Washington, D.C., 15. April 2026

Der US-Finanzminister Scott Bessent hat die gesenkte globale Wachstumsprognose und die höheren Inflationserwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank aufgrund des Nahost-Krieges scharf kritisiert.

## Kritik an IWF-Prognosen Bessent bezeichnete die Anpassungen der internationalen Finanzinstitutionen als überzogen. Der IWF hatte seine globale Wachstumsprognose für das Jahr 2026 auf 3,1 Prozent gesenkt, was vor allem auf den durch den Konflikt ausgelösten Anstieg der Energiepreise zurückzuführen ist. Ohne die Eskalation im Nahen Osten hätte der IWF seine Prognose um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent erhöht.

"Die Institutionen haben überreagiert", erklärte Bessent in einer Stellungnahme. Trotz seiner Kritik lobte er die grundsätzliche Ausrichtung des IWF und der Weltbank. "Sie haben sich wieder auf ihre Kernaufgaben wie makroökonomische Stabilität und Entwicklung konzentriert", sagte er.

## Neue Richtlinien der Weltbank Neben der Diskussion um die Wachstumsprognosen hob Bessent auch eine bedeutende politische Änderung der Weltbank hervor: Die Aufhebung des Verbots von Nuklearprojekten. Diese Entscheidung markiert eine deutliche Wende in der Energiepolitik der Institution und könnte langfristige Auswirkungen auf die globale Energieversorgung haben.

Der US-Finanzminister betonte zudem die enge Zusammenarbeit zwischen dem IWF und dem US-Finanzministerium in jüngsten Fällen, insbesondere in Bezug auf Argentinien und Venezuela. Diese Kooperation sei ein Beispiel für die effektive Bewältigung wirtschaftlicher Krisen, so Bessent.

## Hintergrund und Zusammenarbeit Die Kritik des US-Finanzministers fällt in eine Phase intensiver internationaler Wirtschaftsdiskussionen. Der IWF und die Weltbank haben in den vergangenen Jahren ihre Rolle in der globalen Finanzarchitektur neu definiert, insbesondere nach den Krisen in Schwellenländern.

Die Zusammenarbeit mit den USA bleibt dabei zentral. Bessent verwies auf die erfolgreiche Koordination in Fällen wie Argentinien, das mit Schuldenproblemen kämpft, und Venezuela, wo hyperinflationäre Tendenzen die Wirtschaft destabilisieren. "Diese Partnerschaften sind entscheidend für die globale Stabilität", betonte er.

Die jüngsten Prognoseanpassungen des IWF zeigen, wie stark geopolitische Konflikte die Weltwirtschaft beeinflussen können. Bessents Äußerungen unterstreichen die Spannungen zwischen nationalen Interessen und internationalen Empfehlungen – ein Thema, das in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.