Tyra Banks klagt gegen Netflix: Verleumdung durch "Top Model"-Doku
Los Angeles, Kalifornien, 15. Juni 2026
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Kurzfassung
Das frühere US-Supermodel Tyra Banks hat den Streamingdienst Netflix verklagt. In der am 13. Juni eingereichten Klage wirft die 52-Jährige dem Unternehmen Verleumdung im Zusammenhang mit der Doku-Serie "Reality Check: Inside America's Next Top Model" vor und fordert ein Geschworenenverfahren sowie Schadenersatz.
Los Angeles, Kalifornien, 15. Juni 2026
Die frühere US-Supermodel Tyra Banks hat den Streamingdienst Netflix verklagt und wirft dem Unternehmen vor, Aussagen aus einem über dreistündigen Interview in einer Doku-Serie über "America's Next Top Model" aus dem Zusammenhang gerissen und neu zusammengesetzt worden zu sein, um eine falsche und verleumderische Erzählung zu stützen, die nichts mit dem zu tun hat, was sie tatsächlich geäußert hat.
Hintergrund: Eine Show und ihre Aufarbeitung
Die am 13. Juni eingereichte Klage richtet sich gegen den US-Streamingdienst Netflix und die an der Produktion beteiligten Firmen. Wie mehrere US-Medien am Montag unter Berufung auf Gerichtsdokumente berichten, wirft die 52-Jährige dem Unternehmen Verleumdung vor. Die Klage steht im Zusammenhang mit der Doku-Serie "Reality Check: Inside America's Next Top Model", die im Februar 2026 auf Netflix erschienen war und die Castingshow kritisch aufarbeitet.
Banks war Produzentin, Jurorin und Gastgeberin der zwischen 2003 und 2018 ausgestrahlten Sendung. In der Doku geht es unter anderem um Vorwürfe, das Produktionsteam habe Beschwerden von Teilnehmerinnen nicht ernst genommen und problematische Situationen zugelassen. Banks wirft den Machern der Serie nun vor, ihr Verhalten in der Sendung in einem verfälschenden Licht darzustellen.
Zentraler Vorwurf der Klage ist, dass die Doku den Eindruck erwecke, Banks habe einen sexuellen Übergriff auf eine Teilnehmerin in der Show zugelassen. Zudem werde behauptet, die damalige Gastgeberin habe die Traumatisierung der Frau für Einschaltquoten ausgenutzt und später, darauf angesprochen, keine Erinnerung daran gehabt. Banks bestreitet diese Darstellung und spricht von einer Konstruktion durch selektiven Schnitt.
Kernvorwurf: Bearbeitung des Interviewmaterials
Die Klageschrift hebt hervor, dass Banks dem Produktionsteam ein Interview von mehr als dreieinhalb Stunden gegeben habe. Im fertigen Beitrag seien davon nur rund 16 Minuten verwendet worden. Banks sei bewusst offen für eine kritische Auseinandersetzung mit der Sendung aufgetreten und habe dabei auch eigene Fehler und Verantwortung eingeräumt. Diese Passagen seien jedoch zugunsten einer "falsche und diffamierende Narrative" weggeschnitten worden, heißt es in der Klage.
Laut den Gerichtsdokumenten seien ihre Aussagen demnach "aus dem Kontext gerissen" und gezielt so zusammengesetzt worden, dass ein irreführendes Bild der ehemaligen Gastgeberin entstehe. Die Klage wirft Netflix und den Produktionsfirmen vor, mit der Bearbeitung des Materials eine Darstellung erzeugt zu haben, die in den Aussagen von Banks keine Grundlage habe.
Die Klage richtet sich auch gegen Szenen, in denen ehemalige Teilnehmerinnen Aussagen über fehlenden Kontakt nach gesundheitlichen Problemen machen. Banks habe in dem Interview geschildert, dass sie durchaus versucht habe, mit betroffenen Frauen in Kontakt zu bleiben. Diese Bemühungen seien in der Serie nicht ausreichend gezeigt worden, was das Bild der ehemaligen Gastgeberin weiter verzerrt habe.
Forderungen der Klägerin
In der Klage wird zudem angeführt, dass die Doku den Eindruck erwecke, Banks habe schwerwiegende Beschwerden bewusst ignoriert oder falsch eingeordnet. Die Klägerin sieht darin eine Verdrehung der tatsächlichen Abläufe hinter den Kulissen. Sie habe sich für die Auswahl der Teilnehmerinnen und die Dynamik am Set mitverantwortlich gezeigt, die konkreten Darstellungen in der Doku seien jedoch "komplett erfunden".
