US-Musiker D4vd muss wegen Mordes an 14-Jähriger vor Gericht
Los Angeles, 28. Juli 2026
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Kurzfassung
Der US-Musiker D4vd, bürgerlich David Anthony Burke, muss sich in Los Angeles wegen des Mordes an der 14-jährigen Celeste Rivas Hernandez verantworten. Eine Richterin entschied nach mehrtägiger Anhörung, dass die Beweislage für einen Prozess wegen Mordes, sexuellen Missbrauchs und Leichenverstümmelung ausreicht.
Der US-Musiker D4vd (bürgerlich David Anthony Burke) muss sich in Los Angeles wegen des Vorwurfs des Mordes an der 14-jährigen Celeste Rivas Hernandez vor Gericht verantworten, wie eine Richterin nach einer mehrtägigen Anhörung entschied.
Anklage und Beweislage
Die Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens fiel am Rande einer fünftägigen Anhörung vor dem Clara Shortridge Foltz Criminal Justice Center in Los Angeles. Die zuständige Richterin kam zu dem Schluss, dass die von der Staatsanwaltschaft präsentierte Beweislage ausreicht, um ein Verfahren wegen Mordes ersten Grades einzuleiten. D4vd, der mit bürgerlichem Namen David Anthony Burke heißt, war rund drei Monate vor der Entscheidung festgenommen worden. Er hatte sich bereits im April vor dem Gericht schuldig im Sinne der Anklage nicht schuldig bekannt ("pleaded not guilty").
Im Zentrum der Anklage steht der gewaltsame Tod des 14-jährigen Mädchens Celeste Rivas Hernandez. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Musiker das Mädchen erstochen und anschließend die Leiche mit einer Kettensäge zerstückelt haben. Die Ermittler waren im vorherigen September auf Leichenteile in schwarzen Tüten in einem Fahrzeug aufmerksam geworden, das auf Burke zugelassen war und zuvor als verlassen gemeldet worden war. Forensische Gutachter sagten aus, dass die Leichenteile stark verwest gewesen seien und sich vermutlich bereits seit mehr als vier Monaten in dem Fahrzeug befunden hätten.
Hintergrund der Tat
Bei einer Anhörung präsentierte die Staatsanwaltschaft zahlreiche belastende Details, darunter im Gerichtssaal gezeigte Fotografien der stark verwesten Leiche. Eine rechtsmedizinische Sachverständige äußerte sich zu den Stichverletzungen, forensische Experten sagten zu DNA- und Blutspuren aus. Den Ermittlern zufolge habe Burke unter einem falschen Namen zwei Kettensägen und weitere Werkzeuge online bestellt und den Körper anschließend zerstückelt. Burke wird daher neben Mord auch wiederholter sexueller Missbrauch eines Kindes sowie Verstümmelung einer Leiche zur Last gelegt.
Der Anklage zufolge ging Burke eine "missbräuchliche sexuelle Beziehung" mit dem Mädchen ein, als es erst 13 Jahre alt war. Am Tag vor ihrem Verschwinden im April 2025 habe es demnach einen Streit gegeben. Das Mädchen soll damit gedroht haben, Dinge über Burke zu enthüllen und seine Karriere zu zerstören. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen vor, er habe daraufhin beschlossen, sie "zum Schweigen zu bringen", und sein Opfer mit Messerstichen getötet, führt die Staatsanwaltschaft aus. Im Fall einer Verurteilung drohen laut Anklage lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Bewährung oder die Todesstrafe. Ob die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe tatsächlich beantragen wird, ist noch nicht entschieden.
Vom Tiktok-Star zum Angeklagten
D4vd war zuletzt Anfang des Jahres als einer der aufsteigenden Popstars der USA gehandelt worden. Internationale Bekanntheit erlangte er mit den auf TikTok viral gegangenen Songs "Romantic Homicide" (deutsch: Romantisches Tötungsdelikt) und "Here with Me", die milliardenfach gestreamt wurden. Im Jahr 2025 lieferte er zudem die Hymne für das Videospiel "Fortnite". Die nun öffentlich gewordenen Vorwürfe stehen in einem scharfen Kontrast zu dieser öffentlichen Wahrnehmung als jungem, digital sozialisiertem Popstar.
