Ein 41-jähriger Bulgare und sein 71-jähriger Vater sollen mindestens acht Frauen zur Prostitution in Oberösterreich und Bayern gezwungen haben. Die mutmaßlichen Täter wurden nach monatelangen Ermittlungen in Zusammenarbeit mit bulgarischen Behörden festgenommen.
## Verdacht auf grenzüberschreitenden Menschenhandel Die beiden Männer sollen die Frauen aus Bulgarien nach Österreich gebracht und dort ausgebeutet haben. Laut Ermittlungen übten sie durch einschüchterndes Auftreten und kontrollierendes Verhalten Druck auf die Opfer aus. Die Frauen, im Alter zwischen 20 und 45 Jahren, mussten den Großteil ihrer Einnahmen an die mutmaßlichen Täter abgeben.
Der 41-Jährige soll dem illegalen Geschäft mindestens seit 2024 nachgegangen sein. Acht potenzielle Opfer konnten im Rahmen der Ermittlungen identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis erhob Anklage wegen Zuhälterei, grenzüberschreitenden Prostitutionshandels und Drogendelikten.
## Ermittlungen und Vorwürfe Der Sohn soll versucht haben, mindestens ein Kilogramm Marihuana zu verkaufen, was zu weiteren Anklagen führte. Die enge Zusammenarbeit mit den bulgarischen Behörden war entscheidend, um die mutmaßlichen Täter zu überführen. Die Ermittlungen dauerten mehrere Monate und umfassten sowohl Österreich als auch Bayern.
Die Frauen wurden in Wohnungen in Oberösterreich und Niederbayern untergebracht, wo sie zur Prostitution gezwungen worden sein sollen. Die genauen Standorte wurden nicht öffentlich gemacht, um die Identität der Opfer zu schützen. Die Staatsanwaltschaft betonte die Schwere der Vorwürfe und verwies auf die internationale Dimension des Falls.
## Hintergrund und nächste Schritte Menschenhandel und Zwangsprostitution sind in der Region Innviertel zwar selten, doch Fälle mit internationalen Bezügen nehmen zu. Die Zusammenarbeit zwischen österreichischen und bulgarischen Behörden zeigt, wie wichtig länderübergreifende Ermittlungen sind.
Die Anklage umfasst mehrere schwere Straftaten, die hohe Haftstrafen nach sich ziehen könnten. Die Verfahren gegen Vater und Sohn werden vor dem Landesgericht Ried im Innkreis geführt. Die Opfer erhalten psychologische Unterstützung und sollen im Prozess als Zeuginnen aussagen.
Die Polizei appelliert an potenzielle weitere Opfer, sich zu melden, und betont, dass alle Hinweise vertraulich behandelt werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen.
