US-Börsen starten mit gemischten Vorzeichen – Chipwerte legen deutlich zu
New York, 6. Juli 2026
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Kurzfassung
An den US-Börsen zeichnet sich zum Wochenstart ein gemischtes Bild ab: Während der Dow Jones Industrial leicht schwächer erwartet wird, legen Halbleiterwerte und die Mehrheit der großen Tech-Konzerne deutlich zu. Auslöser sind unter anderem eine Kooperation zwischen Broadcom und Apple sowie die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Samsung.
An den US-Aktienmärkten zeichnet sich am Montag ein gemischter Handelsstart ab, wobei der Dow Jones Industrial leicht im Minus erwartet wird, während Halbleiterwerte und große Tech-Konzerne überwiegend zulegen.
Eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,2 Prozent tiefer auf 52.820 Punkte. Am Donnerstag hatte der Leitindex noch um mehr als ein Prozent zugelegt. Der Dow Jones Industrial Average hatte zu Wochenbeginn kurzzeitig ein Rekordniveau von rund 53.052 Punkten erreicht, konnte dieses jedoch nicht halten und notierte zuletzt bei 52.902 Punkten.
Dow kann Rekord nicht halten
Den technologielastigen Nasdaq-100 sieht IG nach dem Rücksetzer vom Donnerstag nun 1,1 Prozent fester bei 29.665 Punkten. Die Nasdaq-Börse verzeichnete damit einen starken Auftakt in die Handelswoche, getragen vom Halbleitersektor. Der NASDAQ 100 gewann 1,2 Prozent auf 29.683 Punkte, der S&P 500 stieg um 0,6 Prozent auf 7.531 Punkte.
Weitgehend im Einklang mit der Nasdaq-Börse dürften auch die meisten der "Magnificent 7", der sieben größten und bedeutendsten US-Techgiganten, zulegen. Im vorbörslichen Handel stiegen Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta oder Tesla zwischen 0,1 und 1,4 Prozent.
Magnificent 7 im Aufwind
Lediglich die Anteilsscheine von Apple tanzten mit minus 0,6 Prozent aus der Reihe. Hierfür dürfte eine konkurrierende Nachricht eine Rolle gespielt haben: Der Halbleiterkonzern Broadcom wird maßgeschneiderte Chips für den Technologiekonzern entwickeln und liefern, die in mehreren Generationen von Apple-Produkten zum Einsatz kommen sollen.
Broadcom mit Apple-Deal
Die Broadcom-Aktie verteuerte sich im vorbörslichen Handel um 4,3 Prozent. Im weiteren Handelsverlauf legte das Papier sogar um gut vier Prozent zu. Damit profitierte Broadcom deutlich von der bekanntgewordenen Kooperation mit Apple.
Bei Halbleiterwerten deutet sich eine Erholung an, nachdem der Sektor in der Vorwoche unter Druck geraten war. Im vorbörslichen Handel verbuchten die Papiere der Chip-Titel Micron, Intel und AMD Kursaufschläge zwischen 3,2 und 4,0 Prozent. Auch die Anteile von QUALCOMM, Microchip Technology, Texas Instruments und AMD verzeichneten Kursgewinne zwischen 3,5 und 7 Prozent.
Halbleiterwerte vor Erholung
Getrieben wurde die Erholung der Halbleiterbranche auch von der Erwartung, dass die südkoreanischen Speicherchip-Giganten Samsung und SK Hynix in der laufenden Woche den KI-Boom auf die Probe stellen werden. Dem folgt die US-Börsennotierung von SK Hynix mit einem Volumen von rund 28 Milliarden US-Dollar (24,46 Mrd. Euro).
Samsung-Zahlen im Fokus
Samsung wird am Dienstag seine Geschäftszahlen vorlegen. Investoren erhoffen sich von den Resultaten Hinweise darauf, wie nachhaltig die Nachfrage nach KI-Chips und Speicherlösungen ausfällt. Die US-Berichtssaison ist insgesamt in dieser Woche erst noch richtig angelaufen, in einer Woche, die kaum wichtige Wirtschaftsdaten bereithält.