Die Entscheidung, den Fall vor Gericht zu bringen, folgt auf eine aufwendige Beweisaufnahme und eine fünf Tage dauernde Vorauswahl des Verfahrens ("preliminary hearing"). Vor Eröffnung des Hauptverfahrens hatte die Staatsanwaltschaft unter Leitung von Hochman, dem Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles County (Los Angeles County District Attorney), die Anklage gegen David Anthony Burke bereits öffentlich gemacht. Neben der Hauptanklage wegen Mordes ersten Grades an der 14-jährigen Celeste Rivas Hernandez stehen die Vorwürfe des wiederholten sexuellen Missbrauchs eines Kindes und der Leichenverstümmelung im Raum.
Rechtliche Konsequenzen
Eine Richterin hatte nach Darstellung der Anklagebehörde erklärt, dass die vorgelegten Beweise – darunter forensische Spuren, digitale Bestellungen und Zeugenaussagen – ausreichten, um den Fall einem Geschworenengericht zu unterbreiten. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens hinaus ist bislang kein konkreter Prozesstermin festgelegt worden. Der Musiker soll nach Angaben aus dem Verfahren Ende August erneut vor Gericht erscheinen. Bis dahin bleibt er nach derzeitigem Stand in Haft.
Die Verteidigung des Musikers hatte in früheren Anhörungen die Vorwürfe zurückgewiesen. Bereits bei einer früheren Anhörung hatte ein Verteidiger argumentiert, dass die Staatsanwaltschaft für eine Anklageerhebung nicht ausreichend Beweise vorgelegt habe. Diese Argumentation wurde nun durch die Entscheidung der Richterin überstimmt. Damit liegt die Beweislast nun bei der Staatsanwaltschaft, die im Hauptverfahren die einzelnen Punkte vor einem Geschworenengericht darlegen muss.
Ermittlungen und forensische Befunde
Über den Fall war erstmals im September öffentlich berichtet worden, als Spaziergänger und Ermittler Leichenteile in einem gemieteten Fahrzeug in einem Wohngebiet von Los Angeles fanden. Die Identifizierung der Leiche als Celeste Rivas Hernandez erfolgte über einen Abgleich mit Vermisstenmeldungen und forensischen Verfahren. Der Fall löste in den USA und international eine breite Debatte über die Verantwortung von Streamingdiensten und die Rolle sozialer Medien im Umfeld junger, weiblicher Fans aus.
Aus den Ermittlungsakten geht hervor, dass Burke die Kettensägen und weiteres Werkzeug online unter einem falschen Namen bestellt haben soll. Digitale Spuren, Bestellhistorien und Lieferadressen bilden einen zentralen Baustein der Anklage. Forensische Sachverständige erklärten im vorläufigen Verfahren, dass die Blut- und Gewebespuren am Fahrzeug sowie an den Werkzeugen dem Opfer zuzuordnen seien. Diese Befunde bilden neben der rechtsmedizinischen Begutachtung der Stichverletzungen das Kernstück der Beweisführung.
Die Ermittler gehen nach den vorliegenden Erkenntnissen davon aus, dass sich die Leichenteile zum Zeitpunkt des Fundes bereits seit mehr als vier Monaten in dem Fahrzeug befunden hatten. Diese zeitliche Einordnung spielt für die Rekonstruktion des Tathergangs eine wesentliche Rolle. Der Fundort des Fahrzeugs – ein Parkplatz in einem Wohngebiet von Los Angeles – hatte zunächst keinen direkten Hinweis auf den Halter geliefert; die Zuordnung erfolgte erst über das Kennzeichen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Vorgehensweise der US-Justiz bei Kapitalverbrechen mit medienwirksamer Wirkung. Nach US-Recht kann die Staatsanwaltschaft bei einem Mord ersten Grades in Kalifornien die Todesstrafe beantragen; bislang ist offen, ob sie in diesem Verfahren davon Gebrauch machen wird. Auch eine Verurteilung ohne Todesstrafe hätte aufgrund der Schwere der Vorwürfe eine langjährige Haftstrafe zur Folge.
