Die Zahl der Verkehrsunfälle und Verletzten in Österreich ist 2025 erneut gestiegen, wobei besonders E-Scooter-, E-Bike-Fahrer und Kinder betroffen waren.
Die Zahl der Verkehrsunfälle in Österreich steigt weiter an, besonders betroffen sind E-Scooter- und E-Bike-Fahrer sowie Kinder. Die Statistik Austria verzeichnete 2025 den höchsten Wert an Schwerverletzten seit 13 Jahren.
Die Zahl der Verkehrsunfälle und Verletzten in Österreich ist 2025 erneut gestiegen, wobei besonders E-Scooter-, E-Bike-Fahrer und Kinder betroffen waren.
"Seit dem historischen Tiefstand im Corona-Jahr 2020 steigt die Zahl der Verkehrsunfälle sowie jene der dabei verletzten Personen kontinuierlich an", erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. 2025 verletzten sich täglich durchschnittlich 129 Personen im Straßenverkehr – drei mehr als im Vorjahr. Besonders alarmierend: "Im Durchschnitt wurden täglich 22 Personen schwer verletzt, das ist der höchste Wert in den vergangenen 13 Jahren."
Insgesamt wurden 47.041 Verkehrsteilnehmer bei 37.825 Unfällen verletzt, ein Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber 2024. Die Zahl der Verkehrstoten stieg auf 403, wobei die meisten in Niederösterreich (111 Tote, plus 27) und Vorarlberg (14 Tote, doppelt so viele wie 2024) zu beklagen waren. Nur Wien und Salzburg verzeichneten Rückgänge.
Maßgeblich für den Anstieg war die hohe Zahl verunglückter E-Scooter- und E-Bike-Fahrer. Die Zahl der verletzten E-Biker stieg um 17 Prozent, bei E-Scootern sogar um 24 Prozent. Mit 2.597 Verletzten machten E-Scooter-Fahrer bereits mehr als 5,5 Prozent aller Verkehrsverletzten aus.
Besonders Kinder waren betroffen: "Die Zahl der verunglückten Kinder war so hoch wie seit 2007 nicht mehr, auch dafür waren E-Scooter-Unfälle eine Ursache", so Lenk. Mehr als 3.500 Kinder wurden verletzt (plus 16 Prozent), acht starben. Rund 25 Prozent der verletzten E-Scooter-Fahrer waren unter 14 Jahre alt. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen stieg die Zahl der Verletzten von 328 auf 606 (plus 85 Prozent).
Die meisten Kinder verunglückten als Pkw-Mitfahrer (31 Prozent), mit dem Fahrrad (22 Prozent) oder dem E-Scooter (18 Prozent). Während 59 Prozent der radfahrenden Kinder einen Helm trugen, waren es bei E-Scootern nur 18 Prozent.
Der ÖAMTC sieht in den Zahlen einen "klaren Auftrag an die Politik" und fordert eine "altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter". David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC, kritisierte die seit Mai geltende StVO-Novelle: "Angesichts dieser Zahlen braucht es eine zielführende und treffsichere Lösung für mehr Verkehrssicherheit. Die überwiegende Mehrheit der Verunglückten ist deutlich älter als die von der Helmpflicht erfasste Zielgruppe - die altersbeschränkte Regelung verfehlt daher ihr Ziel deutlich."
Der VCÖ forderte unterdessen sichere Radwege und Tempolimits: "Wir brauchen insbesondere in den Städten und Gemeinden mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 und insgesamt eine Offensive beim Ausbau der Rad-Infrastruktur. Sichere Radwege sind die wirksamste Maßnahme, um die Zahl der Radunfälle zu reduzieren", betonte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.