Unterdessen sorgte Dell Technologies mit einer positiven Nachricht für Aufmerksamkeit: Die Aktie stieg um drei Prozent. Hintergrund ist eine Milliardenzusage von Michael Dell und seiner Frau Susan Dell an ein Programm für steuerbegünstigte Investmentkonten für Kinder unter 18 Jahren.
Die Initiative steht im Zusammenhang mit einer breiter angelegten Förderung solcher Kinderkonten, für die auch Michael Dell und seine Frau Susan Dell ein milliardenschweres Engagement zugesagt hatten. An einer Veranstaltung im Weißen Haus hatte US-Präsident Donald Trump die Amerikaner zuvor zum Kauf von Dell-Computern aufgerufen.
Abseits der Chip- und Tech-Werte gab es auch negative Nachrichten aus dem Technologiesektor: Microsoft baut rund 3.200 Stellen in seiner Videospielsparte Xbox ab und plant eine tiefgreifende Umstrukturierung des Geschäfts. Die Asha Sharma schrieb in einer E-Mail an die Belegschaft: "Unser Geschäft ist heute nicht gesund" (verbatim: "Our business is not healthy today."). Die Microsoft-Aktie verlor 1,5 Prozent.
Microsoft baut Xbox-Sparte um
Verschiedene Analystenhäuser hatten den Dow Jones Industrial in der Vergangenheit unterschiedlich eingestuft: Goldman Sachs bewertete den Index am 2. Juni 2021 und am 11. Mai 2021 mit "Neutral". JP Morgan Chase & Co. stufte ihn am 26. April 2024 und am 25. September 2023 mit "Overweight" ein. RBC Capital Markets bewertete den Dow am 30. Januar 2020 mit "Sector Perform".
Am Aktienmarkt zeigte sich damit einmal mehr die Dominanz des Technologiesektors, insbesondere der Halbleiterbranche. Während klassische Industrie- und Finanzwerte im Dow den Index bremsten, trieben die Zukunftsthemen Künstliche Intelligenz und Chip-Design die NASDAQ-Börse nach oben.
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf die anstehenden Geschäftszahlen von Samsung am Dienstag. Sollten die Südkoreaner starke Zahlen vorlegen, könnte dies den gesamten Halbleitersektor weiter beflügeln und den KI-Boom an den Märkten neu bestätigen.
Mit Blick auf die weitere Woche bleibt abzuwarten, wie sich die Berichtssaison entwickelt und ob die Erholung bei den Halbleiterwerten von Dauer ist. Die geringe Dichte an Konjunkturdaten lässt erwarten, dass unternehmensspezifische Nachrichten den Handel weiter dominieren werden.
Fragen & Antworten
Warum legen Halbleiteraktien zu Wochenbeginn deutlich zu?
Halbleiterwerte erholen sich nach einer schwächeren Vorwoche. Im vorbörslichen Handel stiegen Micron, Intel und AMD zwischen 3,2 und 4,0 Prozent, getrieben auch von der erwarteten Vorlage der Geschäftszahlen von Samsung am Dienstag, die als Stimmungsindikator für den KI-Boom gilt.
Was bedeutet die Kooperation zwischen Broadcom und Apple?
Der Halbleiterkonzern Broadcom wird maßgeschneiderte Chips für Apple entwickeln und liefern, die in mehreren Generationen von Apple-Produkten zum Einsatz kommen sollen. Die Broadcom-Aktie verteuerte sich daraufhin im vorbörslichen Handel um 4,3 Prozent.
Welche Belastungsfaktoren gibt es derzeit für den Technologiesektor?
Microsoft baut rund 3.200 Stellen in seiner Xbox-Sparte ab und plant eine tiefgreifende Umstrukturierung, wie Asha Sharma in einer E-Mail an die Belegschaft bestätigte. Die Microsoft-Aktie verlor daraufhin 1,5 Prozent.
US-Börsen Ausblick: Dow leicht im Minus, Chipwerte gefragt | nachrichten360