Ausblick auf den Prozess
Das Verfahren wird voraussichtlich die kommenden Monate beschäftigen. Bis zu einem möglichen Urteil könnten weitere Zeugenaussagen, forensische Gutachten und eine mögliche Aussage des Angeklagten hinzukommen. Die nächste Anhörung ist laut Verfahrensstand für Ende August angesetzt; ein konkreter Prozesstermin wurde noch nicht bekanntgegeben.
Die Familie des Opfers hat sich über ihre Anwälte bisher nur zurückhaltend geäußert. In einer kurzen Erklärung gedachten sie der Getöteten als Schülerin und Freundin, ohne auf die Einzelheiten des Verfahrens einzugehen. Opferschutzorganisationen begleiten die Familie und haben auf die besondere Schutzbedürftigkeit minderjähriger Zeugen hingewiesen.
Der Name Celeste Rivas Hernandez war in den Wochen nach dem Fund der Leichenteile in den US-Medien immer wieder aufgegriffen worden. Der Fall steht beispielhaft für eine Reihe von Gewaltverbrechen an Teenagern, die in den vergangenen Jahren in den USA für Aufsehen sorgten und Diskussionen über den Schutz Minderjähriger sowie über digitale Sicherheit auslösten.
Über die persönlichen Umstände von David Anthony Burke jenseits seiner öffentlichen Musikkarriere ist bislang wenig bekannt. Erste Berichte stellten ihn als jungen, in Los Angeles lebenden Künstler dar, der seine Karriere über TikTok und Streamingplattformen aufgebaut hatte. Diese Lebensphase endete mit seiner Festnahme, die sein Leben und das Bild, das Fans von ihm hatten, grundlegend veränderte.
Die Staatsanwaltschaft kündigte an, in den kommenden Wochen weitere Zeugen zu laden. Dazu zählen nach Angaben aus dem Verfahren forensische Experten, digitale Forensiker sowie Personen aus dem persönlichen Umfeld des Angeklagten und des Opfers. Die Verteidigung kündigte ebenfalls an, eigene Sachverständige zu präsentieren.
Insgesamt bleibt der Fall D4vd einer der aufsehenerregendsten Strafprozesse, die in diesem Jahr in den USA eröffnet wurden. Er verbindet die Sphäre der Popkultur mit der eines schweren Gewaltverbrechens an einem Kind und macht die juristischen wie medialen Dimensionen des Falls gleichermaßen sichtbar.
Fragen & Antworten
Worum wird der US-Musiker D4vd angeklagt?
D4vd, bürgerlich David Anthony Burke, wird wegen Mordes ersten Grades an der 14-jährigen Celeste Rivas Hernandez, wiederholten sexuellen Missbrauchs eines Kindes sowie Verstümmelung einer Leiche angeklagt. Eine Richterin in Los Angeles entschied, dass die Beweislage für einen Prozess ausreicht.
Wie wurde die Leiche des Opfers gefunden?
Ermittler fanden im September 2025 Leichenteile in schwarzen Tüten in einem Fahrzeug in Los Angeles, das auf Burke zugelassen und zuvor als verlassen gemeldet worden war. Forensische Gutachter sagten aus, dass die Leichenteile stark verwest waren und sich vermutlich seit mehr als vier Monaten in dem Fahrzeug befunden hatten.
Welche Strafe droht D4vd bei einer Verurteilung?
Im Fall einer Verurteilung drohen laut Anklage lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Bewährung oder die Todesstrafe. Ob die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe tatsächlich beantragen wird, ist bislang noch nicht entschieden.
D4vd muss wegen Mordes vor Gericht – Anklage in Los Angeles | nachrichten360