Die ungarische Parlamentswahl am 12. April 2026 könnte nach aktuellen Umfragen zu einem historischen Machtwechsel führen. Die Oppositionspartei Tisza unter Péter Magyar liegt deutlich vor der regierenden Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán, der seit 16 Jahren an der Macht ist. Laut einer repräsentativen Telefonumfrage des Portals "hvg.hu" vom 17. bis 20. März erreicht Tisza unter 1000 Befragten 47 Prozent der Stimmen, während Fidesz auf 35 bis 40 Prozent kommt. Die unabhängigen Institute 21 Research Centre und Zavecz Research bestätigen diesen Trend: Tisza führt mit 56 bzw. 51 Prozent unter entschiedenen Wählern, Fidesz kommt auf 37 bzw. 38 Prozent. 26 Prozent der Befragten sind noch unentschieden. Die Umfragen haben eine Fehlermarge von plus/minus drei Prozent. Sollten die Zahlen stimmen, könnte Tisza eine Zweidrittelmehrheit im Parlament erreichen. Péter Magyar kündigte an, gegen Korruption vorzugehen, EU-Gelder freizusetzen und die Beziehungen zu EU und NATO zu stärken. Die rechtsextreme Partei Mi Hazank könnte erstmals die Fünfprozenthürde überspringen. Fidesz verweist hingegen auf andere Umfragen, die einen Sieg der Regierungspartei prognostizieren. Die Wahl markiert eine Zäsur: Orbán, seit 2010 ununterbrochen im Amt, steht vor der schwersten Herausforderung seiner Karriere.