In der Nacht zum 15. Juli 2026 haben ukrainische Drohnentruppen nach eigenen Angaben russische Tanker im Schwarzen Meer angegriffen, während russische Streitkräfte gleichzeitig mit Lenkbomben die Stadt Sumy sowie Häfen in den Regionen Odessa und Mykolajiw bombardierten.

Nach Angaben des Chefs der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, wurden im Schwarzen Meer „die ersten 20 Tanker in der Nacht zum 15. Juli erledigt“. Browdi schrieb auf seinem Telegram-Kanal, im Asowschen Meer sei „die erste Runde des Seekriegs beendet“ worden. „Nun gehe es darum, im Schwarzen Meer mindestens genauso viele russische Tanker zur Strecke zu bringen“, erklärte er weiter. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen.

Bei den Angriffen seien nach Browdis Darstellung „17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff“ getroffen worden. „Nach Angaben Browdis wurden im Asowschen Meer insgesamt 116 Schiffe attackiert.“ Die Ukraine, die sich seit vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion verteidigt, weitet ihre Operationen damit auf ein neues Seegebiet aus. Das Asowsche Meer ist ein Randmeer des Schwarzen Meeres, verbunden mit diesem durch die Meerenge von Kertsch.

Hintergrund: Drohnenkrieg zur See

Die ukrainische Seite begründet die Angriffe strategisch: „Mit den Angriffen will die Ukraine die russischen Besatzungstruppen von der Treibstoffversorgung abschneiden und den Ölexport Russlands einschränken.“ Zudem soll „die russische Kriegsfinanzierung erschwert“ werden, da „sie Moskau den lukrativen Ölexport nehmen“ wolle. Konkret richten sich die Attacken laut Browdi gegen Schiffe der russischen Schattenflotte, die zur Umgehung westlicher Sanktionen genutzt werde.

Parallel zu den ukrainischen Drohnenangriffen auf See setzten die russischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf das ukrainische Hinterland fort. „Die russischen Truppen hätten Angriffe mit Lenkbomben ausgeführt, hieß es“, berichtete der Deutschlandfunk unter Berufung auf ukrainische Stellen. Eine der Bomben schlug demnach in der Nähe medizinischer Einrichtungen in der Stadt Sumy ein. „Eine davon sei in der Nähe medizinischer Einrichtungen eingeschlagen“, hieß es weiter.

Russische Angriffe auf Sumy und Häfen

Nach Angaben des Gouverneurs der Region Sumy wurden bei den Angriffen drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt: „Wie der dortige Gouverneur mitteilte, wurden zudem sieben Personen verletzt.“ Die Meldung verdeutlicht die anhaltende Gefahr für die Zivilbevölkerung im Norden der Ukraine, auch weit entfernt von der Frontlinie.

Auch die Schwarzmeerküste blieb Ziel russischer Angriffe. „Zudem attackierte Russland erneut Häfen in den Regionen Odessa und Mykolajiw im Süden des Landes“, hieß es in dem Bericht. Die Hafeninfrastruktur ist für die ukrainische Getreideausfuhr und die Versorgung des Landes von zentraler Bedeutung und steht seit Kriegsbeginn unter systematischer Beschießung.

Schattenflotte und Kriegsfinanzierung

Die Ukraine reagierte nach eigener Darstellung mit der Fortsetzung ihrer Drohnenangriffe: „Die Ukraine beschoss ihrerseits nach eigenen Angaben erneut russische Frachter im Schwarzen Meer.“ Beobachter werten die Ausweitung der Operationen auf das offene Schwarze Meer als Eskalation der gegenseitigen Seekriegsführung, die bislang vor allem im Asowschen Meer stattgefunden hatte.

Insgesamt verdeutlicht der Bericht vom 15. Juli 2026 die gleichzeitige Eskalation auf mehreren Ebenen: gezielte ukrainische Drohnenschläge gegen die russische Schattenflotte, russische Luftangriffe mit schweren Lenkbomben auf zivile Infrastruktur und Häfen. Unabhängige westliche Stellen konnten die Angaben zunächst nicht vollständig verifizieren, wie der Deutschlandfunk einräumte: „Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen.“