US-Präsident Donald Trump hat vor dem WM-Endspiel in East Rutherford angekündigt, die Fußball-Weltmeisterschaft „sofort" wieder in die USA holen zu wollen, und sich dafür direkt an FIFA-Präsident Gianni Infantino gewandt.

Trump sprach vor dem Finale zwischen Titelverteidiger Argentinien und Spanien beim US-Sender Fox und kündigte an, sein Land solle erneut Austragungsort einer Weltmeisterschaft werden. „Wir müssen das wiederholen, und zwar, solange ich noch da bin. Hörst du das, Gianni", sagte der Präsident in Richtung des FIFA-Präsidenten.

Erster Stadionbesuch bei diesem Turnier

Es ist Trumps erster Stadionbesuch bei diesem Turnier. Keines der 103 vorherigen Spiele hatte der US-Präsident besucht. In East Rutherford ist er Ehrengast und soll nach dem Schlusspfiff die WM-Trophäe an den Weltmeister überreichen.

Trump hatte bereits zuvor eine erneute Bewerbung der USA um eine Weltmeisterschaft angekündigt. In dem Fox-Interview bekräftigte er dieses Anliegen nun und sprach von einer „sofort" angestrebten Rückkehr des Turniers in sein Land. Konkrete Daten oder Verhandlungsstände mit der FIFA nannte er dabei nicht.

Vergabe bis 2034 bereits geregelt

Die kommenden WM-Endrunden sind bereits vergeben: 2030 wird die Endrunde in Spanien, Marokko und Portugal ausgetragen. Zum 100-jährigen Jubiläum des Weltcups finden zusätzlich jeweils ein Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay statt. Die WM 2034 ist nach der bisherigen Vergabe alleiniger Gastgeber Saudi-Arabien.

Offen blieb zunächst, auf welchen Zeitraum sich Trumps Vorstoß konkret bezieht. Da die nächsten beiden Endrunden bereits vergeben sind, würde eine erneute Austragung in den USA frühestens für einen späteren Zyklus infrage kommen. Die FIFA äußerte sich auf die Ansprache Trumps zunächst nicht öffentlich.

Mit seiner Ankündigung verbindet Trump sportpolitische Symbolik mit innenpolitischer Inszenierung. Die USA hatten bereits bei der Vergabe um die WM 2026 eine zentrale Rolle gespielt und sind gemeinsam mit Kanada und Mexiko Ausrichter des laufenden Turniers. Trump nutzte das Finale, um diese Tradition fortgeschrieben zu sehen.

Politische Bühne Sport

Im Stadion in East Rutherford dürfte der Auftritt des US-Präsidenten auch über das Sportliche hinaus Aufmerksamkeit erzeugen. Die Übergabe der Trophäe an den Sieger der Partie zwischen Argentinien und Spanien gilt als eines der meistbeachteten Bilder des Fußballs. Mit seiner Fox-Ansprache im Vorfeld versuchte Trump, dieses Podium für seine WM-Pläne zu nutzen.

Beobachter werten den Vorstoß als ungewöhnlichen Eingriff eines Staatsoberhaupts in die Vergabepolitik des Weltverbands. Die FIFA hat in den vergangenen Jahren verstärkt auf langfristige Planung und abgestimmte Vergabeverfahren gesetzt. Ein offizieller Antrag der USA für ein künftiges Turnier wurde bislang nicht öffentlich.

Offene Reaktion der FIFA

Trump ist 80 Jahre alt. Über die Dauer seiner Amtszeit machte er mit der Formulierung „solange ich noch da bin" keine präzisen Angaben.

Unabhängig vom Ausgang des Finals gilt Trumps Äußerung als Signal an die FIFA, die USA bei künftigen Vergaben weiter in Betracht zu ziehen. Der Weltverband wird sich zu dem Vorstoß voraussichtlich nach dem Turnier äußern.