Banks fordert in der Klage ein Geschworenenverfahren. Sie macht finanzielle Einbußen und Schäden an ihrem Ruf geltend und verlangt zudem Schadenersatz für das erlittene seelische Leid. Eine konkrete Geldsumme wird in der Klage nicht beziffert; die Höhe soll nach Angaben der Klägerin vom Gericht festgelegt werden.
Netflix und die beteiligten Produktionsfirmen haben sich nach Angaben der US-Medien bislang nicht öffentlich zu der Klage geäußert. Wie die New York Times und das Branchenblatt Deadline berichten, lehnte Netflix zunächst eine Stellungnahme ab. Auch die Produktionsseite äußerte sich demnach nicht.
Stellungnahme von Netflix und Produktion
Die Doku-Serie "Reality Check: Inside America's Next Top Model" war im Februar 2026 auf Netflix gestartet und hatte in der Folge eine breite Debatte ausgelöst. Während einige ehemalige Teilnehmerinnen die kritische Auseinandersetzung mit der Castingshow begrüßten, stellten sich andere hinter Banks und warfen der Doku ihrerseits eine verzerrte Darstellung vor. Die Kontroverse begleitet die Sendung seit ihrer Veröffentlichung.
Medial wurde die Klage am Montag unter anderem von der New York Times, dem Promiportal People sowie den Branchenblättern Deadline und Entertainment Weekly aufgegriffen, die sich ebenfalls auf Gerichtsdokumente stützten. Die Berichte bilden die Grundlage für die derzeit kursierenden Darstellungen des Falls.
Reaktionen und Vorgeschichte der Doku
Die Klage reiht sich in eine Reihe von Auseinandersetzungen zwischen Prominenten und Streamingdiensten über die Darstellung in Dokumentarfilmen ein, die in den vergangenen Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erhalten haben. Dabei geht es regelmäßig um die Frage, in welchem Umfang Schnitt, Auswahl und Kontextualisierung von Aussagen Persönlichkeitsrechte verletzen können.
Welche konkreten rechtlichen Schritte Netflix und die Produktionsfirmen gegen die Klage einleiten werden, ist derzeit offen. Sollte es zu einem Geschworenenverfahren kommen, müsste das Gericht unter anderem klären, ob die beanstandeten Szenen der Doku die dargestellte Bedeutung tragen und ob Banks durch den Beitrag tatsächlich in einem falschen Licht erscheint.
Bis zu einer Entscheidung in der Sache dürfte die öffentliche Debatte über die Verantwortung von Produktionsfirmen bei der Bearbeitung von Interviewmaterial weitergehen. Die Klage wirft die grundsätzliche Frage auf, wie weit kritische Aufarbeitung von Castingshows gehen darf, ohne die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten zu verletzen.
Banks selbst hat sich in dem Interview laut den Gerichtsdokumenten offen für eine kritische Reflexion der Show gezeigt. Sie habe Fehler eingestanden und Verantwortung übernommen. Dass diese Haltung in der Doku nicht sichtbar werde, bilde den Kern ihrer Beschwerde gegen Netflix.
Fragen & Antworten
Worum geht es in der Klage von Tyra Banks gegen Netflix?
Tyra Banks wirft dem Streamingdienst Netflix vor, in der Doku-Serie "Reality Check: Inside America's Next Top Model" ein über dreistündiges Interview auf rund 16 Minuten gekürzt und so geschnitten zu haben, dass ein verfälschendes Bild ihrer Person entstehe. Sie sieht darin eine Verleumdung.
Was kritisiert Banks konkret an der Doku?
Die Klage richtet sich unter anderem gegen Szenen, die laut Banks den Eindruck erwecken, sie habe einen sexuellen Übergriff auf eine Teilnehmerin zugelassen und die Traumatisierung der Frau für Quoten ausgenutzt. Banks bezeichnete diese Darstellung als "komplett erfunden".
Welche rechtlichen Forderungen stellt Tyra Banks?
Banks verlangt ein Geschworenenverfahren, Schadenersatz wegen Rufschädigung und finanzieller Verluste sowie eine Entschädigung für erlittenes seelisches Leid. Eine konkrete Geldsumme wurde in der Klage nicht beziffert; die Höhe soll vom Gericht festgelegt werden.
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