter welchen Umständen das Kind während der Vermisstenzeit untergebracht war und wie es schließlich wieder aufgefunden werden konnte.
Die Wiener Polizei sieht den Fall laut eigenen Angaben als erledigt an, soweit es die akute Fahndung betrifft. Gleichzeitig bleibe die Sensibilität für ähnliche Fälle erhöht. Die Veröffentlichung von Fotos habe sich erneut als wirksames Mittel der Öffentlichkeitsfahndung erwiesen.
Ermittlungen und Schutz des Kindes
Angesichts der breiten medialen Berichterstattung, die der Fall ausgelöst hatte, dürfte das öffentliche Interesse an Details zum Verbleib des Mädchens weiter bestehen. Die Wiener Polizei stellt in Aussicht, über den Fortgang der Ermittlungen zu informieren, sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen.
Bis dahin gelte die dringende Bitte, die Privatsphäre des Kindes zu respektieren. Medien und Öffentlichkeit sollten von einer weiteren Verbreitung von Fotos oder Details Abstand nehmen, die den Schutz des Mädchens gefährden könnten, erklärten die Behörden.
Die Freilassung des Mädchens aus dem Vermisstenstatus bedeutet für die direkt betroffenen Stellen vor allem Erleichterung. Gleichzeitig verweist der Fall auf bestehende Herausforderungen im Kinderschutz und auf die Bedeutung abgestimmter Verfahren zwischen Polizei und Jugendhilfe.
Unterdessen wurde bekannt, dass das Mädchen in stabilem gesundheitlichen Zustand sei und sich an einem geschützten Ort befinde. Genaueres zum Aufenthaltsort wurde mit Blick auf den Schutz des Kindes und seiner weiteren Betreuung nicht mitgeteilt.
