UFC-Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses: Trump feiert seinen 80. Geburtstag mit einem Spektakel
Washington, 14. Juni 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Auf dem Südrasen des Weißen Hauses hat die UFC ein Käfigkampf-Event veranstaltet, das offiziell mit dem 250. Unabhängigkeitstag der USA und dem 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verbunden ist. Tausende Fans verfolgten die Kämpfe vor Ort, im nahegelegenen Ellipse-Park wurden mehr als 120.000 Besucher erwartet.
Auf dem Südrasen des Weißen Hauses hat die Mixed-Martial-Arts-Liga UFC ein Käfigkampf-Event veranstaltet, das US-Präsident Donald Trump anlässlich seines 80. Geburtstags und der Feiern zum 250. Unabhängigkeitstag der USA ausrichten ließ.
Die Veranstaltung begann am Sonntagabend um 20:00 Uhr Ortszeit (02:00 Uhr MESZ am Montag). Auf dem South Lawn des Weißen Hauses wurde ein achteckiger Käfig aufgebaut, umgeben von Tribünen für mehr als 4.000 Zuschauer. Die Arena war überspannt von einer gewaltigen Kuppelkonstruktion namens „The Claw" (die Kralle), die sogar das Weiße Haus klein wirken lässt.
Als offiziellen Anlass für das Spektakel nennen die Organisatoren die Feierlichkeiten rund um den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, der auf den 4. Juli fällt. Trump verbindet das Event mit den Festlichkeiten rund um den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten. Der Präsident wird an seinem Geburtstag 80 Jahre alt.
Rahmen und Anlass: Unabhängigkeitstag und runder Geburtstag
Bereits am Freitag waren erste Fans in UFC-Trikots durch Washington gezogen, darunter der 18-jährige Jordan aus dem benachbarten Bundesstaat Virginia. Dass die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses stattfinden, findet er „etwas seltsam". Der beste Ort für blutige Kämpfe sei das sicherlich nicht. „Aber mal abgesehen vom Politischen: Ich genieße alle Kämpfe, die stattfinden, und freue mich schon riesig darauf."
Im nahegelegenen Ellipse-Park findet zudem ein Fan-Fest statt. Am Samstag ging es los. Bei einem Fan-Fest im nah gelegenen Ellipse-Park werden zudem mehr als 120.000 Besucher erwartet, die die Übertragung des Kampfabends verfolgen sollen.
Die UFC ist eine Kampfsportliga für Mixed Martial Arts (MMA). Ausgerichtet werden sie von der UFC, einer Kampfsportliga für Mixed Martial Arts (MMA). Dabei kommen Techniken aus verschiedenen Disziplinen wie dem Boxen, Ringen, Kickboxen sowie Karate und Jiu-Jitsu zum Einsatz. Anders als etwa beim Wrestling sind die Kämpfe nicht gestellt. Anders als beim Wrestling kommt es bei den Kämpfen regelmäßig zu Blutungen, Knochenbrüchen und Knockouts.
MMA in den USA und in Deutschland: ein Imagewandel
In Deutschland galten die Events zu Beginn des Jahrtausends als Schmuddelsport, es gab sogar ein TV-Verbot für die Kämpfe. Auch der frühere republikanische Senator John McCain hatte die UFC einst als „Hahnenkampf" kritisiert.
Die Beziehung zwischen Trump und der UFC ist eng. UFC-Chef Dana White unterstützte Trump im Wahlkampf. Bereits bei Trumps erster Präsidentschaftskandidatur gab ihm der UFC-Chef Rückendeckung. White habe ihn im Wahlkampf zahlreichen Influencern vorgestellt, erzählte Trump kürzlich dem Time-Magazin. Auch der Podcaster Joe Rogan warb nach einem Interview mit Trump für dessen Präsidentschaftskandidatur.
Inzwischen hat sich das Verhältnis allerdings abgekühlt: Auch Podcaster Joe Rogan kritisierte den Präsidenten in den letzten Monaten immer deutlicher, bezeichnete seine Wähler sogar als „Trottel". Rogan kommentiert neben seinem Podcast auch zahlreiche UFC-Kämpfe. Er wird das Spektakel im Weißen Haus für die UFC live kommentieren.
Verflechtung zwischen Trump und der UFC
Auch finanziell ist Trump mit der UFC verflochten. Ende März erhielt Trump nach öffentlich einsehbaren Präsidenten-Transaktionsmeldungen Anteile an der UFC-Muttergesellschaft TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar. Der kaufte laut Medienberichten noch vor dem Kampf am Weißen Haus Anteile am Mutterkonzern der UFC.
