Tschechien plant längere Laufzeit für Atomkraftwerk Dukovany Prag, 9. April 2026
Die tschechische Regierung will die vier Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Dukovany deutlich länger als ursprünglich geplant am Netz lassen. Wirtschaftliche und sicherheitstechnische Analysen hätten gezeigt, dass eine Verlängerung der Betriebsdauer bis in die Jahre 2065 bis 2067 möglich sei, wie mehrere Quellen bestätigten.
## Hintergrund und technische Details Das Atomkraftwerk Dukovany, nahe der österreichisch-tschechischen Grenze gelegen, besteht aus vier Reaktorblöcken des sowjetischen Typs WWER-440/213. Diese wurden zwischen 1985 und 1987 ans Netz angeschlossen und zählen damit zu den älteren Anlagen in Europa. Trotz ihres Alters haben Untersuchungen ergeben, dass die Blöcke noch mehrere Jahrzehnte sicher betrieben werden können.
Die Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung basiert auf aktuellen Wirtschaftlichkeits- und Sicherheitsanalysen. Demnach seien die Reaktoren technisch in einem Zustand, der einen Weiterbetrieb ohne größere Risiken erlaube. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der tschechischen Energiepolitik relevant, die auf eine stabile und CO₂-arme Stromversorgung setzt.
## Ausbaupläne und neue Reaktoren Neben der Laufzeitverlängerung plant Tschechien auch den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Dukovany. Der Auftrag für diese Neubauten wurde bereits im vergangenen Jahr an das südkoreanische Energieunternehmen KHNP vergeben. Die neuen Blöcke sollen die Kapazitäten des Standorts erheblich erweitern und langfristig zur Energieversorgung des Landes beitragen.
Die tschechische Regierung und der Stromkonzern CEZ betonen, dass die Kombination aus alten und neuen Reaktoren eine zuverlässige Stromversorgung sichern soll. "Die Laufzeitverlängerung der bestehenden Blöcke und der Bau neuer Anlagen sind Teil einer langfristigen Strategie", erklärte ein Sprecher des Energieministeriums.
Die Pläne stoßen jedoch nicht nur auf Zustimmung. Insbesondere in Österreich, das in unmittelbarer Nähe zu Dukovany liegt, gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der älteren Reaktoren. Die österreichische Regierung hat in der Vergangenheit mehrfach Kritik an der tschechischen Atomenergiepolitik geäußert.
Die Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung und den Ausbau von Dukovany unterstreicht die Bedeutung der Atomenergie für Tschechien. Während andere europäische Länder wie Deutschland den Atomausstieg beschlossen haben, setzt Prag weiter auf diese Technologie. Die nächsten Schritte werden die genaue Umsetzung der Pläne sowie die Abstimmung mit internationalen Partnern betreffen.