USA verweigern iranischen Verbandsfunktionären die Visa zur Fußball-WM
Tijuana, 06. Juni 2026
Palickap / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Anders als den Nationalspielern hat die US-Regierung mehreren Funktionären des iranischen Fußballverbandes die Einreisevisa für die WM verweigert. Betroffen sind laut iranischen Medien unter anderem Verbandspräsident Mehdi Tadsch, der Teammanager, Vertreter des Außenministeriums und des Sicherheitsdienstes sowie der Pressechef. Die Betroffenen sollen das Team nach Tijuana begleiten und von Mexiko aus neue Visa beantragen.
Wenige Tage vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA haben die US-Behörden mehreren Funktionären des iranischen Fußballverbandes die Einreisevisa verweigert, während die Spieler des Teams ihre Visa erhielten.
Wie die US-Nachrichtenagentur AP zudem unter Berufung auf nicht genannte US-Offizielle berichtete, sind für Spieler, Trainer und weitere Mitglieder des Mannschaftsstabes auch die Visa zur Einreise in die USA genehmigt worden. Anders als alle Nationalspieler werden mehrere Funktionäre des iranischen Fußball-Verbandes laut Medien keine Visa zur Einreise in die USA für die anstehende Weltmeisterschaft erhalten. Insgesamt 15 Funktionäre des iranischen Fußballverbandes hätten bisher kein Visum für die Einreise in die USA zur am Donnerstag beginnenden WM erhalten, berichteten iranische Medien.
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurde u.a. auch dem Teammanager, den Vertretern des Außenministeriums und der Sicherheitsabteilung sowie dem Pressechef der Mannschaft die Einreise verweigert. Die Medien berichteten von insgesamt zwölf abgelehnten Anträgen, aber eine offizielle Bestätigung des Verbandes steht noch aus. Zu ihnen zählt laut iranischen Medien auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch.
Politische Hintergründe der Visa-Verweigerungen
Abgelehnt wurde den Angaben zufolge auch die Einreise des Präsidenten des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP war er früher ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden. Bereits ím Dezember hatte Tadsch nicht an der Auslosung der WM-Endrunde in Washington teilnehmen können, weil er kein Visum bekommen hatte.
US-Außenminister Rubio hatte in dieser Woche betont, dass man es dem Iran nicht erlauben werde, Menschen mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden in seine Delegation aufzunehmen. Diese Linie wurde nun offenbar auch bei den WM-Einreiseverfahren umgesetzt. Die iranische Regierung und der Fußballverband sehen darin eine politisch motivierte Entscheidung.
Die US-Regierung habe ihre feindseligen Maßnahmen gegen die iranische Nationalmannschaft fortgesetzt, teilte der iranische Verband laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mit. Die eindeutig politische Entscheidung der Verweigerung von Visa für wichtige Führungskräfte des Teams verstoße klar gegen internationale Regeln, hieß es in der Stellungnahme weiter. Der Verband werde den Fall über die FIFA verfolgen, weil der Weltverband verpflichtet sei, auch die Visa für die Verbandsfunktionäre zu garantieren.
Reaktion des iranischen Verbandes
Die iranische Nationalmannschaft spielt ihre drei Gruppenspiele in den USA. Die iranische Auswahl trifft jeweils in Los Angeles am 16. Juni auf Neuseeland und am 21. Juni ebenfalls in Los Angeles auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten statt. Wegen der ungeklärten Visumsituation hatte der Verband bereits reagiert.
Spielplan der iranischen Mannschaft
Auch deshalb erklärte der iranische Verband Ende Mai, dass er sein Trainingscamp aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene mexikanische Tijuana verlegen wird. Sein WM-Quartier hatte das Team aber vom US-Bundesstaat Arizona nach Mexiko verlegt, um die logistischen Probleme zu umgehen.
Trainingslager in Mexiko
Zuvor hatten alle Mitglieder der iranischen Mannschaft ihre Visa für die Einreise in Mexiko erhalten und können zur WM aufbrechen. Die Ankunft der Nationalmannschaft wird in Tijuana am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) erwartet. In der Stadt nahe der Grenze zum US-Bundesstaat Kalifornien wird das Team in der Nacht zum Sonntag erwartet.
Die Betroffenen sollen die Nationalmannschaft dennoch nach Tijuana begleiten, um in Mexiko dann erneut Visaanträge für die USA zu stellen. Man hoffe jedoch, dass sie noch vor dem ersten Spiel des Irans ein Visum erhalten, sagte Botschafter Abolfazl Pasandideh, wie Medien in der mexikanischen Stadt Tijuana berichteten.
Die Teamspieler des Irans werden nach Angaben des iranischen Botschafters in Mexiko nur an den Spieltagen für ihre WM-Partien in die USA einreisen dürfen. Noch am selben Tag müssten sie die Vereinigten Staaten wieder verlassen und in ihr Quartier im Nachbarland Mexiko zurückkehren, erläuterte Pasandideh. Damit weicht der Alltag der iranischen Delegation deutlich von dem anderer WM-Teams ab.
Spieler nur an Spieltagen in den USA
Bei der Abreise zum Trainingslager in der Türkei waren die Fußballer Mitte Mai wie Kriegshelden verabschiedet worden. Die Stimmung im Iran ist angesichts der politischen Rahmenbedingungen angespannt. Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Die USA und der Iran befinden sich im Kriegszustand, seit Einheiten der US-Armee und das israelische Militär Ende Februar damit begonnen haben, Ziele im Iran zu bombardieren.
Militärische Lage zwischen USA und Iran
Diese Nachricht wurde am 06.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Das ist eine Nachricht direkt aus dem dpa-Newskanal. Die Meldung wurde zudem von der österreichischen Nachrichtenagentur APA am 6.6.2026 verbreitet.
wie der für die Genehmigungen zuständige US-Botschafter in Ankara, Barrack, mitteilte, Die Spieler der iranischen Nationalmannschaft erhielten Visa. Damit ist die sportliche Teilnahme des Iran an der WM grundsätzlich gesichert, auch wenn die Delegation insgesamt deutlich eingeschränkt ist.
Fragen & Antworten
Welche Funktionäre des iranischen Fußballverbandes sind von der Visa-Verweigerung betroffen?
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim sind unter anderem der Teammanager, Vertreter des Außenministeriums und der Sicherheitsabteilung sowie der Pressechef der Mannschaft betroffen. Zu den Abgelehnten zählt laut iranischen Medien auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch.
Warum haben die USA die Visa für die iranischen Funktionäre verweigert?
US-Außenminister Rubio hatte in dieser Woche betont, dass man es dem Iran nicht erlauben werde, Menschen mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden in seine Delegation aufzunehmen. Verbandspräsident Mehdi Tadsch war nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP früher ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden.
Wie geht der iranische Verband mit der Visa-Verweigerung um?
Der iranische Verband kündigte an, den Fall über die FIFA zu verfolgen, weil der Weltverband verpflichtet sei, auch die Visa für die Verbandsfunktionäre zu garantieren. Zugleich sollen die Betroffenen die Mannschaft nach Tijuana begleiten und von Mexiko aus erneut Visa beantragen.
WM 2026: USA verweigern iranischen Funktionären Visa | nachrichten360