Das Event wirft Fragen auf. Sie werfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, „um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten – mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt". Kritiker versuchten das Event mit einer Klage zu verhindern, hatten damit aber keinen Erfolg. Das Gericht wies die Klage jedoch ab – unter anderem mit der Begründung, dass die Einwände zu spät eingebracht worden seien.
Kritik, Klage und Sicherheitsmaßnahmen
Der Soziologe Kyle Green, der an der State University in Brockport zu Sportkultur forscht, ordnet die Veranstaltung ein. „Die UFC ist eine Feier der Männlichkeit." Außerdem sagt er, dass unter den amerikanischen Sportarten das UFC-Publikum am meisten nach rechts tendiere. „Dieses Event ist nur die Kirsche auf der Sahnetorte", beschreibt Green das Verhältnis zwischen Trump und der UFC. „Ein Teil der Geschichte der Männer war oft, dass sie ihr Selbstvertrauen wiedergewinnen wollten", sagt Green über die Anziehungskraft des Kampfsports.
Rund 60 Millionen Dollar lässt sich der Verband das Spektakel kosten. Die UFC strahlt den Kampf exklusiv beim zahlungspflichtigen Streaming-Dienst Paramount+ aus. Kritiker werfen dem Event vor, dazu genutzt zu werden, neue Abonnenten für den Streaming-Anbieter zu gewinnen. Paramount wird unter anderem von der Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison gestützt, der als Unterstützer Trumps bekannt ist.
Straßen rings herum sind wegen der Sicherheitsvorkehrungen großflächig abgesperrt. Auch in diesem Jahr rufen die Organisatoren der Protestbewegung „No Kings" landesweit zu Veranstaltungen auf, die etwa zeitgleich zum Beginn des Kampfspektakels geplant sind. Wer das Prügel-Event ablehnt, soll vielmehr bei sogenannten Watch Parties mitmachen und sich in privaten Wohnzimmern, Gemeinschaftszentren oder Geschäften ein Konzert in New York anschauen, „während der Präsident versucht, das Land mit seinem UFC-Käfigkampf-Spektakel abzulenken", wie es in einer Mitteilung heißt.
Gegenveranstaltung in New York: Konzert für den ersten Verfassungszusatz
Das Konzert in New York wird laut dem Veranstalter „Committee for the First Amendment" zu Ehren des ersten Verfassungszusatzes der US-Verfassung stattfinden, der unter anderem die Freiheit der Rede, der Presse und der Versammlung garantiert. Geplant sind nach Angaben der Organisatoren Auftritte von Jane Fonda, Bette Midler, Julia Roberts, Rufus Wainwright und Patti Smith.
Vor einem Jahr, an Trumps 79. Geburtstag, fand in Washington eine große Militärparade mit schweren Panzern, Fallschirmjägern und Hubschraubern statt. Damals gingen Millionen Menschen bei „No Kings"-Protesten gegen Trumps Politik auf die Straße. Laut einer Umfrage der Yale University waren rund 70 Prozent der Befragten unter 30 Jahren mit seiner Präsidentschaft unzufrieden.
Politische Stimmung: Proteste und Buhrufe
Zuletzt wurde Trump auch bei einem NBA-Finalspiel ausgebuht. US-Präsident Trump wurde beim dritten NBA-Finalspiel im Madison Square Garden ausgebuht. Als er zur Nationalhymne auf der Großleinwand eingeblendet wird, brandeten laute Buhrufe durch die Arena.
Zu Trumps Geburtstag vor genau einem Jahr demonstrierten Millionen Menschen in den USA gegen ihn. Auch Sportveranstaltungen mit dem Präsidenten sorgten in der Vergangenheit für Kontroversen. Über die Veranstaltung am Weißen Haus sagte Trump kürzlich: „Ich wurde von 20-jährigen Kids interviewt" – und spielte damit auf den Einfluss jüngerer Meinungsbildner an, die White ihm vermittelt habe.
Fragen & Antworten
Welche Gegenveranstaltungen gab es zu dem Spektakel?
Die Protestbewegung „No Kings" rief zu landesweiten Aktionen zeitgleich zum Beginn des Kampfspektakels auf, darunter „Watch Parties" in Privathaushalten, Gemeinschaftszentren und Geschäften. In New York organisierte das „Committee for the First Amendment" ein Konzert mit Jane Fonda, Bette Midler, Julia Roberts, Rufus Wainwright und Patti Smith zu Ehren des ersten Verfassungszusatzes.
UFC-Käfigkampf im Weißen Haus: Trumps 80. Geburtstag | nachrichten360